Tagebuch vom 1.8.2003 bis 30.8.2003 3.8.2003 Wo sind die heiligen Sonntagmorgen geblieben?
Geruhsame Sonntagmorgen sind mir wohl nicht mehr vergönnt. Wer den Eintrag vom letzten Sonntag gelesen hat, weiss das schon. Heute ist es nicht viel besser.
Gestern nacht - wir lagen ab 23.00 Uhr in den schönsten Träumen - stand ich um 0.00 senkrecht im Bette. Ein Bauer aus dem Nachbarort, der hier Pachtflächen hat, begann um 0.00 Uhr zu mähen. Und zwar sozusagen fast unter unserem Schlafzimmerfenster. Ich habe ja wirklich Verständnis, wenn einer vorm Regen mit seiner Getreideernte nicht fertig wird und bis in die Nacht mäht. Schliesslich weiss ich um die Probleme der Bauern. Aber sowas geht nun wirklich zu weit, finde ich. Da ist wochenlang das schönste Wetter, kein Regen in Sicht, man hört und sieht nichts von ihm und dann kommt er Samstag Nacht um 0.00 Uhr und beginnt mit einem Höllenlärm Gras zu mähen und das natürlich auch noch mit Licht - das bei uns ins Zimmer schien.
Als er nach zwei Stunden endlich fertig war und wir in traumlosen Schlaf fielen, fing um 5.00 Uhr Egmont, unser Deckbulle, an zu brüllen. Und zwar so penetrant (und da die Kühe und Kälber dann auch noch mitbrüllten), dass wir aufstanden und guckten, was da los ist. Da hat doch gestern abend dieser andere Typ seine Mutterkühe NEBEN unsere Herde gestellt. Unsere Kühe haben das wohl erst heute morgen bemerkt, denn gestern abend waren sie noch weit weg davon, sie haben ja sehr grosse Weideflächen. Ich frage mich wirklich, warum man da nicht mal vorher drüber spricht, dann hätten wir eine gemeinsame Lösung gefunden. So aber sind wir gezwungen gewesen, heute morgen unsere Herde umzuweiden, Egmont wegzubringen zu seinen Kumpels und den geruhsamen Sonntagmorgen mit nicht geplanter Arbeit zu verbringen.
Wenn ich sowas alles erlebe, wundert es mich auch nicht mehr, dass auf dem Lande Nachbarschaftsstreitigkeiten in den letzten Jahren um 200% gestiegen sind. Offensichtlich ist das Wort "Rücksichtnahme" für die meisten Menschen ein Fremdwort. Jeder macht was er will und andere können sehen, wie sie damit zurechtkommen.
Ihr seht schon, ich bin grummelig!!! Und sonst? Sonst ist es heiss, heisser, am heissesten, wie bei Euch auch überall. Reiten kann man nur noch frühmorgens, vor allem wegen der Bremsen, die später und vor allem am Abend besonders aggressiv sind. Übrigens habe ich gelesen, dass die Bremsen sich vermehrt auf Menschen stürzen, weil auf den Weiden überall immer weniger Tiere stehen und der eigentliche Wirt für eine Bremse die Kuh ist.
Ausserdem beginnt nun die Zeit der Wespen und Bienen. Allerdings sind die Wespen in diesem Jahr eher klein. Sie stellen ihre Nahrung allmählich um von Fleisch, dass sie zur Aufzucht der Jungen benötigt haben, auf süsse Speisen. Und die Bienen sind in diesem Jahr gleich mehrfach geschädigt: Zunächst wurden sie von der Varoa-Milbe dezimiert. Dann wurde es zu heiss. Über 30° fliegt keine Biene mehr. An heissen Tagen müssen sie - wenn sie schon fliegen - Wasser in ihren Stock schleppen, um ihn zu kühlen. Daher ist ihnen wenig Energie geblieben, um die Larven zu füttern. Hinzu kommt, dass die Blüten bei der Hitze ebenfalls nur kurz offen waren und schnell vertrockneten.
5.8.2003 Sommer, Sonne, schön warm :-)
Hach, ist das ein Wetterchen!! Ich persönlich taue erst ab 20° aufwärts auf, insofern könnt Ihr lange warten, bis ich anfange zu klagen :-) Ich stelle halt einfach den Rhythmus etwas um: Morgens früher aufstehen, alles was draussen zu erledigen ist, noch vor dem Mittag erledigen und den Nachmittag entweder drin oder im Schatten verbringen. Wobei wir in Norddeutschland uns um die 30°-Marke bewegen und es nachts abkühlt, ich weiss, dass viele meiner Leser/innen weit höhere Temperaturen aushalten müssen. Ausserdem ist der Vorteil zur Zeit, dass man sich wettermässig nicht irgendwo anders hinwünschen muss, ist halt überall schön. Bin auch froh, dass ich nicht in Spanien oder Portugal vor mich hinschmoren muss.
Die Pferde stehen den ganzen Tag im Stall und die Kühe halten sich im schattigen Wäldchen auf, wo sogar noch ein laues Lüftchen weht. Heute morgen musste ich "Lea" und "Leona", wieder zur Herde geleiten, denn sie haben sich unter dem Zaun durchgemogelt und waren etwas spazieren. Statt den Spaziergang zu geniessen, haben sie dauernd "Mama" gerufen, wobei die Mamas sich überhaupt nicht dafür interessiert haben, wo ihre Kinderlein abgeblieben sind. Die "Kleinen" sind halt nun schon fast 5 Monate und sehr selbständig. Nur die Milchbar wird noch ab und zu gebraucht.
Einige unserer höher liegenden Sandwiesen sind nun am Vertrocknen, aber da wir auch tiefer gelegene anmoorige Flächen haben, werden wir mit dem Futter keine Probleme bekommen. Man muss halt öfter mal umweiden oder wahrscheinlich mit der Winterfütterung viel früher als sonst beginnen. Da wir aber genug Futter haben, ist auch das kein Problem und ich bin sicher, dass die nächste Regenzeit in Norddeutschland irgendwann kommen wird.
Wer sich von Euch für Fledermäuse interessiert, guckt mal auf: http://www.nabu-hanstedt.de und dann unter "Arbeitskreise" "Fledermäuse" und dann der Pfeil hinter "Heim und Garten". Der Text ist von mir und die Fotos unter "selfmade" sind in unserem Keller gemacht, wo sich im letzten Winter Fledermäuse eingefunden hatten. Übrigens sind fast alle Texte auf der NABU-Seite von mir, das Layout und die Pflege der Homepage macht aber jemand anders und dafür bin ich auch ganz dankbar. Eigentlich reichen mir nämlich drei Webseiten, um mich auszutoben, wobei ich zur Zeit webseitenmässig nicht viel "tobe", das kann ich dann wieder an langen dunklen Herbst- und Winterabenden, die man sich im Moment gar nicht vorstellen kann. Nicht vorstellen kann man sich auch, dass in Hamburg ein Kaufhaus die Weihnachtsabteilung gestern eröffnet hat. Aber bevor ich jetzt bei der Hitze anfange, Nougatchristbaumanhänger zu essen, leg ich mich lieber auf den Liegestuhl und halte die Füsse in den Gartenteich.
