Tagebuch vom 1.6.2003 bis 30.6.2003 2.6.2003 Ein Tag in der Wesermarsch
Hallo zusammen, heute erzähle ich mal hier von unserem Gallowayzüchterstammtisch, die "Insider", die auf http://www.gallowayzuechterstammtisch.de gucken, gucken schliesslich auch hier rein, gell?
Nach unserer morgendlichen Tierkontrolle machten wir uns am gestrigen Sonntag auf in die Wesermarsch. Das ist da, wo die Weser in die Nordsee fliesst. Zwischen Bremerhaven und Bremen schipperten wir mit der Fähre über die Weser und suchten am sogenannten Jadebusen das Meer. Nur war gerade Ebbe, also nicht viel vom Meer zu sehen, dafür aber viel und weites Land :-) Also machten wir uns auf zu einem Deichspaziergang. Da diese Gegend dort an der Nordsee zum niedersächsischen Wattenmeerschutzgebiet Zone I gehört, ist dort eigentlich so ziemlich alles verboten, ausser still vor sich hinzulaufen *g*. Eigentlich dürften nicht mal die Hunde mit, aber da keine Menschenseele zu sehen war, kümmerten wir uns nicht drum. Ohnehin ist es für mich selbstverständlich, die Hunde an die Leine zu nehmen in solch einem Schutzgebiet, wo Millionen von Vögeln nisten und jedes Schaf reissaus nimmt, wenn es einen Hund sieht. Also hatten die Hunde nicht so viel Spass, da sie sich ordentlich benehmen mussten. Wobei sie sich für Schafe sowieso gar nicht interessieren, aber für Vögel dafür umso mehr. Und besonders interessant fanden sie auch die Priele, die sich durch das Deichvorland ziehen und durch den ausgebliebenen Regen totale Matschrinnen sind. War ich froh, dass die Hunde an der Leine waren und da nicht drin rumplanschen konnten!!
Nachdem wir
dann schon fast einen Sonnenstich hatten und wieder am Auto waren, entdeckten
wir einen kleinen See am Strassenrand, den wir dann für die Hunde
"freigaben". Na, war das eine Freude bei 30°....
Die Nordseeluft hat mir jedenfalls meinen Schnupfen kuriert, dafür
hab ich jetzt einen Sonnenbrand auf beiden Armen. Irgendwas hat man
halt immer *g*
Um 15.00 Uhr trafen wir bei den Züchterkollegen ein, die in der Wesermarsch ein idyllisches Haus direkt hinterm Deich haben. Ausser uns fanden noch 18 andere Züchter den Weg dorthin. Nicht nur ca. 20 Galloways gehören zum Tierbestand, sondern auch 60 Deichschafe, also Schafe mit zwei kurzen und zwei langen Beinen *kicher*. Nee, im Ernst, es sind u.a. knuffige Schwarzkopfschafe, die sich wesentlich besser als unsere Heidschnucken anfühlen. Ob sie mehr Grips im Kopf haben als die Heidschnucken, hab ich vergessen zu fragen. Allerdings hat ein Züchter gesagt, Schafe hätten nur einen Hohlraum da, wo andere Tiere ihr Gehirn hätten *ääähm*.
Die Galloways
auf verschiedenen Weiden haben wir nach und nach begutachtet und bewundert,
aber etwas weniger heiss hätte es schon sein können. Auch
etwas weniger staubig wäre nicht schlecht gewesen. Die Radfahrer,
die wir mit unseren 7 Autos auf den Sandwegen durch die Weiden eingenebelt
haben, schienen irgendwie nicht besonders erfreut gewesen zu sein, jedenfalls
guckten die alle ziemlich mürrisch auf unsere auswärtigen
Nummernschilder. Typisch: Touristen, die mit dem Auto auf landwirtschaftlichen
Wegen spazierenfahren *tzzzzz*.
Natürlich sind wir zum Abschluss noch einkehrt und was isst man
in der Gegend um Bremen um diese Jahreszeit?? Natürlich Matjesheringe!
