Tagebuch vom 1.12.2003 bis 31.12.2003

1. Advent

Mit dem folgenden Bild möchte ich Euch mal langsam in die Weihnachtszeit einstimmen und einen frohen 1. Advent wünschen:

Ich war die letzten Tage viel unterwegs, da ich in dieser dunklen Jahreszeit meine "Kulturtage" habe. Das ging los mit dem Kinofilm "Findet Nemo" (von dem ich begeistert bin), ging über eine Kinderaufführung von "Hilfe, die Herdmanns kommen" (um mich auf die Weihnachtszeit einzustimmen, hat nämlich mit einem lustigen Krippenspiel zu tun) und endete mit einer Comedyaufführung von Hamburger Künstlern in einem Hamburger Theater. Das hatte zur Folge, dass die letzten Nächte kurz waren, vor allem die vergangene, ich hab nämlich nur 5 Stunden geschlafen *gähn*. Aber ausschlafen iss nich.... denn hier ist die Hölle los. Wieder einmal sind die Pferde vom "Traberkönig Charles Grendel" ausgebrochen und bei unseren Pferden eingebrochen. Das bedeutet, dass nicht nur unser Holzzaun, sondern auch unser Elektrozaun hin ist. Da es vergebliche Mühe ist, sich dort zu beschweren (das haben wir nun schon einige Male hinter uns), haben wir dieses Mal die Polizei gerufen und Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt. Obs viel nutzt, weiss ich nicht, aber vielleicht bekommen wir wenigstens Geld für den Zaun. Und vielleicht unternimmt dieser Grendel mal etwas, um seine Angestellten "auf den Pott zu setzen". Er selbst lebt nicht hier, hat nur das Gestüt mit seinen Angestellten, die entweder aus Polen oder aus Finnland sind und immer achselzuckend antworten: "Wir nix verstehn, wir Ausländer" oder "Wir nix wissen, wir nur angestellt".

Jedenfalls wird der frühe Sonntag mit Zaunreparatur verbracht und dann muss ich noch Päckchen packen für eine Weihnachtsfeier später am Tage. Hat irgendjemand was von "besinnlichem 1. Advent" gesagt?? Ich glaub, ich hör nicht recht.....

Ansonsten ist das Wetter warm und schön und von einer Winterlandschaft, wie sie gestern in Appenzell von der lieben Thecla fotografiert wurde, sind wir in Norddeutschland weit entfernt:


1.12.2003 Ein Gedicht zum 1. Dezember und Weihnachtskamele

Guten Morgen! Da ich gestern schon mit einem weihnachtlichen Bildchen begonnen habe, will ich in der Vorweihnachtszeit täglich für Euch ein Bild und/oder ein Gedicht bringen. Also sozusagen sowas wie ein Adventskalender, könnt also täglich reingucken, aber nicht zuuuu früh *g*.

Für die Nikolauswoche zur Einstimmung die "traurige Geschichte vom Nikoläuschen" von Christel Süssmann:

Am Sechsten kam zu uns ins Haus
der gute alte Nikolaus
und brachte für das kleine Kläuschen
ein rotbemütztes Nikoläuschen
und noch zehn bunte Zuckersterne.
Klaus mocht' den Nikolaus sehr gerne
und stellte ihn, dass er nicht friere,
gerade vor die Ofentüre.
"Hier", dacht' er, "hat's mein Niklas fein!
Hier wird er sehr zufrieden sein!"
Dann ging er seine Sterne essen,
der Nikolaus war schnell vergessen...
Was glaubt Ihr wohl, was nun geschah?
Bald stand nur noch die Hülle da,
und aus dem bunten Nikolaus
floss dicke braune Sosse raus.
Die Hitze, die bekam ihm nicht,
sie schmolz ihm Körper und Gesicht.
Da schwamm er nun - ohjemine -
in einem Schokoladensee!


Das war das Gedicht zum heutigen 1. Dezember und hier nun die Kamele, die schon bereit stehen für die Nachweihnachtszeit:


2.12.2003 Ein Gedicht für Hans zum 2. Dezember.... ?

Dass ich heute so spät bin, liegt nicht daran, dass ich bis eben geschlafen habe, sondern mein PC wollte nicht, wie ich wollte! Stellt Euch mal vor, da fährt er hoch und man ruft das Internet auf und dann fragt er nach den Interneteinstellungen, wonach er natürlich nicht zu fragen hat, weil die doch ewig gespeichert sind. Also hab ichs nochmal probiert und nochmal probiert und nochmal probiert. Und dann musste ich den Aktenordner suchen, wo der Vertrag drin ist, wo die ganzen Zugangsdaten stehen. Und dann soll man in aller Herrgottsfrühe wissen, welches die Anschlussnummer und welches die Buchungsnummer und welches die Anschlusskennung und wie der Mitbenutzer ist und das persönliche Kennwort und überhaupt. Mein Gehirn ist völlig überfordert. Aber nun bin ich ja "drin", also heute ein besinnliches Gedicht fürs 2. Türchen von Christian Morgenstern. Wobei ich mich frage, ob heute nicht eigentlich das 3. Türchen dran ist, weil doch am Sonntag bereits der 1. Advent war *verwirrtguck*:


In einem leeren Haselstrauch
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht.
So warm wie der Hans hat's niemand nicht.
Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.


3.12.2003 Etwas Nachdenkliches von Ursel Scheffler:

Grüner Kranz mit roten Kerzen,
Lichterglanz in allen Herzen,
Weihnachtslieder, Plätzchenduft,
Zimt und Sterne in der Luft.
Garten trägt sein Winterkleid,
wer hat noch für etwas Zeit?
Leute packen, basteln, laufen,
grübeln, suchen, rennen, kaufen,
kochen, backen, braten, waschen,
rätseln, wispern, flüstern, naschen,
schreiben Briefe, Wünsche, Karten,
was sie auch von Dir erwarten.
Doch wozu denn hetzen, eilen,
schöner ist es zu verweilen,
und vor allem dran zu denken,
sich ein Päckchen "Zeit" zu schenken.
und bitte lasst noch etwas Raum
für das Christkind unterm Baum!


4.12.2003 Schafe in der Adventszeit

Die meisten von Euch kennen mich ja mehr oder weniger gut und wissen, dass sie auf meiner Seite vergeblich Texte wie "Macht hoch die Tür, die Tor...." suchen werden. Immer aber lustige, nachdenkliche oder besinnliche Texte, die irgendwie mit Weihnachten zu tun haben in dieser dunklen Jahreszeit (*gähn*). Kennt Ihr eigentlich die anderen Strophen von "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt?" (von Frederik Vahle) Ich kannte sie bis gestern nicht und möchte Euch an deren tieferer Bedeutung teilhaben lassen:

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei,
dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.

Advent, Advent,
ein Lämmlein rennt.
Erst eins, dann zwei,
dann drei, dann vier,
dann läuft die ganze Herde,
dann wackelt diese Erde.

Der Schäfer und sein Schäferhund
die stehen da mit off'nem Mund.
Der Schäfer staunt,
der Hund der bellt
zur Weihnacht
unterm Sternenzelt.