7.8.2003 Nix Neues, ausser Fotos und einem Gedicht :-)
Hallo zusammen,
das Wetter ist unverändert heiss, die Tiere stehen weiterhin im
Stall bzw. im Schatten. In den Nächten hört man keine Kühe
mehr brüllen, auch keine Bauern, die in der Nacht mähen, nur
kämpfende Katzen stören ab und zu den Nachtschlaf.
Also was soll ich Euch denn da erzählen, ohne Euch zu langweilen? Ein tolles Foto kann ich Euch zeigen, was Jens von meinen angetrauten Ehemann gemacht hat. Wenn Ihr schon keine Fotos von meiner Person seht, dann wenigstens vom Herrn Geheimrat *g*:

Und dann die Störchlis, verfolgt Ihr auch täglich die spannenden Flugversuche auf http://www.storchennest.de ? Soooo gross sind sie schon geworden und sehnen sich gemeinsam in die Ferne, wohin sie uns bald verlassen werden:

Und dann hab ich noch ein Gedicht gefunden für alle Kuhliebhaber, die sich in Norddeutschland auskennen:
Trost für eine Kuh
In Holstein
trug sich eine Kuh
tieftraurig mit Problemen:
Sie suchte ohne Rast und Ruh' -
kein Bulle wollt' sie nehmen!
Sie war nicht
eben attraktiv,
und hatte manche Schrullen,
auch hing das Maul ihr reichlich schief
- das reizte keinen Bullen!
Sooft sie
auch voll Ungeschick
versuchte, anzubiedern -
nicht mal ein Ochse hob den Blick,
den ihren zu erwidern.
So zog sie
suchend durch das Land
und hoffte noch verwegen
wo immer sie nur Bullen fand,
Int'resse zu erregen.
In Rendsburg
kam sie zum Kanal,
dort, wo die Schiffe fahren.
Hier endete für sie die Qual -
nach all den langen Jahren!
Ein Passagierschiff
zog vorbei -
wer rät, was sie gesichtet?
Bullaugen waren - hundertzwei! -
allein auf sie gerichtet!
Nun hält
sie Ausschau ohne Ruh',
und kommt ein Schiff zu sehen,
entringt sich ihr ein Jubelmuh -
das kann man wohl verstehen!
Das Gedicht ist von H.-Joachim Heincke und ich verabschiede mich bis Montag, habt ein schönes Wochenende und macht es gut!
10.8.2003 Heisse Tage in Brilon
Hallo, die
letzten drei Tage weilten wir in Brilon im Sauerland: http://www.brilon.de
Wir waren dort zu einer Hochzeit geladen und quartierten uns in einem
Hotel direkt am Marktplatz ein. Da wir ohne Hunde waren und kein Auto
fahren wollten, dachte ich, es sei eine gute Idee, mal etwas "Stadt"luft
zu schnuppern und da Brilon eine Stadt mit nur 15.000 Einwohnern ist,
stellte ich es mir beschaulich und ruhig vor, dort am Marktplatz zu
wohnen.
Als wir am
Freitag mittag dort ankamen und direkt zum Hotel wollten, war der Marktplatz
gesperrt, weil nämlich ein Haus brannte. Der ganze Platz war voller
Feuerwehr, der Brand war zwar schon gelöscht bei unserer Ankunft,
aber es war kaum ein Durchkommen wegen der ganzen Absperrungen.
Und gleichzeitig war es der Beginn von sehr schweisstreibenden drei
Tagen, denn nun habe ich erstmal eine Vorstellung bekommen, wie sehr
die Menschen, die weiter südlich leben als ich, in diesen Tagen
schwitzen....
Wir belegten
also erstmal ein Zimmer gegenüber vom historischen Rathaus, natürlich
ohne Klimaanlage. Im Badezimmer, das eher den Namen Nasszelle
verdiente, hätte sich eine übergewichtige Person kaum rumdrehen
können und am Schrank hatte ich beim Öffnen den Türgriff
in der Hand. Nunja, wir wollten da ja nur schlafen.
Dann ging es zum Verwandtenbesuch, und als wir später am Abend
wieder zum Hotel wollten, war zwar keine Feuerwehr mehr auf dem Marktplatz,
dafür umso mehr Menschen, denn die "Briloner Musiktage"
wollten gefeiert werden, d.h. da spielte eine Reggae-Band in ohrenbetäubender
Lautstärke. Nunja, das war nicht weiter schlimm, wir wollten ja
noch nicht ins Bett und haben dann mitgefeiert, eine so laue Sommernacht
mitten in der Stadt bei Musik und Bier hat ja auch was. Da gingen wir
aber noch davon aus, dass wir irgendwann schlafen könnten.
Die Band machte dann um 0.00 Uhr Schluss und gegen halb eins waren wir
im Zimmer. Aber natürlich konnte man das Fenster bei dieser Hitze
nicht schliessen und natürlich gab es eine Menge junger Leute,
die den Marktplatz auch nach Beendigung der Musik weiter unsicher machten
und einen Heidenlärm veranstalteten. Ausserdem wurde die Bühne
noch in der Nacht abgebaut. Als es endlich ruhiger wurde vor unserem
historischen Fenster und wir in unruhigen Schlaf fielen, kam die Kehrmaschine
um 3.00 Uhr in der Nacht und machte den Platz sauber. Um 5.00 Uhr begann
der Aufbau des samstäglichen Wochenmarktes. Und um 7.30 Uhr fing
im Nachbarhaus eine Bohrmaschine an, von der ich dachte, sie würde
uns gleich ein Loch ins Bett bohren. Hatte ich doch geglaubt, ich könnte
sowohl Samstag als auch Sonntag mal ausschlafen!!! Also tröstete
ich mich mit dem Gedanken, dass es wohl am Sonntag morgen ruhiger werden
wird und stand auf. Immerhin gab es dann ein Superfrühstück
und dann machten wir einen Einkaufsbummel, bis zur Hochzeit hatten wir
ja nun noch Zeit, wir sollten um 13.30 Uhr in der Kirche sein.