Ich habe mich gefragt, wie zwei Menschen, die voll "fremdarbeiten", 20 Galloways und 60 Schafe versorgen können (und wollen). Ich bin zu dem Ergebnis gekommen: 60 Schafe machen genauso viel Arbeit wie 2 Pferde. Schliesslich haben wir auch fast 20 Galloways und 2 Pferde, also ist es genauso wie bei uns. Tröstlich, dass es noch mehr so Verrückte gibt und dass man nicht allein ist auf der Welt mit einem Nebenerwerb, der so viel Zeit frisst, dass so ein Ausflug wie gestern höchst ungewöhnlich für uns ist. Und am nächsten Tag bzw. Abend hat man dann umso mehr Arbeit.. während man am PC hockt, läuft der Rasensprenger im Gemüsegarten, gut, dass es die Technik gibt....
Ein lieber Gruss und ein "Danke" nach Delmenhorst!!!
8.6.2003 Ochsen, Störche, Gewitter und Pfingsten
Na sowas,
ist doch fast eine Woche vergangen seit meinem letzten Eintrag. Was
hab ich alles erlebt in dieser Zeit? Hauptsächlich geschwitzt,
so einen heissen Junianfang gabs nicht, solange ich mich erinnern kann.
Gemäht haben wir noch nicht, wir sind mit unseren extensiven Weiden
immer etwas später dran, oft erst im Juli. Aber es scheint, als
könnten wir dieses Jahr im Juni schon loslegen, denn tendenziell
soll das schöne Wetter bleiben, obwohl es heute nachmittag gewittert
hat. Zum Glück hatten wir noch nicht gemäht... Es wäre
aber schön, wenn wir im Juni fertig werden könnten, will ich
doch im Juli eine Woche in Ruhe wegfahren.
"Egmont", der Deckbulle, steht seit Christi Himmelfahrt wieder bei seinen Damen und waltet seines Amtes. Das haben wir zum Anlass genommen, auch für die kleinen Ochsen, die mit ihm zusammen standen, einen Weidewechsel vorzunehmen und nun sind fast alle männlichen Tiere beisammen auf einer wunderschönen Weide mit einem Birkenwäldchen, wo sie sich im Schatten sehr wohlfühlen und ihnen das Gras über die Ohren wächst:
Die beiden Pferde stehen nun alleine den Sommer über, was für uns praktische Vorteile hat. "Gerpla" braucht für ihr sommerliches Hautekzem den dunklen Stall und sie kann nun mit ihrem Kumpel "Hásti" raus und rein, wie es ihr gefällt. Vorher mussten wir immer das Raus-rein-Prinzip praktizieren, damit die Bullen nicht auch den Stall aufsuchen.
Die kleinen Amseln, die ihre Aufwuchszeit am Stiel unserer Sense absolviert haben, sind ausgeflogen und wir können unsere Sense wieder benutzen. Ich habe den Schlupf überhaupt nicht mitbekommen, aber mein Mann hat sie einmal gesehen. Und da kleine Amseln nur 12 Tage bis zur Nestflucht benötigen, heisst das, dass ich 12 Tage nicht nachgeguckt habe. Schade, ist kein Foto dabei rausgekommen.
Allerdings hab ich ein Foto vom ersten Storchenküken, das bei http://www.storchennest.de heute geschlüpft ist. Nur für diejenigen, die nicht zum richtigen Zeitpunkt reingeguckt haben und denen das dortige Bildarchiv ein böhmisches Dorf ist:

Und was hab ich heute erlebt? Einen kleinen Heideausflug haben wir gemacht und ein schweres Gewitter ist, während wir mit Freunden beim Brunchen sassen, herniedergegangen. Da schlug ein Blitz direkt neben dem Lokal mitten auf freier Fläche in den Boden. Die Kasse ging nicht mehr und als wir gehen wollten, war keiner in der Lage, 4x20 EUR im Kopf auszurechnen *g*, zuerst musste die Kasse repariert werden.
Und dann
fährt bei uns in der Gegend die sogenannte Heidebahn,
ein kleiner Pendlerzug, der zwei Kleinstädte miteinander verbindet,
aber eigentlich mehr von Touristen mit Rädern genutzt wird - ich
will damit sagen, es ist ein kurzer, kleiner Zug, der selten fährt.