5.12.2003 Die Weihnachtsmaus

 

Heute ein langes Gedicht von James Krüss über die Weihnachtsmaus, er möge mir verzeihen, dass ich es ein klein wenig abgeändert habe, ob's jemand überhaupt merkt?


Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(Sogar für die Gelehrten)
Denn einmal nur im ganzen Jahr
Entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen oder Rattengift
Kann man die Maus nicht fangen
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
Noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
Den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus,
Kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
(das Magda gut verborgen)
Mit einem Mal das Beste weg
Am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
Die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
Das Marzipan von Gerda..
Was seltsam und erstaunlich war,
Denn niemand fand es wieda. *oha*

Die Silvia rief rundheraus:
Ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
Die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
Ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
Nebst anderen leckren Dingen.

Die Heidi sagte rundheraus:
Ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Und Jens und Hans und der Papa,
Die riefen: Welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da,
Und just am Feiertage!

Nur Karin sprach kein Klagewort,
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süssigkeiten fort,
Ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: die Maus bleibt weg,
Sobald der Baum geleert war,
Sobald das letzte Festgebäck
Gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus –
bei Ingrid oder Lieschen –
Da gäb‘ es keine Weihnachtsmaus,
Dann zweifle ich ein bisschen.

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte Euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
Bleibt jedem überlassen!


6.12.2003 Zum Nikolaustag!

Für den Nikolaustag am 6.12. habe ich einen besonderen Leckerbissen. Für dieses folgende Flash braucht man kein Programmiererdiplom, sondern: Zeichentalent, einen Scanner, Phantasie, Humor, ein Mikrofon und das Programm, um Flashs herzustellen. Nicht zu vergessen die Zeit, um so etwas zu basteln.
Ausser dem Humor hab ich nix von diesen Dingen, dafür hat Hans alles :-) Vielen Dank für dieses Wunderwerk an Dich und viel Spass allen anderen - Ihr müsst die Lautsprecher aufdrehen und ein wenig Geduld haben, erst recht bei langsamem Modem, aber es lohnt sich *g*.


7.12.2003 Nachdenkliches zum 2. Advent

Heute zum 2. Advent gibts zur Abwechslung mal was Nachdenkliches, den Weihnachtswunsch eines Kindes von Helmut Zöpfl. Wünsche, die auch wir Erwachsene untereinander und nicht nur Kindern gegenüber beherzigen sollten:

Ich wünsche mir einen langen Tag
ganz ohne alle Uhren
und auch Erwachsene, die nicht
stets auf Termine luren.
Ich wünsch mir Papa mit viel Zeit
für mich und meine Fragen
und dass Erwachsene nicht so oft
nur jammern oder klagen.
Ich wünsch mir, dass man mich mal fragt,
warum ich manchmal weine.
Ich wünsch mir, dass man mir mal sagt:
"Ich mag Dich, meine Kleine!"
Ich wünsch mir, dass man nicht stets mahnt,
"Nicht jetzt, denk doch an später!"
Ich wünsch mir, dass ich "ich" sein darf
und nicht ein "man" und "jeder".
Ich wünsch mir Lehrer mit Humor
und solche, die gern lachen.
Dass ich nicht nur gescheit sein muss,
mal träumen darf im Wachen.
Frohe Gesichter um mich rum,

die nicht im Alter rosten.
Bekomm die Wünsche ich erfüllt?
Wohl kaum, weil sie nichts kosten.

Hiermit wünsche ich Euch einen schönen Adventssonntag, in der Nordheide ist es kalt geworden und es verspricht ein strahlend klarer Wintertag zu werden.


8.12.2003 Rudolph, das rotbenaste Rentier

Heute, zu Beginn der 2. Adventswoche, möchte ich etwas zu Eurer Bildung beitragen und erzähle Euch die Geschichte von Rudolph, dem Rentier, die Roland Spiess aufgeschrieben hat:

Hoch oben im Norden, wo die Nächte dunkler und länger und der Schnee viel weisser ist als in unseren Breitengraden, sind die Rentiere beheimatet. In jedem Jahr geht der Weihnachtsmann dort auf die Suche nach den stärksten und schnellsten Tieren, um seinen gewaltigen Schlitten durch die Luft zu befördern. In dieser Gegend lebte eine Rentierfamilie mit ihren fünf Kindern. Das Jüngste hörte auf den Namen Rudolph und war ein besonders lebhaftes und neugieriges Kind, das seine Nase in allerlei Dinge steckte. Tja, und diese Nase hatte es wirklich in sich. Immer, wenn das kleine Rentier-Herz vor Aufregung ein bisschen schneller klopfte, leuchtete sie so rot wie die glühende Sonne kurz vor dem Untergang.

Egal, ob er sich freute oder zornig war, Rudolphs Nase glühte in voller Pracht. Seine Eltern und Geschwister hatten ihren Spass an der roten Nase, aber schon im Rentierkindergarten wurde sie zum Gespött der vierbeinigen Racker. "Das ist der Rudolph mit der roten Nase", riefen sie und tanzten um ihn herum, während sie mit ihren kleinen Hufen auf ihn zeigten. Und dann erst in der Rentierschule! Die Rentier-Kinder hänselten ihn wo sie nur konnten.
Mit allen Mitteln versuchte Rudolph seine Nase zu verbergen, indem er sie mit schwarzer Farbe übermalte. Spielte er mit den anderen Verstecken, freute er sich, dass er diesmal nicht entdeckt worden war. Und im gleichen Moment begann seine Nase so zu glühen, dass die Farbe abblätterte.
Ein anderes Mal stülpte er sich eine schwarze Gummikappe darüber. Nicht nur, dass er durch den Mund atmen musste. Als er auch noch zu sprechen begann, klang es als sässe eine Wäscheklammer auf seiner Nase. Seine Mitschüler hielten sich die Rentier-Bäuche vor Lachen, aber Rudolph lief nach Hause und weinte bitterlich. "Nie wieder werde ich mit diesen Blödhufen spielen", rief er unter Tränen, und die Worte seiner Eltern und Geschwister konnten ihn dabei nur wenig trösten.


Die Tage wurden kürzer und wie in jedem Jahr kündigte sich der Besuch des Weihnachtsmannes an. In allen Rentier-Haushalten wurden die jungen und kräftigen Burschen herausgeputzt. Ihre Felle wurden so lange gestriegelt und gebürstet bis sie kupfernfarben schimmerten, die Geweihe mit Schnee geputzt bis sie im fahlen Licht des nordischen Winters glänzten. Und dann war es endlich soweit. Auf einem riesigen Platz standen Dutzende von Rentieren, die ungeduldig und nervös mit den Hufen scharrten und schaurig-schöne Rufe ausstiessen, um die Mitbewerber zu beeindrucken. Unter ihnen war auch Rudolph, an Grösse und Kraft den anderen Bewerbern zumeist deutlich überlegen. Pünktlich zur festgelegten Zeit landete der Weihnachtsmann aus dem nahegelegenen Weihnachtsdorf, seiner Heimat, mit seinem Schlitten, der diesmal nur von Donner, dem getreuen Leittier gezogen wurde. Leichter Schnee hatte eingesetzt und der wallende rote Mantel war mit weissen Tupfern übersät. Santa Claus machte sich sofort an die Arbeit, indem er jedes Tier in Augenschein nahm. Immer wieder brummelte er einige Worte in seinen langen weißen Bart.