Nun bin ich ja kein grosser Freund der katholischen Kirche, aber wenn
die angeheiratete Verwandtschaft es erfordert, kann ich mich dazu schon
mal erweichen lassen, zumal eine Hochzeit ja nicht unbedingt was Unangenehmes
ist. Die Temperaturen stiegen mittlerweile in ungeahnte Höhen und
da ich mich mit den katholischen Gepflogenheiten nicht so auskenne,
trug ich einen anständigen Hosenanzug mit langen Ärmeln, wie
sich das für einen Kirchgang gehört. Dachte ich jedenfalls.
Doch was war das denn?? Ausser den Trauzeugen und den älteren Herrschaften,
die sich in Schale geschmissen hatten, waren doch da tatsächlich
eine Menge jüngerer Leute, die sich in kurzen Hosen und knappen
Oberteilen in die Kirche trauten. Offensichtlich findet bei diesem Wetter
auch bei den Katholiken eine Verrohung der Sitten statt. Also war ich
viel zu warm angezogen. Aber in der Kirche war es angenehm kühl,
wer von Euch also schwitzt, sollte es mal mit einer Kirche probieren...
Da der Bräutigam Tenorhorn (was auch immer das sein mag, er spielte ja nicht mit, da er anderes zu tun hatte) in einem Orchester spielt, wurde die kirchliche Feier von seinem Orchester begleitet, was wirklich schön und eindrücklich war. Nur dass die Katholiken ständig aufstehen, hinsitzen oder dann hinknien, dann wieder aufstehen, hinsitzen oder hinknien, werd ich wohl kaum je verstehen, muss denn ein Kirchgang so unbequem sein? Die ganze Gymnastik hat jedenfalls fast zwei Stunden gedauert, wobei ich als Nichtkatholische wenigstens auf das Knien verzichten durfte.
Dann ging es zum Kaffeetrinken, es wurde heisser und heisser und dann zum Haus der Brauteltern, wo gepoltert wurde. Ich kenne das eigentlich in dieser Form nicht, hier wird zwei Tage VOR einer Hochzeit gepoltert, wahrscheinlich um das Ganze etwas zu entstressen. Nicht so im Sauerland, dort wird alles an einem Tage gemacht, wohl um das Durchhaltevermögen aller Beteiligten zu testen. :-)
Es wurde also nicht nur Porzellan zerschlagen, sondern auch etliche Altglasflaschen, damit man den Gang zum Altglascontainer spart. Und dann gab es noch diese Bierabtropfpapierschiessmaschine... also ein geschweisstes Rohr mit Patrone und Zündung und da stopft man diese Papierdinger, die unten um ein Bierglas gemacht werden (wie heissen die Dinger nur?) rein und schiesst sie in die Gegend. Es waren wohl ca. einige tausend Stück, die auf diese Weise abgeschossen wurden. Am Ende war die Strasse und sämtliche Häuser und Gärten in der näheren Umgebung mit diesen weissen Dingern übersät.
Danach ging es dann zur eigentlichen Feier, mittlerweile hatte auch ich mich umgezogen, da es bei diesen Temperaturen wohl wirklich nicht nötig war, sich mehr als nötig zu bedecken. An die 200 Personen heizten den Saal schön auf und wer jetzt noch fror, war selbst schuld. Die Temperaturen waren wohl auch am Abend dort noch über 30°. Frische Luft zu schnappen, ging auch nicht, denn es gab keine frische Luft draussen. Nur der Fast-Vollmond schien so schön...
Zu später
Stunde gingen wir dann ins Hotel, schliesslich dachten wir, am Sonntag
dann ausschlafen zu können. Nur war es im Zimmer mittlerweile sooo
heiss, dass daran nicht zu denken war. Ich tränkte das Hotelhandtuch
mit Wasser, wickelte es mir um die Füsse und brachte meine Körpertemperatur
um wenige Grade herunter. Schweissgebadet wachten wir um 7.00 Uhr pünktlich
mit dem Kirchgeläute, wie sich das in einer katholischen Gegend
gehört, wieder auf. Nachdem das Gebimmel endlich zu Ende war und
ich nochmal einschlief, klingelte um 8.00 Uhr das Zimmertelefon. "Ist
da Zimmer 14?" "NEIN; hier ist Zimmer 4!" "Oh, Entschuldigung!"
Damit war es aber nicht zu Ende, die gute Frau rief nämlich noch
dreimal falsch an....
Die zweite Nacht am beschaulichen Marktplatz war vorbei.
So, nun hab ich auch mal über die Hitze gejammert und es ist genug der lustigen Erzählerei :-) Ich freue mich auf eine kühle norddeutsche Nacht bei 12° bis 14° und hoffentlich himmlischer Ruhe. Obs wohl gelingen wird?
12.8.2003 Abkühlung
Wie schön, dass ich Euch mit meinem Beitrag über meine Erlebnisse am Wochenende so erheitern konnte.... frage mich nur, wieso eigentlich keiner Mitleid mit mir hatte. Naja, Schadenfreude ist halt die grösste Freude, gell? *fg*.
"Trixie", die Hündin, war irgendwie beleidigt, weil wir sie zu Hause gelassen hatten. Den ganzen Sonntagabend war sie muffelig und erst, als "Ben", ihr Sohnemann, auch wieder eingetroffen war, stieg ihre Stimmung. Und "Sokki", der Kater, ist schon wieder verschwunden. Pünktlich seit Freitag abend wurde er nicht mehr gesichtet. Immer wenn wir mal wegfahren, zieht er aus, das nervt mich langsam. Offensichtlich dürfen wir nicht mehr wegfahren. Dabei hat er durchaus Gesellschaft hier auf dem Hof, unsere Nachbarn füttern ihn und die Weidenachbarin kuschelt ihn immer. Ich frage mich wirklich, wo der immer hingeht, denn unsere weiter entfernteren Nachbarn haben alle selbst Katzen und heissen ihn sicher nicht willkommen. Ich bin gespannt, wann er dieses Mal wieder auftaucht!
Nun aber will ich erstmal eine Freundin aus ihrem Hamburger Behördenbüroschlaf mit dem folgenden Foto wecken. Es wurde von ihr unbemerkt geschossen und sicher fällt sie vom Stuhl, wenn sie heute hier reinguckt *g*:

Für alle anderen noch eine kleine Abkühlung, heute soll es wieder sehr heiss werden:
14.8.2003 Extreme Trockenheit
Guten Tag
zusammen,
ich habe ja versprochen, nicht über die Hitze zu klagen, aber die
Trockenheit wird nun langsam bedenklich. Unser Grundstück ist so
gross, dass es nicht möglich ist, alles zu bewässern. Ausserdem
hat das bei dieser extremen Hitze ohnehin nicht viel Sinn. Also beschränke
ich das auf die wichtigsten Büsche und auf den Nutzgarten. Nun
hab ich mal zwei Fotos gemacht, um mir in der nächsten Regenzeit
in Erinnerung zu rufen, wie trocken es hier sein kann.