Jedenfalls haben wir heute bei einem kleinen Pfingstausflug drei dieser
kleinen unbeschrankten Bahnübergänge überquert und was
soll ich Euch sagen? Hier gibt es eine neue Sitte: Ihr denkt sicher,
wenn ein rotes Warnlicht leuchtet, dann kommt gleich ein Zug und man
muss warten. Hier in der Heide herrschen andere Gesetze. Der erste,
der in einer langen Schlange auf NICHTS wartet, muss aussteigen, sich
auf die Schienen stellen, nach rechts und links gucken und dann alle
wartenden Autos durchwinken. Als letzter darf er dann wieder einsteigen
und selbst rüberfahren. Wenn dann ein Zug kommt, hat er Pech gehabt.
So ist das seit dem heutigen mittäglichen Gewitter in der Heide.....
:-)
Ich wünsche Euch noch schöne Restpfingsten!!
10.6.2003 Ein Pensionär und vier Storchenküken
Gestern haben wir einen einjährigen Bullen als Pensionär bekommen, die anderen haben ihn problemlos aufgenommen, allerdings darf er ihnen nicht zu dicht auf die Pelle rücken und muss immer einige Meter Abstand halten. Ist das nicht seltsam?? Vor einigen Tagen haben wir unsere einjährigen zu den zweijährigen gestellt, diese kannten sich überhaupt nicht, haben sich aber sofort zusammengetan und bilden eine gemeinsame Herde von der ersten Stunde an. Schliesslich haben sie gemeinsame Verwandte bzw. gleiche Mütter. Der "neue", der aus einer ganz fremden Herde kommt, gehört - noch - nicht dazu. Als wenn sie das spüren würden, dass er "fremd" ist. Heute mittag habe ich beobachtet, dass alle im Unterstand standen und er ganz allein die Reise zur Wasserstelle antrat. Das passiert eigentlich nie. Die Herde geht immer gemeinsam zur Wasserstelle. Ob sie ihn wohl bald ganz integrieren?? Oder ob er ein Aussenseiter bleiben wird? Ich bin gespannt!
Und heute Nacht gab Egmont, der ja hier mit seinen Kühen dicht am Haus steht, ein Muuuhkonzert. Es war ca. halb vier und ich stand senkrecht im Bett :-) Sicher, manche Züchter beneiden uns, dass wir die Tiere so dicht am Haus haben, aber das hat auch Nachteile. Jedes Gemuhe in der Nacht beschäftigt einen.... denn sie schreien eigentlich selten und wenn... dann könnte was sein. So manches Mal in den letzten Jahren sind wir schon nachts umsonst aufgestanden. In der letzten Nacht jedenfalls nicht, denn irgendwann war er stille. Ich behaupte sogar, er hat die männliche neu zusammengestellte Herde "gespürt" - die ca. 600 Meter entfernt ist - und wollte mal rumbrüllen, wer hier eigentlich der Chef ist...
Und ansonsten ist heute das vierte Storchenküken geschlüpft bei http://www.storchennest.de, wie ich Euch hier zeige:

Meistens reicht das Futter höchstens für drei Storchenküken, auch im letzten Jahr ist das vierte gestorben. Wir werden sehen, wie es in diesem Jahr weitergeht.
12.6.2003 Hühnerfreud und Hühnerleid
Hab ich Euch schon mal von meinen Hühnern erzählt? Sicher nicht, das fiel mir nämlich gestern erst ein :-) Eigentlich sind es nicht "meine" Hühner, da sie aber mit hier auf dem Hof leben, sehe ich sie täglich und versorge sie auch bei Abwesenheit der Besitzer. Früher hatten wir auch mal ganz eigene Hühner, aber Hühner sind noch ein zusätzlicher Arbeitsaufwand und die wenigen Eier, die wir essen, können wir auch bei Nachbars bekommen. Ein lustiges Volk ist eine Hühnerschar, vor allem wenn man Küken zieht, wie wir es damals natürlich gemacht haben. Viel Freude hat es gemacht, aber auch Arbeit und was kommt dabei raus?? In der Mehrzahl männliche Tiere, die man dann schlachten muss, bevor sie aufeinander losgehen und weibliche Tiere, die monatelang vor sich hinfressen und -gackern, bis sie das allererste Ei legen. Also unterm Strich kein so wahnsinnig lohnendes Unterfangen - ausser der Freude beim Zugucken.