Rudolph kam es wie eine Ewigkeit vor. Als die Reihe endlich bei ihm angelangt war, glühte seine Nase vor Aufregung fast so hell wie die Sonne. Santa Claus trat auf ihn zu, lächelte freundlich und – schüttelte den Kopf. "Du bist gross und kräftig. Und ein hübscher Bursche dazu", sprach er, "aber leider kann ich Dich nicht gebrauchen. Die Kinder würden erschrecken, wenn sie dich sähen." Rudolphs Trauer kannte keine Grenzen. So schnell er konnte, lief er hinaus in den Wald und stampfte brüllend und weinend durch den tiefen Schnee.
Die Geräusche und das weithin sichtbare rote Licht lockten eine Elfe an. Vorsichtig näherte sie sich, legte ihre Hand auf seine Schulter und fragte : "Was ist mit dir?"
"Schau nur, wie meine Nase leuchtet. Keiner braucht ein Rentier mit einer roten Nase!" antwortete Rudolph.
"Das kenne ich", sprach die Elfe, "ich würde gerne im Weihnachtsdorf mit den anderen Elfen arbeiten. Aber immer, wenn ich aufgeregt bin, beginnen meine Ohren zu wackeln. Und wackelnde Ohren mag Santa Claus nicht."
Rudolph blickte auf, wischte sich mit den Hufen die Tränen aus den Augen und sah eine bildhübsche Elfe, deren Ohren im Rhythmus eines Vogelschlags hin und her wackelten.

"Mein Name ist Herbie", sagte sie schüchtern. Und während sie sich so in die Augen sahen, der eine mit einer leuchtend roten Nase, die andere mit rhythmisch wackelnden Ohren, prusteten sie urplötzlich los und lachten bis ihnen die Bäuche weh taten.
An diesem Tag schlossen sie Freundschaft, schwatzten bis in die Nacht und kehrten erst am frühen Morgen heim.
Mit Riesenschritten ging die Zeit auf Weihnachten zu. Herbie und Rudolph trafen sich in dieser Zeit viele Male im Wald. Alle waren mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest so beschäftigt, dass sie nicht bemerkten, wie sich das Wetter von Tag zu Tag verschlechterte.
Am Vorabend des Weihnachtstages übergab die Wetterfee Santa Claus den Wetterbericht. Mit sorgenvoller Miene blickte er zum Himmel und seufzte resigniert: "Wenn ich morgen anspanne, kann ich vom Kutschbock aus noch nicht einmal die Rentiere sehen. Wie soll ich da den Weg zu den Kindern finden?"


In dieser Nacht fand Santa Claus keinen Schlaf. Immer wieder grübelte er über einen Ausweg nach. Schliesslich zog er Mantel, Stiefel und Mütze an, spannte Donner vor seinen Schlitten und machte sich auf den Weg zur Erde. "Vielleicht finde ich dort eine Lösung", dachte er. Während seines Fluges begann es in dichten Flocken zu schneien. So dicht, dass Santa Claus kaum etwas sehen konnte.
Lediglich ein rotes Licht unter ihm leuchtete so hell, dass ihm der Schnee wie eine riesige Menge Erdbeereis vorkam. Santa Claus liebte Erdbeereis. "Hallo", rief er, "was hast du für eine hübsche und wundervolle Nase! Du bist genau der, den ich brauche. Was hältst du davon, wenn du am Weihnachtstag vor meinem Schlitten herläufst und mir so den Weg zu den Kindern zeigst?"
Als Rudolph die Worte des Weihnachtsmannes hörte, fiel ihm vor Schreck der Tannenbaum zu Boden und seine Nase glühte so heftig wie noch nie in seinem Leben. Vor lauter Freude fehlten ihm die Worte. Erst langsam fand er seine Fassung wieder.
"Natürlich furchtbar gerne. Ich freu’ mich riesig." Doch plötzlich wurde er sehr traurig. "Aber wie finde ich den Weg zurück zum Weihnachtsdorf, wenn es so dicht schneit?" Im gleichen Moment, in dem er die Worte aussprach, kam ihm eine Idee.
"Bin gleich wieder da", rief er, während er schon in schnellem Galopp auf dem Weg in den Wald war und einen verdutzten Santa Claus zurückließ. Wenige Minuten später kehrten ein Rentier mit einer glühenden Nase und eine Elfe mit wackelnden Ohren aus dem Wald zurück. "Sie wird uns führen, Santa Claus", sagte Rudolph voller Stolz und zeigte auf Herbie. "Mit ihren Ohren hält sie uns den Schnee vom Leibe. Und sie kennt den Weg." "Das ist eine prachtvolle Idee", dröhnte Santa Claus. "Aber jetzt muss ich zurück. Auf morgen dann."

Und so geschah es, dass Santa Claus am Weihnachtstag von einem Rentier mit einer roten Nase und einer Elfe mit wackelnden Ohren begleitet wurde.
Rudolph wurde für seine treuen Dienste am nächsten Tag von allen Rentieren begeistert gefeiert. Den ganzen Tag tanzten sie auf dem großen Marktplatz und sangen dazu: "Rudolph mit der roten Nase, du wirst in die Geschichte eingehen."
Und es muss jemanden gegeben haben, der Santa Claus und seine beiden Helfer beobachtet hat. Sonst gäbe es sie heute nicht, die Geschichte von Rudolph mit der roten Nase.


9.12.2003 Vollmond im Dezember

Also das Internet bildet ungemein, jedenfalls mich :-) Da habe ich immer gedacht, ich hätte einen stinknormalen Käsefonduetopf und ein gusseisernes Gestell dazu und nun erfahre ich durch meine Schweizer Internetfreunde, dass ich einen "Qaquelon" und ein "Rechaud" besitze. Das erstere ist nämlich der Topf und das zweitere das gusseiserne Gestell.

Und seit neuestem besitze ich noch eine Schabzigermühle, die ist grün und hat einen roten Deckel. Was es damit auf sich hat, werde ich Euch noch berichten.... vielleicht, weil bisher weiss ich es selbst noch nicht *g*.

Achso, Ihr wartet auf ein Adventsgedicht? Naja, heute nacht war Vollmond und mir ist eher nach einem Vollmondgedicht von Maria Riedl, also los gehts:

Heute bist du rund und hell
darum erblick' ich dich ganz schnell
beleuchtest mich bis zu den Füssen
mit deinem Licht, dem süssen.

Ich bin beschwingt und froh und
frage mich, was ist der Grund.
So hat das Mondlicht mich beschenkt
und mein Geschick mit Glück gelenkt.