Guckt Euch mal an, wie der Holunderbusch am Hühnerstall mittlerweile aussieht:

In der Lüneburger Heide war es das letzte Mal im Jahre 1976 so extrem trocken. Damals brannte die Heide und kam diesem Gehöft hier gefährlich nahe bis auf 4 km Entfernung. Da wir nicht im Dorf leben, sondern in Aussenlage direkt an der Grenze zum Naturschutzgebiet, kann das schon gefährlich werden. Bisher ist noch kein Brand aus dem Naturschutzgebiet gemeldet worden, allerdings fliegen die Brandmeldeflugzeuge pausenlos, schliesslich sind eine Menge Touristen während der Heideblüte unterwegs und man weiss nie, was die so treiben...
Unsere Wiese vorm Haus sieht jetzt so aus:

Und meine wenigen Töpfchen, die dem trockenen Ostwind ausgesetzt waren und ich pausenlos giessen musste, hab ich in eine Ecke gestellt, damit sie weiterhin überleben *g*.
Heute sind "nur" 25°, aber zum Wochenende soll es wieder heisser werden. Na denn, "gut schwitz" weiterhin in alle Himmelsrichtungen......
16.8.2003 Ausgefallener Mittagsschlaf
Guten Tag
in den Samstag,
es hat merklich abgekühlt, Tiere und Menschen geniessen es, aber
von Regen keine Spur. Gestern haben "Gerpla" und "Hásti"
neue Schuhe bekommen und dann bin ich gleich eine Runde geritten. In
der Affenhitze der letzten Zeit hatte das Reiten sehr nachgelassen,
es war halt nur frühmorgens (nicht unbedingt meine Zeit *g*) oder
ganz spät am Abend möglich. Was wir übrigens in der Vollmondnacht
am letzten Dienstag auch ausgenutzt haben. Pferde laufen im Dunkeln
sehr sicher, man kann ihnen völlig vertrauen, ob sie dann besonders
gut gucken können oder es einfach der Instinkt ist, weiss ich nicht.
Das einzige Problem bei einem Nachtritt sind tief hängende Zweige,
die einem unverhofft ins Gesicht schlagen können. Also sollte man
tunlichst nur Wege reiten, die man kennt. Ansonsten sind Vollmondritte
etwas sehr Romantisches, auch wenn es am Dienstag nun ausgerechnet etwas
diesig war.
Wer meine Einträge über die letzten Wochenenden verfolgt hat, der weiss, dass bei meinem Wochenendschlaf irgendwie der Wurm drin ist. Innerhalb der Woche herrscht hier Totenstille und man denkt, man sei allein auf der Welt. An den Wochenenden aber brechen entweder Pferde aus, Kühe brüllen um die Wette, rollige Katzen bringen einen um die Nachtruhe oder überlastete Bauern mähen bis nachts um 2.00 Uhr die Felder. Fährt man dann mal weg, um ausschlafen zu können, ist es nicht viel besser (Eintrag vom 10.8.03).
Auch an diesem Wochenende steht kein guter Stern über mir. Heute abend bin ich zu einer Silberhochzeit geladen und wollte gerade ein Mittagsschläfchen halten. Da fängt doch unser einziger Nachbar an, sein Holz mit der Kreissäge zu zerkleinern *iäääääääääähhh* *iäääääääääähh* *iäääääääääääh*. Also nix ist mit Vorschlafen, dafür klapper ich Euch jetzt aus lauter Verzweiflung was in die Tasten. *g*
Wie sieht eine Silberhochzeit in einem norddeutschen Heidedorf aus? Am eigentlichen Jubeltag wird das Haus von gut meinenden Freunden geschmückt
An diesem
Tag kommt natürlich unangemeldeter lieber Besuch zum Essen und
Trinken.
Wenn man dann noch zu einem späteren Zeitpunkt eine Feier plant
und Gäste einlädt, kann man drauf gefasst sein, dass die nicht
geladenen Dorfbewohner zu einem ungeplanten Zeitpunkt noch einmal einfallen.
Und manch einer lässt es sich nicht nehmen, dazu noch einen Silberhochzeitspolterabend
vor der eigentlichen Feier zu veranstalten. Im Grunde wird also eine
ganze Woche gefeiert. Ob das nun allgemein gültig ist oder nur
bei gewissen Leuten so ausgiebig zu feiern ist, entzieht sich meiner
Kenntnis *hihi*. Nunja, schliesslich ist es heutzutage schon fast ungewöhnlich,
wenn man noch relativ jung und bereits 25 Jahre zum ersten Mal verheiratet
ist - und dann noch augenscheinlich glücklich dazu.
Nun, da ich also keinen Mittagsschlaf halten darf *iiiiiiiiääääääääääh* *iäääääääääh* *iiiiiääääh*, nehme ich an, dass ich morgen so aussehe:
Euch wünsche ich ein schönes Wochenende und einen guten Schlaf!
18.8.2003 Staubwolken und der DAU
Moin, moin!
Wer gedacht hat, ich würde hier Intimitäten über die
Silberhochzeit loswerden, der irrt, hier wird nur Unverfängliches
preisgegeben *g*. Nur so viel: schön wars und vor allem früh
morgens wars, bis wir zum Ende kamen. Einen Heidenlärm haben wir
veranstaltet, und wer von der Dorfbevölkerung NICHT eingeladen
war, wurde um den Schlaf gebracht.
Zur Erholung
wurde gestern ein Heideritt gemacht und es war dermassen trocken, dass
mein armer Hund, der mitgelaufen ist, eine Staublunge bekommen hat.
Bei schnellerer Gangart haben wir kilometerlange Staubwolken hinter
uns hergezogen und es war gut, dass es schon am Abend war, sonst hätten
wir alle Heideradfahrer und Spaziergänger eingenebelt. So musste
nur der arme "Ben" leiden, der sich unterwegs das Essen aus
dem Hals gehustet hat....