Jetzt haben wir also 17 Hühner und einen Hahn auf dem Hof, um die ich mich nur von Zeit zu Zeit kümmere. Ein Hahn muss nicht unbedingt sein, denn die heutigen modernen Hühner legen auch ohne Hahn ein Ei, allerdings ist das dann nicht befruchtet. Was aber nicht so tragisch ist, da man das Ei ja essen will.... Aber für das Sozialgefüge ist ein Hahn wichtig, er sorgt für Ordnung unter den Hühnern und für mangelnde Nachtruhe in den frühen sommerlichen Morgenstunden bei den Menschen. Wobei ich sagen muss, dass Hähne sehr unterschiedlich sind. Der jetzige Hahn ist gut zu ertragen, er kräht nicht viel, sieht gut aus und benimmt sich. Wir haben hier schon Hähne erlebt, die auf Menschen losgegangen sind. Die sind dann im Kochtopf gelandet. Auch hatten wir schon Ausbrecherhähne oder auch mal einen, der zu blöd war, um auf der Stange zu schlafen.
Die Hühner
bei uns haben ein Gehege und einen Stall, der gewissenhaft bei Anbruch
der Dämmerung geschlossen wird. Gewissenhaft sind alle hier auf
dem Hof, seitdem vor einigen Jahren der offen gelassene Hühnerstall
von einem Fuchs heimgesucht wurde, der 7 tote Hühner mitgeschleppt
und 11 Leichen hinterlassen hat. Ja, es war ganz sicher ein Fuchs, wir
hatten einen Jäger am Tatort zur Spurensicherung und Füchse,
die Junge haben, können in aller Gemütsruhe einen ganzen Stall
leerräumen und in ihren Bau schleppen, sozusagen als Vorratssicherung.
Wir haben ihn beim Nachhausekommen wohl gestört, sonst hätte
er die 11 Leichen auch noch geholt. Naja, es war wirklich kein schönes
Erlebnis, aber es ist schon Jahre her. Davon abgesehen: was sind schon
19 tote Hühner gegen 20 Millionen wegen des Verdachts auf Geflügelpest
getötete Hühner?? (Ja, Ihr habt richtig gelesen, allein in
Holland wurden 15 000 000 Hühner in den letzten Wochen VERNICHTET
- alles eine Folge der Massentierhaltung).
Davon wissen unsere Hühner hier zum Glück nichts und seht Euch nun mal an, wie die sich nett zusammenkuscheln mit dem Herrn in der Mitte, wenn ich das Hühnerloch schliesse - die Aufnahme machte ich gestern abend um 21.10 Uhr.

14.6.2003 Die Heuernte beginnt
Guten Tag ins Wochenende!
Bei uns ist
es lange nicht so heiss wie weiter südlich. Nicht nur das, es ist
sogar relativ kühl, in der vergangenen Nacht hatten wir 9°.
Da sich aber das Wetter ohne Regen halten soll, haben wir gestern einen
Teil unserer Wiesen gemäht. Das soll nun Heu geben, wird das Wetter
aber doch noch umschlagen, werden wir es morgen zu Elefantenklopapier
machen - das sind Silageballen *g*. Silage müssen wir ohnehin noch
machen, aber das hat auch noch ein bis zwei Wochen Zeit, die Wiesen
können ruhig noch mehr aussamen. Eilig haben wir es ohnehin nie,
da wir in der Regel nur einen Schnitt machen. Dennoch wäre es schön,
wenn wir "ordentliches" Heu machen könnten.
Meistens guckt einer vom anderen hier in der Gegend ab, ob gemäht
wurde. Jedenfalls wurde gestern hier sehr viel gemäht. Dann gibt
es aber immer ein paar ganz Schlaue, die sich nicht an das "allgemeine
Gefühl" halten - einen Nebenerwerbsbauern haben wir im Dorf,
dem ist seit 15 Jahren jedes Jahr das Heu verregnet, auch letzte Woche
wieder, als wir das Gewitter an Pfingsten hatten. Ob der noch Freude
an der Heuernte hat?? Und dann gibt es einen, der mäht jedes Jahr
am gleichen Tag, weil er sagt, hier ist das Wetter ohnehin immer unsicher.