 

10.12.2003 Weihnachtsgedichte aus deutschsprachigen Landen :-)

Hallo in die Nacht zum 10. Dezember 2003. Vorhin am Abend sind zwei unserer diesjährigen Kälber ausgebrochen. Das war nicht weiter schlimm, da sie sich nur auf der Nachbarwiese herumtrieben und ich habe sie relativ schnell wieder – trotz Dunkelheit, aber bei strahlendem Vollmond – zu ihren Mamas treiben können. Aber irgendetwas scheint mit dem Zaun nicht in Ordnung zu sein und das muss natürlich morgen von uns in aller Frühe gerichtet werden, da wir beide dann zur Arbeit müssen. Also mache ich heute schon mal das Türchen vom 10. für Euch auf:

Genauso multikulturell wie dieses Foto ist heute mein Beitrag, ich habe nämlich drei Gedichte für Euch.
Zuerst eines aus Hamburg, trotz heutiger politischer Verwirrungen kann man dort auch Adventsgedichte aufsagen *g*:

O Dannenboom, o Dannenboom,
wo trö sünd diene Bläder!
Du grönst nich blot, wenn grönt de Klee,
du grönst ok twüschen Ies un Snee.
O Dannenboom, o Dannenboom,
wo trö sünd diene Bläder!

O Dannenboom, o Dannenboom,
ick mag so geern di lieden.
As ick noch weer ’ne lütte Kroet
Un von di plückte gollne Noet!

Und nun ein Zürcher Adventsgedicht:

Mis Hüüsli stoht im Tannewald,
zmitzt im verschneite Gländ,
nur Tierli chömed dra verbi,
wenn's öppis z'Frässe wänd.
De Schmutzli und de Samichlaus
füllet jede Tag ufs neu
s'Fuetterchrippli hinterm Huus
mit feinem, frischem Heu.
Min Esel, d'Reh und d'Hirsche
frässed gärn dervo
und was derbi uf d'Erde fallt,
das isch für d'Häsli do.
Jetz müemer aber pressiere,
es bliibt eus nümm viel Ziit,
de Wäg iä Stube vo de Chind
isch streng und ziemli wiit.
Mir händ die warme Stiefel a
und chnöpfet d'Mäntel zue.
Chumm, Schmutzli, gäll mir zwe
händ hütt no sehr viil z'tue.

Und nun eines aus Berlin:

Weihnacht will es wieder werden hier herunten auf der Erden.
Und man sieht die Leute loofen, weil se wild Jeschenke koofen.
Lachs und Kaviar und noch Sekt, Jänse ooch, weil det jut schmeckt.
Appelsinen, Feinjemüse, Nüsse, Feijen alle diese Dinge sagen so die Leute,
braucht zum Weihnachtsfest man heute.
Ach, nu hätt ick bald vajessen, ooch Schokolade will man fressen
und Fondant und Lebekuchen soll man nich vajebens suchen.
Und es klingeln mit Frohlocken, Ladenkass und Kirchejlocken,
und jeschwächt vom Einkaufsjagen hört man dann die Leute sajen:
Nächstes Jahr zur Weihnachtsfeier machen wir es schlicht nich teuer.
Um dann wieder, siehe oben, vor dem Feste loszutoben.


11.12. 2003 Der Weihnachtsmann bleibt wie er ist

Wen das folgende Gedicht von Britta Gless betrifft, das wisst Ihr selbst!

Ein Engel sprach zum Weihnachtsmann:
"Jetzt sieh dich mal im Spiegel an!
Kugelrund, das ist dein Bauch,
'n Doppelkinn, das hast du auch!
Das ist nicht "In" in dieser Zeit,
man trägt die Bäuche nicht mehr breit."
Der Weihnachtsmann im Stillen denkt,
der Bauch ja wirklich etwas hängt,
durch 'nen Kamin rutscht es sich schwer
darum muss Abhilfe schnell her.
Er stellt sich vor, wenn er da klemmt
So im Kamin, der Bauch, der hemmt.
Also setzt er sich auf Diät,
und hofft, dass es ist nicht zu spät.
Er hungert, fastet, Tag für Tag,
Er joggt jetzt auch, was für 'ne Plag'
Es sieht auch reichlich albern aus
Wie er da durch die Wolken saust.

Ein paar Wochen geht das so,
doch ist der Weihnachtsmann nicht froh,
die Pfunde purzeln zwar ganz gut,
doch ist ihm schlechtgelaunt zumut,
denn Keksduft zieht jetzt durch die Luft
ein wirklich angenehmer Duft.
Er schimpft und zetert wie er kann,
der Engel denkt: 'oh wei, oh Mann,
er wird zwar schlank, doch ganz mies drauf!'
Und wütend er die Haare rauft,
weil er dem Weihnachtsmann gesagt,
dass dicke Bäuche nicht gefragt.
Er grübelt Stunden hin und her
Wie allen denn zu helfen wär,
da plötzlich kommt ihm in den Sinn
wie er bekommt die Wende hin.
Er lädt den Weihnachtsmann dann ein
Bei 'nem Besuch dabei zu sein.

Zu 'nem Museum sie gehen dann
Wo viele Bilder an der Wand
's ist auch eins von Rubens da
mit runden Frauen hier und da.

Der Engel sprach: "Ist das nicht schön?
So ganz gemütlich anzusehen?
Wer legt denn fest, was g'rad schön ist?
Denn was man heute findet Mist,
das war vor Jahren wunderschön
kann man doch hier ganz deutlich seh'n.
Drum mache das, was DIR gut tut
Damit du gutgelaunt zumut."
Der Weihnachtsmann steht sinnend da
Und denkt sich, ja, das ist wohl wahr!
Zu sehr die Kekse lieb ich wohl
Viel mehr als diesen Sauerkohl!'
Und er beschließt, dass ihm gefällt
Was ein and'rer für 'ne Wampe hält.
Und gut gelaunt, wie jedes Jahr

Der Weihnachtsmann dann wieder war.
Und wenn wir dann ganz ehrlich sind,
so weiss doch wirklich jedes Kind
Zum Weihnachtsmann gehört Bauch und Bart.
Er käm uns fremd vor, wär' er zart.


12.12.2003 Ein bitterböses Adventsgedicht

Das "Türchen" für den 12.: Heute mal ein Gedicht, das vielleicht viele von Euch kennen, aber dennoch gut in meine Reihe der etwas weniger heiligen Gedichte passt.
"Advent" von Loriot:

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weisser Zipfel.

Und dort vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.

So kam sie mit sich überein:
am Niklasabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.

Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süss im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muss die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.

Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen,
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
(was der Gemahl bisher vermied) -,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt zum Schluss - es geht auf vier
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!

"He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:

"Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent!


13.12.2003 Der Weihnachtsmann fliegt, aber der Nikolaus nicht!

Nikolaus versus Weihnachtsmann
Kurz gesagt ist Nikolaus ein Heiliger, der damals als Bischof in Kleinasien lebte. Er spendete Hilfe an Kinder und Hilfsbedürftige. Der Weihnachtsmann dagegen ist eine Märchenfigur, die mit einem Rentier-Schlitten durch die Luft fliegt. Der Nikolaus hat mit dem Weihnachtsmann eigentlich nichts zu tun.
Bis um das Jahr 1800 war der Nikolaustag vielerorts der Hauptbeschertag für die Kinder. Erst später wurde der Nikolaus vom Christkind und Weihnachtsmann (=Werbegag von Coca-Cola) mehr und mehr aus seiner Rolle als Gabenbringer verdrängt.