Heute nun staubt es weniger, denn es hat ein wenig geregnet, mal was
ganz Neues hier in der Lüneburger Wüste :-)
Ich hatte heute wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Von einer älteren Dame, die seit einigen Jahren schon Texte mit WORD erfasst, sollte ich mir geschäftlich einen Text mailen lassen. Schon vor einigen Tagen rief sie verzweifelt an, weil sie das noch nie getan hat. Eine Mailadresse hat sie aber, eingerichtet von irgendeinem jugendlichen Anverwandten. Also schon am Freitag musste ich mich damit beschäftigen, denn sie war am Telefon der Meinung, wenn sie mir den Text schickt, sei er bei ihr doch WEG ! Wieso weg? Nunja, wenn sie ihn wegschickt, ist er doch weg, ist doch logo.... Wenn man ein Schreibmaschinenpapier in den Umschlag steckt und mit der Post wegschickt, ist es doch auch weg!!?? Nun habe ich ja viel Geduld mit Internetanfängern und mit viel Gehirnschmalz wurde ihr erklärt, wie sie verfahren muss. Heute nun hat sie es geschafft, die Mail mit Anhang an mich zu versenden. Das Worddokument hatte dann den utopischen Namen TBHS.18.03.03 und liess sich natürlich nicht ohne weiteres von mir öffnen. Wieso eigentlich gibt es so viele WORDuser, die auf die Punkte im Dateinnamen nicht verzichten wollen??
Nun sollte
ich das Dokument ja wieder zurückschicken nach einer Veränderung,
also musste SIE es dann auch wieder abspeichern. Aber wie? Meine Erklärungen
von wegen "speichern unter" usw. fielen auf wenig fruchtbaren
Boden *snief*. Bis sie in einem Nebensatz sagte, dass sie ab und zu
Fotos von ihrem Neffen per Mail bekommt. Hoffnung keimte in mir auf
und ich sagte: "Na super, dann können sie doch eine Anlage
öffnen! Ist mit Text nicht anders". Sie daraufhin: "Nein,
das Foto ist immer sofort zu sehen, wenn ich die Mail öffne".
Ohaaa.... "Na gut, aber Sie wollen die Fotos doch sicher behalten
und speichern sie irgendwie ab?? Wie machen Sie denn das?" Darauf
die gute Frau: "Also ich gehe auf 'löschen' und dann liegt
die Mail unter 'gelöschte Mails' und da ist doch das Bild dann".
Hääää??? Ja, und dann? "Sicher löschen
Sie doch ab und zu auch mal die gelöschten Mails?" Sie: "Ja,
schon, dann suche ich mir die aus, die ich gar nicht mehr brauche und
die, die ich noch haben will, die lasse ich im gelöschten Ordner.
Da kann ich die Mails mit den Fotos doch immer wieder begucken".
*kreisch*
Also ich meine, man sollte nicht nur einen Hundeführerschein einführen, sondern auch einen Internetführerschein, das ist doch auch schon fast gefährlich, was manche Leute mit ihrem PC machen *fg*.
Ich denke nicht, dass ich Angst haben müsste, dass sie hier reinguckt und liest, was ich von mir gebe. Um eine Internetseite aufzurufen, muss man ja schliesslich auch wissen, wo man die Adresse dafür hinschreibt, gell. Und das ist ja nun wirklich nicht einfach *ironischguck*.
Und in unserem Verband für die Gallowayzüchter haben wir einen Einführungskurs für Internetuser angeboten und von 600 Mitgliedern haben sich 5 angemeldet. Also fällt der Kurs aus. Ich nehme an, alle anderen 595 sind schon so fit, dass sie solche Dinge wie die von mir beschriebene Dame nicht machen würden *hähähä*. Macht aber nix, wieder ein Wochenende mehr, wo ich ausschlafen kann, das freut mich :-)
19.8.2003 Brief an einen Ehemann *g*
Mein lieber
Ehemann,
während Du im fernen Hamburg weilst und es vorziehst, die Gräser
und die vollwertigen Hundeflocken für unsere kostspieligen Hobbys
zu verdienen, muss Deine geplagte Ehefrau sich mit sabbernden Pferdezungen,
glotzenden Kuhaugen, dickschlappohrigen Hunden, gequälten Kaninchen
(das Kaninchen, dem ich gestern die Krallen gestutzt habe, lebt noch),
Bestimmungen von ekligen Engerlingen (es IST die Larve eines Nashornkäfers)
und Fliegen in der Küche (habe gerade wieder 12 Stück getötet)
herumquälen.
Dein Pferd "Hásti" ist stinkesauer mit mir, kannst froh sein, dass Du nicht dabei warst. Als der Tierarzt kam, wurde zuerst geimpft und dann sagte ich ihm, er solle die Zähne von "Hásti" angucken, weil der immer so komisch sabbert. Dazu musste ich "Hásti" in die dunkelste Ecke des Stalles bugsieren mit dem Hintern zur Wand. Dann zog der Tierarzt ihm die Zunge raus und guckte mit der Taschenlampe ins Maul. Alle hinteren Backenzähne waren viel zu lang und nicht nur ein sogenannter Zahnhaken sollte ab (wie es meistens der Fall ist), sondern die ganze Länge hatte es nötig, geraspelt zu werden. Er guckte mich fragend an und sagte: "Sollen wir es gleich machen?" Ich sagte: "Natürlich!". Ich wusste, dass eine sogenannte Standnarkose üblich ist, aber direkt war ich bei so einem Unterfangen noch nie dabei. Also holte er erstmal seine Utensilien, die Spritze für die Narkose, den Maulsperrer, die Kopflampe, ein ominöses Ding, was aussah wie ein Hocker für Jäger und einen noch ominöseren Koffer. Dann verlangte er noch einen Eimer Wasser...
Nach der Narkosespritze dauerte es nur eine Minute und "Hásti" begann im Stehen zu schlafen. Der ominöse Hocker wurde auf Pferdehöhe nach oben gefahren, ich fragte den Tierarzt, ob er gedenke, dabei zu sitzen, aber weit gefehlt: Es war die Stütze für den Kopf, der auf dieses Ding gelegt wurde. Dann kam die eiserne Maulsperre dran, die das Pferd zwingt, das Maul offenzuhalten. Und dann folgte erstmal eine Einführung für mich in das Innenleben des Pferdemauls, weil ich selbst mal fühlen sollte. Wusstest Du schon, dass man den Arm bis zum Ellenbogen in ein Pferdemaul stecken kann, bis man die hinteren Backenzähne ertastet? Die Zunge, die mich mittlerweile mehr an einen Putzlappen als an eine Zunge erinnerte, war ca. 40 cm nach draussen gezogen und der Tierarzt hielt sie fest, damit ich besser gucken konnte. Nachdem ich genug geguckt hatte und mich gefragt habe, wieso "Hásti" sich eigentlich nicht übergibt (WIR täten das sicher), kam der ominöse Koffer in Aktion, der eine Flex enthielt. Ich sollte mich neben das Pferd stellen, den Kopf mit abstützen und die Zunge festhalten. Der Tierarzt führte dieses ewig lange Mordinstrument ins Maul und stellte an. Da flog das Abgeraspelte wie Sägespäne durch die Gegend und der Eimer Wasser.. wozu war der denn da??? Da hielt er ab und zu die Flex rein zum Abkühlen, sie dampfte nämlich schon fleissig vor sich hin. Und das Pferd stand brav und hatte die Augen halb geschlossen. Nur Mühe hatte ich, den riesigen Waschlappen immer zur Seite zu halten. Erst die eine, dann die andere Seite und dann sollte ich wieder gucken, ob es recht sei so. Woher soll ich das denn wissen? Er sagte, manche Pferdebesitzer wüssten das halt besser als er, drum würde er immer kontrollieren lassen.