Und manchmal hat er Glück und manchmal halt Pech. Es ist aber auch
so, dass der Nichtbauer immer denkt, es dürfe überhaupt nicht
regnen beim Heumachen. Und das stimmt so nun auch wieder nicht. Gibt
es mal einen kleinen Schauer, ist es nicht schlimm, dann muss man halt
einmal mehr wenden und einen Tag länger liegen lassen. Ist dann
halt mehr Arbeit.
Nur wenn es sehr schlimm regnet oder eben mehrere Male, dann werden die Inhaltsstoffe alle rausgewaschen und es ist wertlos als Futter. Als gewissenhafter Tierhalter benutzt man dieses nicht zur Winterfütterung, es gibt aber auch welche, die tun es trotzdem. Dann bekommen die Tiere wertloses oder gar verschimmeltes Heu. Nicht nur, dass das nicht schmeckt, sondern davon können die Tiere langfristig krank werden. Da unsere Tiere lange leben sollen, bekommen sie nur gutes Fressen, ist doch logisch.
Also ist für uns der meistgesagte Satz in diesen Tagen: "Hoffentlich regnets nicht!"
Und Ihr, meine lieben Leser, solltet auch Heu im Norden machen! Und wenn Ihr keine Tiere habt, dann wünsch ich "Gut Schwitz" vor allem nach Süddeutschland, in die Schweiz und nach Österreich :-)

16.6.2003 Storchendrama und Schwalbennester
Hallo zusammen,
verfolgt Ihr auch so wie ich das spannende Geschehen bei www.storchennest.de
?
Bereits in der letzten Woche verstarb eines der vier Küken und
gestern wurde das Letztgeborene schlicht und ergreifend von den Eltern
aufgefressen. Da warens nur noch zwei... Die Storcheneltern wissen ganz
genau, dass das Futter nur reicht, um zwei der Küken so gross und
stark werden zu lassen, dass sie im Herbst die Reise nach Afrika antreten
können. Bereits im letzten Jahr haben sie nur zwei aufziehen können.
Das ist zwar eine sehr traurige Angelegenheit, aber einmal mehr zeigt
es, wie sehr wir die Nahrungsgrundlage dieser freilebenden Tiere zerstören.
Man denke nur an die Flutkatastrophe im letzten Jahr, die lange nicht
so viele Opfer gefordert hätte, würde man die Flüsse
Flüsse sein lassen und nicht Häuser an Stellen bauen, wo sie
einfach nicht hingehören. Gerade die Elbe ist DAS Nahrungsgebiet
für Störche.
Nicht weit von hier, elbaufwärts von Hamburg aus, wird man ein
Gewerbegebiet am Flussufer errichten, ein Gebiet, in dem jedes Jahr
mehrere Storchenpaare zu Hause sind. Offensichtlich wollen wir diese
Tiere nicht mehr in Deutschland haben...
Mit Interesse lese ich auch im dortigen Storchenforum (schliesslich kann ich mich ja auch irgendwo als "Spanner" betätigen *g*), in dem sehr viele junge Leute schreiben. Und ich find es super, dass den jungen Menschen hier im Internet die Natur nahe gebracht wird und dass sie dadurch zum Nachdenken kommen. Einige sind völlig schockiert von den Vorkommnissen im Nest. Ich als "naturverbundener Landbewohner" finde es natürlich auch traurig, aber schlussendlich sehe ich in meiner direkten Umgebung, wie die Natur zerstört wird, obwohl sich das hier eigentlich noch in Grenzen hält. Trotzdem: Hier um die Ecke wurde eine Hecke im Mai plattgemacht und die dort brütenden Rebhühner konnten sehen, wo sie bleiben. Und Schwalben haben auch immer weniger eine Heimat. Unser Naturschutzbund veranstaltet regelmässig eine Schwalbenzählung in der Gemeinde und es sind dramatische Rückgänge zu beklagen. Das liegt daran, dass es kaum noch Kuhställe mit Mist gibt und auch zu wenig Oberleitungen, auf denen die Schwalben gerne sitzen. Nicht zu sprechen davon, dass Schwalben in der Tat viel Dreck machen durch ihr ekliges Gekacke und etliche Menschen die Schwalbennester zerstören, um ein sauberes Haus oder einen sauberen Stall zu haben.