Von wo kommt der Nikolaus eigentlich?
In Deutschland, England oder in den USA schauen die Kinder nach einem Mann, der mit einem großen Schlitten unterwegs ist. Niederländische Kinder sehen aufs Meer: Mitte November dampft "Sinterklaas" auf einem Schiff aus Spanien ein und bringt Geschenke für den "Pakjesavond", den Paketabend, am 5. Dezember. Seine Ankunft wird live im Fernsehen übertragen und hat Einschaltquoten wie ein Fußball-Länderspiel.
In Skandinavien richten sich die sehnsüchtigen Blicke in den Himmel: Im hohen Norden wissen alle Kinder, daß der Weihnachtsmann auf einem Rentier-Schlitten durch die Luft geflogen kommt. Ganz und gar uneinig darüber sind sie sich aber über die Heimat des "Nikolaus". Die Dänen sind ganz sicher, daß der "Julemand" im ewigen Eis von Grönland wohnt. Die Finnen wissen, daß die Heimatstadt von "Joulupukki" in Korvatunturi in Lappland liegt.
Die amerikanischen Kinder kennen sogar den Namen des vierbeinige Gefährten von "Santa Claus": Das Lied vom Rentier "Rudolph Rotnase" ist ein Klassiker - von New York bis Hawaii.

Terminplan des Gabenbringers
Nikolaustag ist am 6. Dezember.
Gefeiert wird dieser mit dem Brauch, seine Stiefel mit Heu und Karotten zu füllen (für das Pferd von Nikolaus) und sie dann vor die Tür zu stellen. Als Dank bekommt man dann etwas Leckeres in Form von Obst, Nüssen oder Süssigkeiten. In den Niederlanden wird sogar am Vorabend (5. Dezember) das "heilige Abendlein" gefeiert mit Geschenken und Gedichten.
In Russland müssen sich die Kinder sogar bis zur Silvesternacht gedulden. Dann kommt Ded Moros (Väterchen Frost) - der östliche Bruder des Weihnachtsmannes - zusammen mit seiner Enkelin Snegurotschka, dem Schneemädchen, und bringt Geschenke. Das eigentliche Weihnachtsfest feiern die orthodoxen Christen in Russland allerdings erst in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar.

Wie Nikolaus aussieht
Obwohl er nachts kommt und ihn eigentlich nie jemand zu sehen bekommt, wissen die Kinder ganz genau wie er aussieht. Er trägt einen weissen Rauschebart, einen langen roten Mantel und einen dicken Sack mit Geschenken über der Schulter. Früher waren da Apfel, Nuss und Mandelkern drin. Damit lassen sich die Kinder heute nicht mehr gerne abspeisen. Dass der Nikolaus als Bischof im kirchlichen Ornat
mit Mitra, Bischofsstab und goldenem Buch kommt, ist in Deutschland und vielen anderen Ländern in den letzten Jahrzehnten immer mehr in Vergessenheit geraten. In den Niederlanden dagegen wird Nikolaus immer noch als Bischof dargestellt, der mit seinem Schimmel über den Dächern reitet.
Besonders in Japan wären Kinder über diesen alten Brauch enttäuscht. In diesem nichtchristlichen Land ist die Weihnachtszeit vor allem eine Zeit des Kaufens. Der Weihnachtsmann darf hier auch ruhig weiblich sein. In Nippons Konsumtempeln posieren gertenschlanke Japanerinnen in roten Miniröcken und engen "Santa-Claus"-Jäckchen, um die Kunden so richtig in "Kurisumasu"-Stimmung zu bringen.

Woher das Rot des Mantels kommt
Nikolaus lebte Anfang des 4. Jahrhunderts und war Bischof von Myra in Kleinasien (das heutige Demre in der Türkei). Viel mehr ist historisch nicht belegbar, doch erzählen alle Legenden von seinem sehr tatkräftigen und teilweise auch kämpferischen Einsatz für Hilfsbedürftige.
Seit der Aufklärung, stärker im 19. Jahrhundert, wurde Nikolaus oft als Erziehungsinstrument eingesetzt. Auch aus reformatorischer Kritik an der katholischen Heiligenverehrung heraus entstand etwa zur gleichen Zeit die Vorstellung vom Weihnachtsmann, der - im Unterschied zur Mitra des Bischofs - mit einer Zipfelmütze dargestellt wird.
Wer sich fragt, woher die rote Farbe des Mantels kommt, mag sich zum einen erinnern an den roten Bischofsmantel. Zum anderen braucht man sich nur eine Coca-Cola-Dose anzuschauen. Diesem Konzern ist es gelungen, das Bild vom Weihnachtsmann zu prägen, indem man schon vor Jahrzehnten einen Mitarbeiter als Weihnachtsmann in Coca-Cola-Farben verkleidete.


14.12.2003 Zum 3. Advent!

Eine Kerze:

und noch eine Kerze: und hier die dritte Kerze: :-) und ein Gedicht:


15.12.2003 Der Bratapfel

Es zieht gerade ein Unwetter herauf, meine einzige einsame Lichterkette im Fliederbusch vor dem Fenster schwankt bedrohlich hin und her, der Hagel knallt gegen die Scheiben und ich sehe zu, dass ich hier fertig werde, bevor die vorausgesagte Sturmflut meinen PC hinwegschwemmt!

Heute mal ein Gedicht über den Bratapfel, dichterisch besonders wertvoll *g*:

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie's knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel,
der Kapfel, der gelbrote Apfel.
Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!
Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken,
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.


16.12.2003 Der Tannenbaum

Nun, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, die weihnachtliche Tannenbaumgefühle aufkommen lassen, wollen wir mal literarisch besonders wertvoll Georg Scheurlin das Wort erteilen:

Der Tannenbaum steht schweigend
Einsam auf grauer Höh';
Der Knabe schaukelt im Nachen
Entlang dem blauen See.
Tief in sich selbst versunken
Die Tanne steht und sinnt,
Der Knabe kos't der Welle,
Die schäumend vorüberrinnt.
"Du Tannenbaum dort oben,
Du alter finstrer Gesell,
Was schaust du stets so trübe
Auf mich zu dieser Stell'?"
Da rühret er mit Trauern
Der dunklen Zweige Saum,
Und spricht in leisen Schauern,
Der alte Tannenbaum:
"Dass schon die Axt mich suchet
Zu Deinem Totenschrein,
Das macht mich stets so trübe,
Gedenk' ich Knabe, dein".