Gott, war ich froh, als das fertig war, das Flexen allein hat wohl sicher eine halbe Stunde gedauert.
Dann habe ich den Tierarzt noch gebeten, sich "Trixies" Ohr anzugucken, immerhin haben nun schon drei Leute (einschliesslich DIR) behauptet, sie habe ein dickes Ohr. Ich allerdings konnte das noch nicht feststellen, wie Du weisst! Der Tierarzt hat gesagt, sie habe doch sowieso sehr fleischige Behänge (was soll das denn heissen, sollen wir die Schlappohren unseres Hundes aufessen?) und da sei nix dick. Auf ihre kleine Verletzung am Ohr soll ich Penatencreme draufmachen und die Leute nicht so viel an ihrem Ohr rumfummeln lassen. *g*
"Hásti", das geplagte Pferd, war immer noch am Schlafen und er sollte auch zwei Stunden lang nichts fressen. Also blieb er eingesperrt und als ich nach zwei Stunden hinkam, war er wieder wach und ich liess beide Pferde gemeinsam auf die Wiese. Da ich aber das Bedürfnis hatte, heute eine genauere Kontrolle des Pferdes zu haben, habe ich sie nach weiteren zwei Stunden wieder reinholen wollen. Und "Hásti" ist nicht gekommen!! Er liess sich von mir aus der hintersten Ecke abholen und gedachte auch nicht, schneller zu gehen als eine Schnecke. Er ist ausgesprochen beleidigt. Hoffentlich hat er keinen seelischen Schaden erlitten. Damit kannst Du Dich dann herumärgern *lol*.
Da ich ja die ganze Zeit die Zunge festhalten musste, konnte ich natürlich kein Foto machen. Ich habe aber hinterher eines gemacht, jetzt sieht Dein Pferd jedenfalls so aus, Du wirst es kaum wiedererkennen:

21.8.2003 Wie es dem Pferdchen geht...
Wie schön, dass Ihr Euch über meine Einträge so amüsiert *g*. Allerdings müsst Ihr mir nachsehen, dass ich nicht täglich meine Erlebnisse in so lustige Beschreibungen verpacken kann. Schliesslich gibt es auch Tage, wo man einfach nur so vor sich hin lebt ohne besondere Vorkommnisse. Immer solche Aufregungen wie Montag und Dienstag sind auch nicht gesund, gell.
Ich wurde also gefragt, wie es Hásti geht (betr. Eintrag vom 19.8.). Eigentlich ganz gut, nur dass er jetzt immer so ein spitzes Mäulchen macht:
Ach nein, im Ernst, bevor ich das Foto gemacht habe, hatte er eine saure Gurke gegessen *lol*.
Sagt mal,
Ihr seid mir noch eine Antwort schuldig: In meinem Eintrag vom 10.8.
über die "heissen Tage in Brilon" habe ich gefragt, wie
die weissen Dinger heissen, die man unten um ein Pilsglas macht, damit
der Schaum schon vor dem Bierdeckel aufgefangen wird und man auf dem
Tisch nicht so rumsuddelt. Eine Antwort immerhin habe ich bekommen und
zwar "Bierfilz". Nur: DAS STIMMT NICHT ! Ich habe nämlich
in der google geguckelt und da steht, dass früher der Bierdeckel
"Bierfilz" hiess, weil das eben ein Filz war, den man da drunter
legte, bevor die Pappdicker von heute aufkamen.
Ich allerdings sprach von einem anderen Bierzubehör, von dem ich
bis heute nicht weiss, wie das heisst. Kann mich da mal jemand aufklären?
So, das wars erstmal aus der 20° warmen, bewölkten Nordheide.
22.8.2003 Störung in der Morgenruhe und ein leeres Storchennest
Manchmal
passieren hier die merkwürdigsten Dinge, bevor man überhaupt
wach ist. Wie kommts?
Das Dorf, zu dem wir gehören, ist seit einigen Monaten eine einzige
Baustelle, denn es wird an einen Abwasserkanal angeschlossen. Das gab
im Vorfeld viel Ärger, denn einige Bewohner haben vor wenigen Jahren
für viel Geld eine biologische Kläranlage für ihre Häuser
bauen lassen und werden jetzt gezwungen, für weiteres vieles Geld
sich an die öffentliche Abwasserversorgung anschliessen zu lassen.
Wir selbst haben damit keine Probleme, denn wir wohnen ausserhalb des
Dorfes und werden ohnehin nicht angeschlossen.
Heute morgen nun klingelt um 7.00 Uhr ein Mann hier an der Tür und sagt, dass um 7.15 Uhr wegen der Bauarbeiten das Wasser abgestellt wird. Ohaaa, raus aus dem Bett und schnell überlegt, ob man einige Eimer Wasser füllt, fürs Klo oder zum Kochen oder sonst? Das Gehirn muss schon in aller Herrgottsfrühe auf Hochtouren laufen *g*. Nach hektischen 10 Minuten fällt uns beiden ein, dass wir ausschliesslich einen 70 Meter tiefen eigenen Brunnen haben und auch gar nicht an der öffentlichen Wasserversorgung hängen. Der gute Mann hat das natürlich nicht gewusst, aber wir hätten es eigentlich gleich wissen können *g*. Nunja, zum Wiederhinlegen war es dann zu spät *gähn*.
Und nun möchte ich mich für dieses Jahr hier von http://www.storchennest.de verabschieden - die meist angeklickteste Webcamera in Deutschland, auf der ich und auch viele von Euch, liebe Leser und Leserinnen, mindestens 1x täglich geguckt haben, um die Aufzucht von "Rotbein" und "Weissfeder" zu verfolgen. Seit vorgestern ist das Nest endgültig leer:

Die beiden bereiten sich auf ihren Abflug nach Afrika vor und nur die Eltern schauen ab und zu noch ins Nest.
