Tagebuch vom 1.1.2004 bis 30.3.2004 2.1.2004 Hallo ins Jahr 2004 !
Es gibt nicht allzuviel zu erzählen, hier in der Nordheide ist es kalt, aber kein Niederschlag, so sah es heute morgen gegen halb 9 Uhr hier aus (im Hintergrund zwischen den Bäumen liegt unser Hof):
Die Tiere mögen die trockene Kälte mit ihrem Puschelfell, seht Euch mein Islandpferd "Gerpla" an, wohlgenährt und ungeputzt:
Was lässt ein Mensch wie ich (der eigentlich meint, man soll sich zu Weihnachten mit Liebe, Freundschaft und Frieden zufriedengeben) sich zu Weihnachten schenken? Natürlich eine neue Digitalkamera! Spielzeuge sind immer gut zu Weihnachten, damit kann man sich lange an den Feiertagen beschäftigen *g*. Drum seid Ihr auch zu kurz gekommen, dazu hab ich nämlich seit einigen Wochen ein neues Bildbearbeitungsprogramm und da der Tag nur 24 Stunden hat, war meine Phantasie für dieses Tagebuch leicht eingeschränkt....
Irgendwie bin ich aber noch nicht dazu gekommen, die Kühe damit zu fotografieren, es ist so trübes Wetter hier und ausserdem bis -10°, ich weiss gar nicht, ob der Speicherkarte das so gut gefällt, wenn ich mich stundenlang auf Aussenfotosafari begebe.
Also hab ich im Haus fotografiert, den Tannenbaum von allen Himmelsrichtungen, mich selbst in allen Lebenslagen, aber alles wieder gelöscht *hähä*. Hier hab ich noch meinen Hund Ben, dem immer irgendein Chaos einfällt. Er sammelt unsere Schuhe und alles andere, was hier so rumliegt, schleppt es in sein Körbchen und legt sich dann davor. Mit anderen Worten: diese Unordnung im Hundekorb habe ich nicht selbst veranstaltet!
4.1.2004 Kälberfotos
Tatsächlich habe ich es heute geschafft, drei unserer ca. 9 Monate alten Kälber zu fotografieren, wer weiss, vielleicht ist es der einzige Schnee, den wir in diesem Winter in Norddeutschland haben werden.

9.1.2004 Freunde fürs Leben :-)

15.1.2004 Mahlzeit!

23.1.2004 Gruppenbild

26.1.2004 Ein närrischer Miniumzug
Für alle, die dabei waren und gestern beim nordischen Faslam unser Dorf unsicher gemacht haben, zwei fotografische Leckerbissen:


Heute liegt schon mehr Schnee als gestern, es wird auch hier immer weisser, ich wünsche Euch einen schönen Wochenbeginn!
29.1.2004 Winter in der Nordheide
Endlich ist auch bei uns "richtiger" Schnee, in der kommenden Nacht soll es noch mehr schneien, aber leider dann auch bald wieder tauen. Also musste ich unbedingt mal wenigstens heute beim morgendlichen Spaziergang einige Fotos machen:

"Hásti", eines meiner beiden Islandpferde, hat sich etwas beschneien lassen und den Stall wieder mal ignoriert:
Und so sieht mein Garten heute aus, der in zwei Monaten schon wieder nach Arbeit schreit *g*:
Ihr seht also, Tier und Mensch sind wohlauf und nun werde ich mich nützlicheren Tätigkeiten widmen:
30.1.2004 Schneemonster
Als Ergänzung zu den gestrigen Schneebildern noch drei weitere Fotos, da es mittlerweile noch mehr geschneit hat:

Und hier ein Schneemonster:

3.2.2004 Nicht viel Neues in der Heide
Hallöchen, offensichtlich ist der Frühling eingezogen und dann sind die Fotos meiner Schneemonster nicht mehr ganz so aktuell. Also erzähle ich Euch mal, was hier so los ist:
Kühe
und Kälber und Bullen sind wohlauf, die Kühe werden immer
dicker, ab März kommen die Kälber, dann gibt es sicher wieder
mehr zu lesen hier. Bis dahin fressen sie, was das Zeug hält und
lassen es sich gut gehen.
Ebenso die Pferde, selten bin ich geritten in der letzten Zeit und beim
letzten Ritt war "Gerpla" dermassen lustig, dass ich dachte,
ich hätte einen Feuerstuhl unter mir. Das war am Freitag und es
lag noch Schnee, der aber am wegtauen war. Ständig fiel die Schneelast
von den Bäumen, was sie jedesmal zu einem Hüpfer veranlasste.
Dann begegneten uns Langläufer, sowas hat sie noch nie gesehen
und wollte gleich umkehren. Zu allem Überfluss kam uns noch ein
Auto mit drei Kinderschlitten hintendran entgegen, das gab ihr (und
mir) dann den Rest :-)
Manchmal hat sie solche Tage, vor allem, wenn man sie alleine reitet,
das regt sie immer auf.
Auf einer unserer Weiden - die an einer Strasse liegt - haben wir eine Rehleiche gefunden und den Jäger angerufen, damit er sie "entsorgt". Er hatte aber erst einen Tag später Zeit und bereits nach diesem einen Tag war nur noch das Rückgrat des Rehes übrig. Alles andere war weg und er meinte, die "Krähen und Füchse hätten gute Arbeit geleistet". In dem Zusammenhang hat er uns auch erklärt, wieso unsere Rehgruppe (von der ich Euch öfter berichtet hatte) nicht mehr da ist. Denn das Leittier dieser siebenköpfigen Gruppe wurde auch überfahren und wenn so etwas passiert, fällt die Gruppe auseinander und wandert ab. Ich hatte sie schon seit einigen Wochen bei meinen morgendlichen Spaziergängen nicht mehr gesehen, also hat sich das auch erstmal erledigt. Schade eigentlich.
Ansonsten sind meine Nächte etwas unruhig, denn meine Hündin ist läufig und ich muss sie zwangläufig von "Ben" trennen. In der letzten Nacht musste ich umfangreiche Wanderungen im Haus unternehmen, denn oben hat er gefiept und unten hat er wie ein Wolf geheult. Es sind nur vier Tage, wo das Ganze ein richtiges Problem ist, davon habe ich nun drei rum. Den Rest der Zeit lässt er sich von Antigeruchstabletten, die "Trixie" bekommt, überlisten.
Guckt Euch mal mein neuestes Missgeschick von gestern abend an.... Da mache ich die Schranktür auf, mir fällt der Katzennapf aus dem Schrank direkt auf das Weizenbierglas und das geht nur genau so weit kaputt, wie noch Bier drin ist:

Man soll ja nix verkommen lassen :-)
6.2.2004 Weihnachtsbaumskelett
Hallo zusammen,
für all diejenigen, die nicht geglaubt haben, dass meine Pferde
Weihnachtsbäume fressen, hier zwei Fotos, wie unser Baum nach mittlerweile
6wöchiger Bearbeitung nun ausschaut.
Die Pferde nagen zur Beschäftigung daran herum und eines nicht
mehr allzu fernen Tages wird nur noch der Stamm übrig sein:

8.2.2004
Unser alljährlicher Ausflug nach Verden
Guten Tag
in den Sonntag!
Wetterkapriolen... zwei Tage lang hat es ununterbrochen geregnet, heute
nacht geschneit und jetzt taut alles vor sich hin. Als wir gestern von
Verden/Aller wieder heimkehrten, sahen wir, dass Niedersachsen wieder
mal ziemlich überschwemmt ist.
In Verden fand der alljährliche niedersächsische Fleischrindertag
statt. Wer mein Tagebuch schon im letzten Jahr verfolgt hat, der erinnert
sich vielleicht, dass es letztes Jahr dort ziemlich aufregend war, sowohl
was die Kälte als auch das Hotel betraf. Übrigens kann man
diese alten Einträge alle hier links unter "Archiv" nachlesen.
Unter "Februar" findet Ihr dort den letztjährigen Eintrag.
In diesem Jahr war es weniger spektakulär, wir waren in einem anderen Hotel, in welchem der Komfort dem Preis angemessen war. Alle Glühbirnen funktionierten, das Hotel war ruhig, warm und gemütlich.
Auf dem Fleischrindertag war es voll wie lange nicht mehr, Freitags wurden die Bullen gekört, am Abend fand der Züchterabend in der Auktionshalle mit circa 1.000 Menschen statt. Aus Anlass des 25jährigen Jubiläums gab es Freibier und Freiessen für alle. Nur gut, dass das nur die Insider wussten, es gab keine Eintrittskarten, also hättet Ihr alle kommen können :-) Naja, 1.000 Menschen, die an einem Buffet anstehen, reichen auch schon, um den Abend rumzukriegen.
Am Samstag dann die "Schau der besten niedersächsischen Fleischrinder" und nachmittags Versteigerung mit Preisen von 1.500 bis 3.400 EUR. Eine 15jährige Gallowaykuh, die auf der Schau sich selbst und ihre Nachkommen zeigen sollte, zog es vor, sich im Stall rechtzeitig zu ihren Geburtswehen niederzulegen. Anstatt sich in der Halle zu präsentieren, gebar sie ihr Kalb:


Zuhause ist
nun auch wieder alles beim Alten, meine Hunde habe ich nach meiner 2tägigen
Abwesenheit wieder eingesammelt und "Trixie" ist nicht mehr
läufig. Also kann die nächste Woche in Ruhe und Frieden beginnen...
13.2.2004 Ein wälzendes Pferd und anderes...
Das Wochenende naht und heute war es wieder mal trocken von oben. Also haben wir uns auf die Pferde geschwungen. Bei einem anderthalbstündigen Ritt haben wir einen einzigen Menschen getroffen. Das ist aber nichts Besonderes, denn diese "Menschin" treffe ich eigentlich jedes Mal. Eine Frau, die täglich reitet, weil sie Sportreiterin ist und für sogenannte "Distanzritte" trainiert. Das sind übrigens Ritte über ziemlich lange Strecken, auch "Marathon zu Pferde genannt". Die Königsdisziplin sind die sogenannten Hundertmeiler, also 160 km in höchstens 24 Stunden. Es gab schon Reiter, die diese 160 km in 7 Stunden geschafft haben. Dazu braucht man natürlich nicht nur sehr trainierte Pferde, sondern auch selbst eine sehr trainierte Kondition. Nichts für mich. Und auch nicht für meine Pferde. Die waren nach meinem anderthalbstündigen Ritt schon soooooo fertig und mussten sich vor Erschöpfung erstmal hinschmeissen und wälzen:



Meine Güte, ich hab mich so beeilt, dass ich das aufs Bild bekomme, dass es etwas verwackelt ist. Es ist aber auch eine Kunst, die Digitalkamera auf ein bewegliches Objekt einzustellen, das sich nur einen kurzen Moment bewegt *schnauf*. Naja, irgendwann werde ich es noch lernen :-)
19.2.2004 Biikefeuer an St. Petri
Guten Tag
und auf Wiedersehen.. da hier zu Hause so gar nichts passiert, was ich
ins Tagebuch schreiben könnte, lasse ich mir nun den Wind um die
Nase wehen und fahre einige Tage auf die Insel Amrum in der Nordsee.
Gemeinsam mit mehreren Frauen, ganz ohne Männer und eigene Tiere,
werden wir dort die Insel unsicher machen und das sogenannte "Biikebrennen"
am Samstag, 21. Februar, erleben. Was ist das?
Am Samstag ist der St. Petri Tag, ein klassischer Tag, um den Winter auszutreiben. Dies feiern die Menschen auf den westfriesischen Inseln so:
Hoch aufgerichtete
Reisighaufen lodern auf den Inseln an den Stränden und den Halligen.
Einst verabschiedeten sich hierauf die zum Walfang fortziehenden Seefahrer
von ihren Familien und der Heimat.
Viele Männer in Nordfriesland (um das Jahr 1700 etwa 3.600 Männer)
verdienten damals
den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien mit dem Walfang.
Der Legende nach verabschiedeten sich die nordfriesischen Familien -
Frauen und Kinder - am "Piddersdai" von ihren Männern
mit den Biikefeuern. Die Männer verliessen die Inseln danach auf
kleinen "Schmackschiffen" auf dem Weg nach Hamburg oder zu
den holländischen Hafenstädten, wo die Walfang-Schiffe auf
sie warteten. Noch weit auf See draussen konnten die Männer die
Feuer und damit die Wünsche und Gedanken ihrer zurückgebliebenen
Lieben "sehen". Die Männer kehrten in der Regel erst
zum Spätherbst zurück - oder auch nicht, wie viele beeindruckende
Grabsteine auf Föhr, Amrum und Sylt noch heute zeugen. Ein historischer
Bericht von Pastor Lorenzen zeugt von den Gefühlen der Zurückgebliebenen
im Februar 1749, nachdem die Biike-Feuer auf Nordmarsch heruntergebrannt
waren. "Wie traurig es lässt, wenn alle Mannespersonen von
unserer Insel weggegangen sind. In den ersten Tagen ist alles ganz stille,
man sieht fast niemand auf dem Felde gehen, und es scheint, als ob die
Einwohner fast gänzlich ausgestorben sind. ... "
Der Ursprung
für die Feuer liegt in heidnischer Zeit, als die grossen Feuer
zu Ehren Wotans, dem Gottvater und Hochgott der alten Germanen, und
zur Vertreibung der Dämonen des Winters entzündet wurden.
Heutzutage ist es jedoch die Gelegenheit zum " Klönschnack
" - wie im hohen Norden der Smalltalk genannt wird - um sich mit
guter Laune am Feuer zu treffen und daraufhin am alljährlichen
Grünkohlessen teilhaben zu können.
Diese Tradition erfreut sich jedes Jahr grösserer Beliebtheit und
viele Gäste kommen auf die Insel, um Brauchtum und einige Tage
Winter auf Amrum zu geniessen.
Das Abbrennen der "Biike-Feuer - Frühlingsfeuer" (Sylter
Friesisch "Biike" das "Feuerzeichen") ist seit Generationen
Tradition auf dem Festland und den Inseln an der Nordsee-Küste
von Schleswig-Holstein.
So, nun hab ich genug zu Eurer Bildung beigetragen und mach mich auf die kleine Reise, *winke* und tschühüüüüsssss!
23.2.2004
Winterreise nach Amrum
Vollgetankt
mit frischer Luft bin ich wieder heimgekehrt. Auch meine Kamera ist
voll :-)
Wenn Ihr mehr wissen wollt, guckt hier: http://www.renate-prior.de/html/reisen.htm
Wünsche viel Spass, hoffentlich schläft mir keiner ein:
29.2.2004 Ein Spaziergang ins Radenbachtal
Hallo in den Sonntagabend, nach einem Spaziergang bin ich schon wieder vollgetankt mit frischer Luft und habe einige schöne Fotos für Euch mitgebracht. Erst einmal etwas für die Pferdeliebhaber, die Pferde haben schon Frühlingsgefühle:


Wir haben einen kleinen Heidespaziergang gemacht und sind von Sudermühlen im Radenbachtal entlang Richtung Döhle / Wilsede gelaufen.
Der Radenbach:

Im Radenbachtal werden demnächst auf 160 Hektar Weide-, Wald- und Heideflächen Rinder und Pferde laufen und wie es da nun seit Neuestem aussieht, habe ich für diejenigen, die hier in der Nähe wohnen und zu faul sind, sich das einmal anzusehen (na, Ihr wisst schon, ob IHR gemeint seid *g*), auf Bildern festgehalten.
Um die intakte Natur auf den Flächen hab ich keine Angst, bei genügend Platz werden die Weidetiere nichts kaputt machen. Nur... die Frage ist, ob wir uns nicht unseren gewohnten Anblick von Weite und Einsamkeit zerstören, wenn wir die Heide teilweise dermassen einzäunen?