Tjaaaa, so ist das mit den Tannenbäumen.... Wir wollen aber nicht trübsinnig werden angesichts dieses Tannenbaumelends, sondern uns anderen Möglichkeiten zuwenden, wie wir den Weihnachtsabend ohne Tannenbaum verbringen können. Da hätten wir z.B . diese Möglichkeit:

oder diese: Diese ist auch spannend:

Wenn Ihr allerdings trotz allem eine grüne Tanne schmücken wollt:

könnte dieses passieren:

 


17.12.2003 Weihnachten naht

Wir beschäftigen uns heute ziemlich ausführlich mit Lametta, gedichtet von Markus Simon:

Weihnachten naht, das Fest der Feste-
Das Fest der Kinder - Fest der Gäste-
Da geht es vorher hektisch zu.....
Von Früh bis Abend - keine Ruh -
Ein Hetzen, Kaufen, Proben, Messen -
Hat man auch niemanden vergessen...?

So geht es mir - keine Ahnung habend -
Vor ein paar Jahren - Heiligabend -
der zudem noch ein Sonntag war.
Ich sass grad bei der Kinderschar,
da sprach mein Weib: "Tu dich nicht drücken,
Du hast heut noch den Baum zu schmücken!"
Da Einspruch meistens mir nichts nützt,
hab kurz darauf ich schon geschwitzt:
Den Baum gestutzt - gebohrt - gesägt -
und in den Ständer eingelegt.
Dann kamen Kugeln, Kerzen, Sterne,
Krippenfiguren mit Laterne,
Zum Schluss ---- ja Himmelwetta......!
Nirgends fand ich das Lametta!

Es wurde meiner Frau ganz heiss
und stotternd sprach sie: "Ja, ich weiss,
im letzten Jahr war‘s arg verschliessen -
Drum habe ich es weggeschmissen.
Und - in dem Trubel dieser Tage,
bei Arbeit, Müh und Plage -
Vergass ich, Neues zu besorgen!
Ich werde was vom Nachbarn borgen!"

Die Nachbarn - links, rechts, drunter, drüber -
die hatten kein Lametta über!
Da schauten wir uns an verdrossen;
Die Läden sind ja auch geschlossen....

"Hört zu! Wir werden heuer haben
einen Baum -- altdeutscher Stil,
Weil ... mir Lametta nicht gefiel..."
Da gab es Heuler, Schlurzen, Tränen...
und ich gab nach den Schmerzfontänen:
"Hört endlich auf mit dem Gezeta ---
ihr kriegt nen Baum - mit viel Lametta!"

Zwar konnt ich da noch nicht begreifen,
woher ich nehm die Silberstreifen...!
Doch grade, als ich sucht - mein Messa -
da lies ich: "Hengstenberg MILDESSA"..
Es war die Sauerkrautkonserve!
Ich kombinier mit Messers Schärfe:
Hier liegt die Lösung eingebettet,
das Weihnachtsfest, es ist gerettet!!!!

Schnell war der Deckel aufgedreht,
das Kraut gepresst, so gut es geht -
zum Trocknen - einzeln - aufgehängt-
und dann geföhnt, -- doch nicht versengt!!
Die trocknen Streifen, sehr geblichen
mit Silberbronze angestrichen -
Auf beiden Seiten, Silberkleid!
Oh freue Dich, Du Christenheit!

Der Christbaum war einmalig schön,
Wie selten man ihn hatte gesehen!
Zwar rochs süsssauer zur Bescherung,
geruchlich gabs ne Überquerung,
weil mit Benzin ich wusch die Hände,
mit Nitro reinigte die Wände,
dazu noch Räucherkerzen und Myrrhe -
Der Duft die Menge leicht verwirrte!
Und Jemand sprach still, verwundert:
"Hier riechts nach technischem Jahrhundert!"

Ne Woche drauf! .. Ich sass gemütlich
im Sessel, las die Zeitung friedlich,
den Bauch voll Feiertage-Reste --
es war wieder Sonntag - und Sylvester.

Es sprach mein Weib: "Du weisst Bescheid?!
Es kommen heut zur Abendzeit
Schulzes, Lehmanns und Herr Meier
zu unserer Sylvesterfeier..."
Wir werden leben wie die Fürsten --
es gibt Sauerkraut mit Wiener Würsten!!"
Ein Schrei ertönt! Entsetzt sie schaut:
"Am Christbaum hängt mein Sauerkraut!!
Vergessen, Neues zu besorgen!
Ich werde was vom Nachbarn borgen!"
Die Nachbarn links, rechts, drunter, drüber -
die hatten - leider - keines über!
Da schauten wir uns an verdrossen:
Die Läden sind ja auch geschlossen!!

Und so ward wieder ICH der Retter
nahm ab vom Baum das Lametta!
Mit Terpentinöl und Bedacht
hab ich das Silber abgemacht.
Das Kraut dann gründlich durchgewässert,
mit reichlich Essig noch verbessert,
dazu noch Nelken, Pfeffer, Salz
und Curry, Ingwer, Gänseschmalz!
Dann, als das Ganze sich erhitzte -
das Kraut das funkelte und blitzte -
da konnte ich nur nach oben flehen:
Lass diesen Kelch vorübergehen...!

Als später dann das Kraut serviert
ist auch noch folgendes passiert:
Als eine Dame mußte niesen
sah man aus ihrem Näschen spriessen
tausend kleine Silbersterne...
"Machs nochmals, ich sehe das so gerne.."
so rief man ringsum, hocherfreut -
die Dame wusste nicht Bescheid!

Franziska Lehmann sprach zum Franz:
"Dein Goldzahn hat heut Silberglanz!"
Und einer, der da musste mal
der rief: "Ich hab nen Silberstrahl!"
So gabs nach dieser Krautmethode
noch manche nette Episode!

Beim Heimgang sprach ein Gast zu mir:
"Es hat mir gut gefallen hier,
doch wär die Wohnung noch viel netter
hättest du am Weihnachtsbaum Lametta!!!"
Ich konnte da gequält nur lächeln
und mir noch frische Luft zufächeln.
Ich sprach - und klopfte ihm aufs Jäckchen:
"Im nächsten Jahr, da kauf ich 100 Päckchen!!"


18.12.2003 Schabzigerkäse

Heute erzähle ich Euch was vom Schweizer Zigerkäse. Zigerkäse gibt es bereits seit dem 8. Jahrhundert, er kommt aus dem Glarner Land und ist ein Magerkäse von der Kuh, gewürzt mit Salz und Zigerkraut. Das Zigerkraut ist ursprünglich aus dem Orient, wird aber jetzt auch in der Schweiz angebaut. Angeblich nur auf einem Hektar.
http://www.geska.ch/d/index.htm

Wie man den "blauen Hornklee" auf nur einem Hektar anbauen kann und dann Zigerkäse für die ganze Welt herstellen kann, bleibt mir ein Rätsel. Naja, die Schweizer haben noch mehr Geheimnisse, da gibt es nämlich eine Schabzigermühle, mit der kann man diesen Zigerkäse reiben. Wenn man ihn denn überhaupt in diese Mühle reingebracht hat. Weil diese lustige Mühle (mit Smilye vorne drauf) aus einer Feder, einem Deckel für die Feder, einem gelochten Deckel zum eigentlichen Reiben und noch einem Überdeckel besteht. Versucht man zum ersten Mal, eine Schabzigermühle ohne Betriebsanleitung mit einem Schabzigerkäse zu bestücken, so kann einem das ganze Ding um die Ohren fliegen. So ist es mir jedenfalls ergangen. Dann lagen die fünf Bestandteile drei Tage lang in der Küche herum, bis mein technisch hochbegabter Mann die Mühle inklusive Käse zusammengesetzt hatte. Juchhu. Was macht man nun mit diesem Käse? Man kann ihn reiben und aufs Brot streuen oder es gibt halt diverse Rezepte dafür, er schmeckt sehr aromatisch. In dem Rezeptbuch, das beim Käse und der Mühle dabei war (übrigens ein Weihnachtsgeschenk aus der Schweiz für mich) fand ich ein Rezept mit Lachsforellenfilet, gratiniert mit Schabzigerkruste.