Traurig zu Beginn der Aufzuchtphase, denn von vier geschlüpften Küken haben es nur diese beiden geschafft. Das Futter hat eben nur für zwei gereicht. Und das Gesetz der Natur war wieder mal stärker, weil wir den Lebensraum nicht bieten können, den die Störche benötigen.
Interessant, wie schnell die beiden immer grösser und grösser wurden, das Geschrei und Geraufe, wenn die Eltern das Futter brachten. Und dann die letzten beiden Wochen, als sie mit ihren Flugübungen begannen. Hoffen wir gemeinsam, dass sie es schaffen und wir irgendwann wieder von ihnen hören, dem Sender, dem Naturschutzbund und Envia-Tel sei Dank.
Da das Nest nun leer ist, habe ich es heute zum letzten Mal besucht und wünsche den beiden eine gute Reise. Und vor allem hoffe ich, dass die Eltern im nächsten Jahr wiederkommen und uns wieder so interessante Beobachtungen bieten.
23.8.2003 Biergläser und anderes :-)
Hach, wenigstens
einer von Euch hat des Rätsels Lösung gefunden und ich kann
nun wieder ruhig schlafen.
Ich wollte wissen, wie das Ding heisst, dass man unten um ein Pilsglas
macht, um den eventuell überschäumenden Schaum aufzufangen.
Einer meiner Leser, der wohl besonders wenig zu tun hat, mailte während
seiner Arbeitszeit *fg* eine Brauerei an und stellte diese Frage. Die
Antwort der Holsten-Brauerei war: "Tropfdeckchen". Im ersten
Moment hab ich gedacht, die spinnen wohl und haben sich einen Spass
gemacht :-). Wer fragt denn sowas schon ernsthaft? (Ausser mir natürlich
*g*) Wenn Ihr nun allerdings unter "Tropfdeckchen" in der
Google guckt, werdet Ihr sehen, dass das stimmt! Denn dort findet man
dann all die Grosshändler, die z.B. 1000 Tropfdeckchen für
ca. 5 EUR anbieten.
Alle anderen Vorschläge waren schlicht und ergreifend FALSCH !
Ich frage mich nur, ob die in der Schweiz nun "Tropfdecklis" heissen? Immerhin habe ich einige Schweizer Leser/innen und dies muss nun unbedingt noch geklärt werden.
Wer nicht weiss, von was für einem Unsinn ich hier rede, für den habe ich noch ein Bild eines Tropfdeckchens gefunden:

Und das folgende Pferd braucht ganz sicher keine Tropfdeckchen. Immerhin soll ich in meinem Tagebuch was über Tiere und Natur schreiben und nicht über Bier, also zeig ich Euch das noch. Wahrscheinlich hat es übermorgen einen Zahnarzttermin, wenn es sich heute schon betrinken muss:

26.8.2003 Ein neuer Schaukasten für den NABU
Ihr wisst
ja längst, dass ich auch beim Naturschutzbund unserer Gemeinde
tätig bin. Unter anderem habe ich dort die Obhut über einen
Schaukasten. An der gleichen Stelle präsentieren sich auch die
anderen Vereine. Ich also habe seit nunmehr 12 Jahren die ehrenvolle
Aufgabe, diesen Schaukasten mit mehr oder weniger intelligenten Beiträgen
und Bildern (die natürlich ausschliesslich den Naturschutz betreffen
*g*) zu bestücken. Das tat ich die ersten Jahre auch mit Begeisterung.
Der Schaukasten ist bzw. war aus Holz, wie sich das für eine Naturschutzgruppe
gehört. Die anderen Vereine haben natürlich Aluminiumkästen
mit Tafeln, auf die man mit Magneten irgendwelche Sachen heftet. Nun
hat aber Holz die unangenehme Eigenschaft, zu verwittern oder morsch
zu werden und streichen muss man es auch noch, wenn es draussen in der
Gegend steht. In den 12 Jahren wurde er 1x gestrichen, immerhin. Natürlich
nicht von mir, es gibt ja noch andere Leute in unserer Gruppe. Aber
1x streichen in 12 Jahren ist nicht allzuviel, zumal das Holz nicht
das Beste war.
In den letzten beiden Jahren hat der Kasten jedenfalls einen sehr "alternativen"
(jedenfalls was Otto Normalverbraucher so unter alternativ versteht...)
Eindruck gemacht. Nicht nur war er mittlerweile sehr unansehnlich, sondern
jedes Mal, wenn ich den Schlüssel umdrehte, fiel mir die Tür
entgegen. Auch war das Holz an der Oberkante mittlerweile auseinandergegangen,
das Wasser drang ein und meine Pappen, die ich mit Stecknadeln oder
anderen Pins befestigte, waren nach kürzester Zeit mit Wasser voll
gesogen. Ausserdem nisteten mittlerweile immer wieder Spinnen und anderes
Getier darin. Das passt zwar zum Naturschutz, ist aber nicht besonders
hübsch anzusehen. Schon im letzten Jahr sagte ich also im Vorstand,
da müsse was Neues her. Aber wie das so ist in einem Verein: Gut
Ding will Weil haben. Also musste ich mich erstmal weiter ärgern.
Dieses Jahr im Frühjahr fuhr ich schwere Geschütze auf. Ich bekam gesagt, das würde aber nicht gut aussehen, was ich da reingehängt hätte. Darauf sagte ich, ich würde da überhaupt gar nix Neues mehr reinhängen, bevor ich nicht einen neuen Kasten hätte. Da bekam ich den Auftrag, mich schlau zu machen, was so was kostet. Dank meiner Nachforschungen fand ich ziemlich schnell heraus, dass ein Holzkasten in dieser Grösse nicht unter 1000 EUR zu haben ist. Kein Wunder, dass alle Vereine Aluminiumkästen haben. Darauf folgten heftige Diskussionen, ob wir als Naturschutzgruppe einen Kasten aus Aluminium haben wollen. Immerhin repräsentiert sowas den Naturschutz nicht optimal. Aber was solls, solange keiner putzen und streichen will, will ich doch lieber den bequemeren Weg gehen, gell. Ich will Euch mit den darauf folgenden Diskussionen verschonen, Vereinsarbeit ist immer schwierig, aber da ich einfach nix Neues reinhängte und auch keiner sonst es machen wollte (na sowas *hihi*), bekam ich vom Restvorstand den Auftrag, einen Aluminiumschaukasten zu kaufen. Das tat ich auch, nach langen Recherchen, natürlich übers Internet.