Zum Glück ist die Heide gross genug, um auch noch Aufnahmen ohne Zäune machen zu können, aber ich bin gespannt, was die Touristen dazu sagen, wenn sie zur Heideblüte wieder hier einfallen...
Unsere Kühe haben sich schon auf ihre zu erwartenden Kälber eingestellt und ihre letztjährigen Sprösslinge abgesetzt. Man sollte immer vermeiden, dass die einjährigen noch an der Mutter trinken, wenn schon die neuen Kälber geboren werden. Deshalb beobachten wir das und wenn die Kühe es nicht selbst tun, dann nehmen wir die Kälber rechtzeitig weg. In diesem Jahr scheinen sich die Kühe aber abgesprochen zu haben und alle ihre letztgeborenen zur Selbständigkeit gezwungen. Das heisst: sie treten sie weg, wenn sie Milch trinken wollen und dann versiegt die Milch. Die Kühe stehen "trocken" (so heisst das im Fachjargon) bis zur kommenden Geburt und sammeln Kräfte für ihren neuen Nachwuchs.
6.3.2004 Heckenanpflanzung
Hallöchen
ins Wochenende, es schneit so leise vor sich, aber dennoch waren wir
heute fleissig, wir haben nämlich eine ca. 200 Meter lange Hecke
gepflanzt.
Da wir dem Ökolandbau angeschlossen sind, war vor einigen Wochen
eine Frau vom "Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen"
bei uns. Diese Stelle berät ökologisch arbeitende Landwirte
und regte an, an einem ziemlich öden Graben bei uns eine Hecke
zu pflanzen.
So sah es dort aus:

Alle anderen Flächen, die wir bewirtschaften, befand sie für vorbildlich. Also wurde alles angekurbelt, die Hecke bestellt und gestern abgeholt und heute gepflanzt. Bezahlt wurde die Hecke von der Umweltstiftung der BINGO Lotterie (gibts immer Sonntag nachmittags im NDR-Fernsehen). Geholfen haben uns bei der Heckenpflanzung an die 10 Leute aus unserem Dorf - und natürlich die Hunde:
Nun muss sie nur noch ordentlich wachsen...
Und unser ehemaliger Christbaum, der immer noch im Auslauf der Pferde liegt, sieht mittlerweile so aus:
Beim gestrigen Spaziergang hab ich Euch noch fotografiert, dass räuberische Menschen einfach alles gebrauchen können und einem armen Strassenbaum, der im letzten Jahr gepflanzt wurde, seine Stützen geklaut haben:
Nun hängen nur noch die Anbindeseile in der Gegend...
12.3.2004 Frühlingserwachen bei Rind und Pferd
So langsam scheint der Frühling Einzug zu halten, die Sonne scheint, aber dennoch weht noch ein kalter Wind in Norddeutschland. Ich werde aber jetzt das bessere Wetter herbeizwingen, denn ich habe heute meine Pferde wieder beschlagen lassen, das bedeutet: das seltene Rumhoppeln im Winter ist zu Ende und jetzt wird wieder trainiert! Wofür? Im Zweifel für die Hanstedter Wald- und Wiesenmeisterschaften...
Bevor der Hufschmied kam, hatte ich allerdings noch Zeit, meine körperlichen Kräfte bis zur Erschöpfung zu verausgaben, denn "Selina", das einjährige Kuhkalb, hat es heute Nacht vorgezogen, die Weide zu verlassen. Sie rannte auf einem kleinen Spazierweg hin und her, als ich zur Kuhkontrolle war... Der Zaun war in Ordnung und diese Tiere sind so dumm, dass sie zwar irgendwie rauskommen (passiert zum Glück sehr selten), aber dann meinen, sie könnten nicht mehr zurück, weil da ein Zaun ist... Die Hunde waren nicht sehr hilfreich, denn "Selina" zog es vor, sich nicht von ihnen treiben zu lassen, sondern sie ihrerseits zu treiben. Juchheee, war das ein Spass, aber nicht für mich :-( Den Zaun also erstmal abgemacht und versucht, sie zurückzutreiben, dabei aber aufgepasst, dass der Rest der Herde nicht auch noch ausbüxt. Erfolglos. Sie rannte immer an dem nicht mehr vorhandenen Zaun entlang, als sei er noch da. Nach einer Dreiviertelstunde hatte ich die Faxen dicke, machte den Zaun wieder zu und lockte die gesamte Herde auf eine andere Weide, was "Selina" völlig aus der Fassung brachte, weil ihre Familie sich immer weiter entfernte. Das war auch beabsichtigt. Nach einer weiteren Viertelstunde durchbrach sie den Zaun wie ein Elefant, um zu ihrer Herde zu gelangen. Das hat also geklappt, den Zaun wieder aufgestellt und zu dem Termin mit dem Hufschmied gehetzt.
Jemand äusserte Bedenken, ob die Büsche und Bäumchen meines letzten Eintrages nicht von den Rehen angeknabbert werden. Wie man auf dem folgenden Bild etwas genauer sehen kann, wurden die Pflanzen mit einer Plastikmanschette (die hat Löcher für Luft und Wasser und Wachstum) geschützt. Der Haupttrieb kann dadurch nicht angeknabbert werden:

Und eine andere meiner fleissigen Leserinnen hat einen Preis für das folgende Foto gewonnen, also nicht im Internet, sondern ganz real, bei einer Fotoausstellung. Ronja hat es hier in der Nähe in einem Freilichtmuseum, wo sie mit mir vor einiger Zeit zu Besuch war, aufgenommen. Ich finde, es macht sich auch auf dem Bildschirm gut:
Herzlichen Glückwunsch!
15.3.2004 Ein Amphibienzaun und Pferdekinder
Heute habe ich mal wieder etwas Neues an anderer Stelle geschrieben und zwar unter "Naturschutz", die zweite Rubrik "Amphibienschutzzäune" wurde etwas verändert und mit aktuellen Fotos versehen, da wir gestern den Zaun aufgebaut haben. Guckt halt mal dort rein!
Auf dem Neddernhof machen sich so langsam die Stuten für ihre Niederkünfte bereit, genauso wie unsere Kühe. Die letztjährigen Fohlen wurden im Januar von ihren Müttern getrennt und leben allein unter sich im "Pferdekindergarten" auf einer einsamen Wiese am Waldrand. So sieht es aus, wenn sie im Morgengrauen erwachen:

Noch können sie ihre Pferdekindheit geniessen, bevor solche Leute wie ich meinen, man könne sich auf ihrem Rücken austoben *g*.
17.3.2004 Sedna ist angekommen
Guten Morgen,
gestern abend zwischen 21.00 und 22.00 Uhr wurde SEDNA geboren. Sie
ist die Tochter von Sambucca, unserer "Blue Grey" Kuh. Hinten
ist sie etwas grau, aber sonst schwarz, im Gegensatz zur letztjährigen
"Selina", die ja viel mehr Grau hat.
Heute morgen bin ich extra früher aufgestanden, damit ich für
Euch die allerersten Fotos machen kann:



Die Geburt ging problemlos und schnell vonstatten und der heutige erste
Lebenstag ist ein Frühlingstag voller Sonnenschein.
Ich habe mich für den Namen SEDNA entschieden, denn dies ist der
Name des 10. Planeten unseres Sonnensystems, der vor kurzem entdeckt
wurde. Eigentlich ist es eine Göttin der Inuit, die Schutzherrin
der Meerestiere.
18.3.2004 Ein weiteres Foto von Sedna
"Sedna" ist jetzt gerade mal 36 Stunden auf der Welt und ein kleines Prachtstück:
Ihre Mutter lässt sie schon ganz alleine irgendwo herumliegen und wandert mit der Herde umher. Und Sedna erkundet ihre neue Welt an diesem zweiten Frühlingstag.
22.3.2004 Galloways mit Gurt und gerettete Amphibien
In den vergangenen stürmischen Tagen sind keine weiteren Kälber zur Welt gekommen, dafür aber zwei Bäume auf unserer Weide umgekippt. Die Kühe ziehen es vor, sich bei diesem Sauwetter mehr im Offenstall aufzuhalten und wie man sieht (oder auch eher nicht sieht), geht es Sedna gut:

Am Sonntag hatten wir unseren 24. Gallowayzüchterstammtisch und dieses Mal waren wir bei Züchtern, die sogenannte "Belted Galloway" züchten, auch liebevoll "Belties" genannt.
Hier der Bulle zur dazugehörigen Herde:

Galloways gibt es in noch mehr verschiedenen Farbschlägen, hier ein sogenanntes "Dun Galloway", das mit dem "Belted Bullen" ein interessant gezeichnetes Kalb hat:
Solch ein "wild gezeichnetes" Kalb wird nicht ins sogenannte Zuchtbuch aufgenommen, da es keine anerkannte Farbe hat. Wenn ich hier so laienhaft daherrede, mögen mir die hier reinguckenden Gallowayzüchter verzeihen, denn diese private Seite ist für Menschen gemacht, die sich an meinen Tieren und Erlebnissen erfreuen und nicht viel Insiderwissen haben. Würde ich hier von Körnoten, Konditionsbeurteilungen und dem 5-Punkte-Schema anfangen, täte hier kaum noch einer reingucken :-)
Wer mein Tagebuch verfolgt und wissen will, was mit dem Krötenzaun los ist, den ich vor einer Woche mit aufgebaut habe: Es wurden bisher 590 Amphibien, davon 140 Molche, über die Strasse gerettet. Das ist für eine einzige Woche eine Wahnsinnszahl und die Leute, die den Zaun betreuen, sind total begeistert. Täglich bekomme ich telefonisch die neuesten Sammelmeldungen und letzten Dienstag war eine ganze Grundschulklasse beim Sammeln dabei. Die Kinder gerieten völlig aus dem Häuschen, weil es von Kröten und Molchen nur so wimmelte. Das ist natürlich eine Supersache, wenn ein Zaun so erfolgreich ist und so viele Menschen daran Anteil nehmen, dass es nun sogar schon in drei Zeitungen stand. Vielleicht begreifen einige Leute mehr, dass solche Aktionen nicht eine komische Spielerei von spinnerten Naturschützern ist, sondern dass ganze Amphibienpopulationen auf lange Sicht gerettet werden können.
Was das folgende Foto allerdings für eine Amphibienart ist, habe ich noch nicht feststellen können:

26.3.2004 Spezialfoto und Schweizer Belties
Gestern habe
ich begonnen, in meinem Garten zu arbeiten. Das wollte ich heute fortführen,
allerdings habe ich es mir anders überlegt, es sind nämlich
ca. 3° draussen. Also habe ich mich sinnvolleren Tätigkeiten
gewidmet und ein Foto, das ich heute morgen gemacht habe, extra für
Euch beschriftet. Hoffentlich merkt Ihr Euch das jetzt, damit Ihr die
verschiedenen weiblichen Tiere in Zukunft auch wiedererkennt!!!
Um Euer geballtes Wissen noch zu vermehren, zeig ich Euch mal, dass es auch Schweizer Alpkuh-Belties gibt. Das folgende Bild wurde 1978 vom Vater einer Schweizer Freundin gemalt und stellt einen Alpaufzug dar:
30.3.2004 Das zweite Kalb ist da und der erste Storch auch...
Hier ein Foto von dem am Sonntag geborenen Bullenkälbchen. Ich hatte Sonntag keine Muse zum Fotografieren, Montag haben wir ihm seine vorgeschriebene Ohrmarke "verpasst" und nun seht Ihr ihn, wie er ganze zwei Tage alt ist:

Einen endgültigen Namen hat er noch nicht, wir schwanken noch zwischen "Emilio" und "Elvis" :-) Aber schmecken tut es ihm trotzdem, wie Ihr seht.
Auch "Sedna", die heute 14 Tage alt geworden ist, schmeckts! Sie probiert sogar schon die ersten Heuhälmchen:
Den "April 2004" findet Ihr noch im Tagebuch - noch nicht im Archiv
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