Da ich gestern auf dem Markt war, habe ich dort beim Fischmann Lachsforellenfilet gekauft und dieses Rezept gestern abend gemacht. Und nun komme ich zu meiner eigentlichen Erzählung: Das Ganze hat SUPER geschmeckt und zwei Stunden später war mir so schlecht, dass ich dachte, mir dreht sich der Magen rum und die Nacht damit verbracht habe, mich zu fragen, ob ich sie überlebe. Nun seht Ihr ja, dass ich noch da bin und es geht mir auch schon wieder etwas besser. Ob das nun an dem Käse lag oder vielleicht an dem Fisch (???), entzieht sich meiner Kenntnis, aber dem Käse wird auch eine Heilwirkung nachgesagt, er soll nämlich helfen als Abführmittel, zur Schmerzlinderung oder zur Wundheilung. Auch bei Blutarmut, Ohnmachtsanfällen und bei Nasenbluten. Offensichtlich hat sich bei mir die Wirkung ins Gegenteil verkehrt. Es könnte allerdings auch ein versuchter Mordanschlag aus der Schweiz gewesen sein....

All dies ist jedenfalls der Grund, weshalb heute der Adventsbeitrag so spät und so wenig lustig kommt:

Der Dezember (von Erich Kästner)

Das Jahr ward alt. Hat dünne Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.
Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiss liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.
Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, dass man's versteht.
Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus
der goldengrüne Baum.
Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,
wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
und glaubst nicht mehr an ihn.
Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht:
"Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
nur Du kennst Deinen nicht!"


18.12.2003 Knabenchor

Mit meinem letzten Eintrag habe ich Euch anscheinend eine besondere Freude gemacht, sind doch die Zugriffe gestiegen und ich habe eine Menge Beileidsbekundigungen in jeder Form bekommen... :-) Jaja, des einen Leid - des anderen Freud.

Zum 19.12. also wieder mal ein Gedicht über den Heiligen Abend, so wie er in vielen Familien verbracht wird. Mich jedenfalls hat es an meine eigene Kindheit erinnert, auch wenn es damals statt PCs altmodische Musikanlagen und statt Kabelfernsehen nur ARD und ZDF gab.

Silberglanz auf grünem Baum.
Schatten geistern durch den Raum.
Rote Kerzen, warmes Licht,
Kinder sagen ein Gedicht.
Knabenchor singt „Stille Nacht"
Oma weint und Opa lacht,
freut sich auf die neue Pfeife.
Oma kriegt ein Stückchen Seife.
Glanzpapier wird aufgerissen,
Schokolade wird gebissen.
Vater Socken und Krawatte.
Mutter, die die Arbeit hatte,
kriegt 'ne Kette oder Ring.
Junior kriegt so ein Ding
mit Tastatur und Monitor.
Noch immer singt der Knabenchor.

Für das Mädel 'ne CD,
fuffzig Euro fürs Portemonnaie.
Opa sagt: „ja, anno dreissig..."
Vater sagt: „ja, ja, dass weiss ich."
Junior: „Zwanzig Gigabyte!"
Mutter: „Es ist Essenszeit."

Knabenchor ist jetzt zu Ende,
alle falten schnell die Hände :
„Lieber Gott sei unser Gast..."
Gänsebraten - Hafermast.
Opa schneidet alles klein.
Vater holt 'ne Flasche Wein
Opa sagt: „Zur Kaiserszeit..."
Vater sagt: „Ich weiss Bescheid.."
Fernsehn - Bundespräsident.
Oma ist schon eingepennt.
Töchterchen muss noch mal fort.
Vater swicht auf Eurosport
Junior bastelt am PC.
Mutter tun die Füsse weh,
Heiligabend, Nacht der Stille.
Die Familienidylle
wird heute abend nicht gestört.
Weihnachten - wie sich's gehört.


20.12.2003 Tierische Weihnachtsfotos

Heute mal einige tierische Weihnachtsfotos, die zwar nicht von mir sind, aber zumindest hier aus der Gegend :-)

Und dazu ein tierisches Weihnachtsgedicht:

In dem Walde steht ein Baum,
lieblich ist er anzuschaun.
Möhren, Äpfel hängen dran
die gebracht der Weihnachtsmann.
Hat der Tiere Tisch gedeckt
sorgt sich, dass es Jedem schmeckt.
Futter soll für Alle sein,
schmatzend grunzt das wilde Schwein.
Freundlich lächelt Fuchs dem Häschen,
Mäuschen wackelt mit dem Näschen.
In der kargen Winterszeit,
solch ein Mahl die Tiere freut.
"Danke, lieber Weihnachtsmann"
stimmen sie ein Loblied an.
Auch Frau Eule, diese Waise,
krächzt ein "Danke" mit,
ganz leise.


21.12.2003 Besinnliches zum 4. Advent

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen. Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller.
Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es.
Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, liessen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen.
Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? "Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst Du ihm", meinte er anklagend. "Die zweite Familie hatte wenig, und Du liessest die Kuh sterben!"

"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel. "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn Du Vertrauen hast, musst Du Dich bloss darauf verlassen, dass jedes Ereignis zu Deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...

Ich wünsche Euch allen einen schönen 4. Advent!


22.12.2003 Vergängliche Rosinen und Christbäume

Also hier war ein Sturm in der Nacht zum Sonntag und auch noch tagsüber, das kann man kaum beschreiben. Habt Ihr im TV die Fotos von den Menschen gesehen, die im Harz auf allen Vieren kriechen mussten wegen des Sturmes? Verrückt!
Und wir sind bei diesem Wetter mit dem Pferdeanhänger unterwegs gewesen. Zum Glück ohne Pferde, sondern mit fünf Christbäumen.

Wieso fünf? Einer fürs Wohnzimmer, ein zweiter als Ersatz (falls der erste abbrennt), der dritte für den Flur, der vierte für die Küche und der fünfte für die Toilette. Stimmts, Jens?? *kicher*

Naja, Spass beiseite, es war natürlich für 5 Familien und wir zogen mit einer Horde Leute und Sägen bei Sturm und Regen durch eine Christbaumkultur und versuchten uns zu einigen, was man so unter "gerade" und "krumm" oder unter "dicht" und "licht" versteht. Der Weihnachtsmann ist uns dort auch begegnet und wir mussten alle Strophen von "Stille Nacht" singen, zum Glück schon VOR dem Glühwein und nicht hinterher :-)

Bei so vielen Christbäumen, die ich heute gesehen habe, kann ich natürlich nur mit einem diesbezüglichen Gedicht von Heinz Bornemann dienen:

Vergängliches:

Es war einmal eine Rosine
Die zog mit fröhlicher Miene
In den Stollen
Nun ist sie verschollen.