Nun ist es aber nicht damit getan, einen Kasten zu besorgen. Der will nämlich einzementiert werden und auch noch mit den anderen Kästen, die da stehen, ein vernünftiges Ensemble bilden. Es gibt sogar Gemeinden, die schreiben vor, wie so ein Kasten auszusehen hat, damit es einheitlich ist. Zum Glück nicht bei uns. Also wollten Herr H. und Herr K. sich um die Aufstellung kümmern. Uiiiii, wo doch Herr H. so einer ist, der alles wuschdiwusch macht. Und Herr K. hatte ohnehin nicht viel Lust. Panik machte sich in mir breit, ich selbst bin schliesslich eine schwache Frau *fg*, handwerklich völlig unbegabt, aber meine Vorstellungen hatte ich schon, wie das auszusehen hat..... Ich bat also meinen Liebsten, sich doch bitte darum zu kümmern und dies gemeinsam mit Herrn H. zu machen. Weiss ich doch, dass er dem schon auf die Finger gucken würde :-)
Dennoch: nicht nur Zement musste besorgt werden, sondern auch ein Eimer, ein Grabespaten, eine Wasserwaage, eine Heckenschere und und und... Zudem war der neue Kasten bereits mit Füssen versehen und von daher so gross, dass er nur mit Anhänger transportiert werden konnte.
Also los ging es.... erstmal begann Herr H. in rasender Geschwindigkeit die Hecken rings um die Kästen zu schneiden, damit man überhaupt an den Boden herankam. Na toll, wenn man mitten im Dorf einen Kahlschlag veranstaltet, gibts einen Volksauflauf.
Als die beiden dann den alten Kasten anfassten, brach das eine Bein ab. Und dann war Herr H. der Meinung, wenn man denn den alten Kasten ausbuddelt und den neuen mit den Ständern reinsteckt, ist alles paletti. Bevor mein Liebster ihn bremsen konnte, hatte Herr H. die alten Löcher erweitert. Jedoch hat der neue Kasten ein anders Format. Uiiiihh, also musste erstmal neu angepasst werden. Und siehe da: zwei neue Löcher mussten her. Der Eimer, den wir zum Zementmischen mitgebracht hatten, erwies sich als überflüssig, denn der Helfershelfer hatte bereits den Zement und das Wasser auf den Gehsteig gekippt, um ihn dort anzumischen. Anschliessend hat er bei der benachbarten Tankstelle einen Schrubber besorgt, um den Bürgersteig wieder zu reinigen. Und dann kostete es viel Überzeugungsarbeit, dass man die Wasserwaage ansetzen muss, um mit den anderen Kästen auf einer Ebene zu sein. Wozu braucht es denn eine Wasserwaage, wenn man seine Augen hat? Ist das denn so wichtig??? Jaaaaaa, das ist wichtig, denn ich habe keine Lust, jedes Mal einen windschiefen Kasten anzugucken.
So, und nach 1,5 Stunden stand der Kasten, Herr H. fand ihn zu klein, mein Liebster war fertig mit den Nerven und ich überglücklich. Isser nicht hübsch?

30.8.2003 Geburtstagsvorbereitungen
Ich weiss, ich weiss, habe Euch vernachlässigt. Für morgen haben wir uns in den Kopf gesetzt, anlässlich eines 53jährigen Geburtstages einen Brunch für 23 Personen zu veranstalten und wie jeder von Euch selbst weiss, kann man sich mit sowas tagelang beschäftigen. Zumal wir ein 2-Personen-Haushalt sind und noch nicht mal genug Geschirr haben für so einen "Event" *g*. Also musste alles besorgt oder eingekauft werden. Ausserdem laden wir selten Gäste ein (mir ist das viel zu anstrengend) und wenn wir es dann mal tun, wollen wir alles selbst machen und unsere Gäste möglichst mit unseren eigenen Produkten beglücken. Die Hälfte ist jetzt fertig (und ich mit den Nerven ebenso). Und gerade stellen wir fest, dass wir eine Speisekarte nicht für 23, sondern für 53 Personen ausgedacht haben. Wo das heute noch hinführen soll, weiss ich auch nicht. Drum hab ich mir erstmal ein Päuschen am PC verdient, gell? Wollt Ihr die Speisekarte mal sehen??
1. "Gallowaykötel" - Frikadellen biologisch gehaltener eigener Rindviecher
2. Zucchinikuchen - Zucchini aus dem eigenen Garten mit viel fremdem Zucker, also süss!!
3. Bohnen-Kartoffelsalat - Mit Eiern und Tomaten alles aus dem eigenen Garten und Hühnerstall
4. Niedersächsischer Apfelkuchen - Äpfel aus dem Alten Land
5. Käseplatte - Käse von EDEKA in Hanstedt
6. Weizen-Rindfleischsalat - mit Steakfleisch von biologisch gehaltenen eigenen Rindviechern
7. Griechische Kartoffelcreme - mit Kartoffeln aus eigenem Anbau
8. Hackfleischbraten - Hackfleisch von biologisch gehaltenen eigenen Rindviechern, eingepackt mit Weinblättern aus dem Glas und Gemüse von hier und da
9. Blätterteigschafskäse - Blätterteig aus der Tiefkühltruhe und Schafskäse von Edeka
10. Avocado-Selleriecreme
11. Griechischer Salat
12. Schafskäsesalat
13. Tzatziki
alles natürlich selbst gemacht und dann noch:
14. Mousse au Chocolat - Fertigcreme aus der Metro Gastspende
15. 1 Kuchen - Gastspende
16. Kräuterbutter - Gastspende
Und nicht zu vergessen die 40 Brötchen und 3 Baguette, die ich für morgen bestellt habe.
Wahrscheinlich denkt Ihr jetzt, wir sind übergeschnappt, aber das macht nix, das denken wir nämlich langsam selbst. Gut ist nur, dass wir wahrscheinlich im September nichts mehr einkaufen müssen - natürlich auch keine Getränke, davon haben wir nämlich auch genug *lol*.
Und sonst? Sonst hält der Herbst langsam Einzug, die Herbstzeitlosen beginnen zu blühen und die ersten Pilze hab ich heute morgen beim Spaziergang gesehen. Der Winter kommt - wie immer - ganz sicher. Hier zur Einstimmung auf den Herbst noch ein gespendetes Foto von Freunden hier aus dem Dorfe, die das vor einigen Tagen an der Elbe von hier Richtung Hamburg fotografiert haben. Ein sehr stimmungsvolles Bild, wie ich finde:

Hey, Ihr beiden Fotografen, als Dank für das Foto bekommt Ihr morgen ein Glas Sekt (aber sonst nix!!!!). Und Ihr anderen, kommt Ihr auch??? Es sieht so aus, als wäre genug Essen da :-)
So, und nun geh ich dahin, wo ich hingehöre am heutigen Tage, nämlich in die Küche.
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