Es waren einmal vier Kerzen
Erfreun im Advent unsere Herzen
Kaum dass sie uns kennen
Schon müssen sie verbrennen.

Es waren einmal drei Saiten
Die das Lied der Gitarre begleiten
Das Lied war beschissen
Da sind sie gerissen.

Es waren einmal drei Farben
Rot, Grün und Blau, die darben
Sie waren aufs mischen ganz heiss
Da wurden sie weiss.

Es war einmal ein Baum
Der hatte einen Traum
Wär gern mal ein Weihnachtsbaum
Als Palme geht das kaum.

Es war einmal ein Mann
Der klebt nen Bart sich an
Stürmt voller Freude dann ins Haus
Doch da war schon ein Nikolaus.

Es war einmal ein Weihnachtsbaum
Der hatte einen schönen Traum
Dass er ewig leben will
Und schon landet er im Müll.


22.12.2003 Engeltransport

Folgendes Foto kommt aus Arosa in der Schweiz, wo die Engel nicht mehr fliegen müssen, sondern sich auf andere Art und Weise fortbewegen:

Und nun das vorletzte Gedicht in diesem Jahr - das Türchen zum 23. Dezember:

Weihnachten im Internet
alle surfen – ohne Brett!
Schicken sich per Mail den Gruss
ist das der Weisheit letzter Schluss?
Ich sause durch die Suchmaschine
tippe Wörter ein mit ernster Miene.
Beim Suchbegriff „der Weihnachtsmann“
zeigt sie gleich tausend Seiten an.
Nun habe ich die Qual der Wahl
und versuch es gleich noch mal
doch wird die Anzahl immer
mehr
erzeugt in mir gleich Gegenwehr.
Da schwirren Engel, Schlitten, Glocken
es blinkt, da bleibt kein Auge trocken
und auch viel Seiten kann man sehn
die versuchen mir was anzudrehn.
Bald kommt nun die Heilige Nacht.
Dann hab ich es zum End' gebracht,
ich brauch nichts mehr zu suchen
und über irgendwelche Seiten fluchen.
Der Adventskalender ist bald voll
ich persönlich find das toll. :-)

Ich danke Euch für Eure "Klicks"
und schliesse nun mit einem "Hicks"
denn Plätzchenduft erfüllt das Zimmer
und ich trink einen Punsch- wie immer.
Doch sucht Ihr schnell noch ein Gedicht
dann ruf ich hier: „Verzaget nicht!
Loggt Euch doch wieder bei mir ein
und lest bei mir - mit Kerzenschein."


24.12.2003 Frohe Weihnachten!

Hallo in die Weihnachtstage, heute werde ich Euch erzählen, wieso keiner mehr vom Christkind spricht, alle Welt redet nur noch vom Weihnachtsmann. Ich habe nun die Erklärung gefunden.. Gerhard Steil hat das Gedicht vom "traurigen Christkind" geschrieben:

Kinder, ich habe das Christkind gesehn.
Ich hörte es weinen und jämmerlich flehn.
Es sass an der Strasse - man sah, dass es litt -
und keiner hielt an und nahm Christkindlein mit.

Doch weil ich im Grunde ein Gentleman bin
begab ich mich hurtig zum Strassenrand hin.
Christkind erstrahlte, in goldenem Licht.
Wenn ich's euch sage, es war ein Gedicht.
Christkind erzählte - ich lauschte gebannt -
und hielt seine kleine und zitternde Hand.

Was Christkind erlebte war traurig genug,
im himmlischen Schlitten bei stürmischem Flug.
Die Fahrt begann ruhig, wie immer bequem.
In all diesen Jahren gab's nie ein Problem.
Sie fühlten sich prima und festlich gestimmt.
Es duftete herrlich nach Tanne und Zimt.
So glitten sie zügig und sicher voran,
bis Mitte der Reise das Unheil begann.

Es schneite unendlich, wie niemals zuvor.
Der Weg war noch weit bis zum weltlichen Tor.
Der Wind wurde stärker, das Atmen fiel schwer.
Sie sahen schon lange die Sterne nicht mehr.
Schneeflocken tanzten und stürmten im Kreis.
Und überall spürten sie Kälte und Eis.
Nikolaus stand wie ein Fels in der Gischt,
allein seine Tiere, sie hörten ihn nicht.

Kaum auf der Erde - man konnte nichts sehn -
blieben sie jählings mit Vollbremsung stehn.
Mitten im tosenden Weihnachtsorkan
standen die Tiere fast quer auf der Bahn.
Pakete und Päckchen, dem Himmel sei Dank,
lagen verschnürt auf der hinteren Bank.
Nur Christkind fiel runter, verlassen vom Glück.
Es blieb in der klirrenden Kälte zurück.
Der Schlitten fuhr weiter im eisigen Wind
und niemand bemerkte das fehlende Kind.

So kam es, dass Christkind am Strassenrand sass
und nichts mehr als sein Hemd und die Schuhe besass...



30.12.2003 Zum Jahresende und zum Jahresanfang

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Weihnachten haben wir mehr oder weniger fröhlich hinter uns gebracht und nun geht es guten Mutes ins Jahr 2004.

Das Wetter in den nächsten Tagen soll (zumindest hier in Norddeutschland) schön, aber kalt und ohne Niederschlag werden. Vielleicht mach ich endlich mal wieder Fotos von meinen Tieren, bei denen es nichts Neues zu vermelden gibt. Höchstens dass die Pferde schon etwas unruhig sind, denn ab und zu knallen die Probesilvesterböller in den Himmel.

Unhemmbar rinnt und reisst der Strom der Zeit,
in dem wir gleich verstreuten Blumen schwimmen,
unhemmbar braust und fegt der Sturm der Zeit,
wir riefen kaum, verweht sind unsre Stimmen.
Ein kurzer Augenaufschlag ist der Mensch,
den ewige Kraft auf ihre Werke tut;
ein Blinzeln - der Geschlechter lange Reihn,
ein Blick - des Erdballs Werden und Verglut.

Christian Morgenstern

Das war die besinnliche Vorschau aufs nächste Jahr, nun kommt die Nachschau zum letzten Jahr :-)

Ich möchte am Ende von diesem Jahr
Für alles danken, was war.
Für's Dasein, all die gemeinsamen Stunden.
Für's Reden und Lachen in fröhlichen Runden.
Für all die Arbeit, wer dazu war bereit.
Für das Geschenk Eurer wertvollen Zeit.
Für das was niemand sieht, nicht nur bei Nacht
Und doch so viel Mühe macht.
Es war eine Zeit mit Pflicht und Kür.
Nun steht ein neues Jahr vor der Tür.
Vor allem Gesundheit, keine Frage.
Das wünsche ich Euch allen... und glückliche Tage.
Ein neues Jahr, das uns Freude macht.
und dass immer einer da ist, der mit mir lacht:


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