Wir jedoch gehören zu den "unordentlichen Menschen", die sich weder an Maulwurfshügeln noch an Schwalbendreck im Stall stören. Irgendwann kann man ihn ja wegmachen. Ausserdem haben wir einen Misthaufen auf dem Hof und eine Telefonleitung, die noch ganz altmodisch in der Gegend rumhängt und auf der die Schwalben immer sitzen. Also haben wir im Stall zur Zeit fünf besetzte Schwalbennester. Hier habe ich ein Foto für Euch gemacht, das sind KEINE Altvögel, sondern ein Nest, das vor Jungvögeln bald überläuft :-) Wenn ich das so sehe, frage ich mich, ob das nicht unbequem ist, so eine enge Behausung! Man kann sich ja kaum drehen und wenden in diesem Nest *tzzz*. Ich denke, sie fliegen in den nächsten Tagen aus.
Unsere Heuernte werden wir morgen beenden, vielleicht denk ich an Euch und mach ein Foto beim "Schwaden" ??
17.6.2003 Die Heuernte ist beendet
Beim Schwaden wurde ein totes Huhn mit abgebissenem Kopf gefunden. Es war aber keines von unserem Hof und fotografiert hab ich es auch nicht, kann ja nicht immer nur von Katastrophen berichten *g*. Zum Glück haben wir es gefunden und es nicht mitgepresst, das wäre gar nicht gut fürs Futter bzw. für die Tiere, die das im Winter fressen.
Die Heuernte ist beendet und es wurden 440 Heubunde eingebracht und gestapelt. Das reicht natürlich lange nicht für die Winterfütterung, aber auf den anderen Flächen machen wir Silage. Wir haben immer gerne beides und so gutes Heu wie in diesem Jahr hatten wir die letzten 10 Jahre nicht. 5 Tage bei Wind und Sonne getrocknet, hier zwei versprochene Fotos vom Schwaden:


Sonst kann ich nichts berichten, ich bin nämlich müde....
24.6.2003 Ein Gruss zum Dienstag
Guten Tag zusammen!
Hier ist
eine Affenhitze in den letzten beiden Tagen und ringsherum gewittert
es, aber die Nordheide bekam noch nichts ab ausser Tropenstürmen!
Ich bin aber sicher, dass es heute noch regnet, ein untrügliches
Zeichen dafür ist, wenn ich beim morgendlichen Rundgang KEINE nassen
Füsse bekomme. Will sagen: bei vorhandenem Morgentau gibt es keinen
Regen, aber wenn die Wiese morgens trocken ist, dann gibt es Regen.
Bin gespannt, ob wir in den nächsten Tagen die restlichen Wiesen
abmähen können.
In der Tierwelt gibt es nun mal rein gar nichts Neues, es wird gefressen und geschwitzt, selbst die Hunde laufen auf Sparflamme.
Und Ihr müsst Euch gedulden, bis ich wieder in "Tagebuchhöchstform" komme, denn ich habe einen neuen PC, der noch fertig eingerichtet werden will. Fotoprogramme und Kartenlesegeräte sind noch nicht installiert, ebensowenig das Homepageerstellungsprogramm. Immerhin komme ich schon ins Internet und Tagebucheinträge kann ich auch schon machen. Ihr seht also: ich lebe noch, habe aber derzeit so viel um die Ohren, dass das Tagebuch etwas hintenan steht.
Schaut also
in einigen Tagen wieder rein, sicher bin ich dann fertig mit allem und
habe wieder Phantasie fürs Tagebuchschreiben.
Tschüüüss, bis dahin wünsche ich fröhliche
Sonnentage!
30.6.2003 Ein nagelneuer Wasserwagen
Hallöchen,
liebe Leser und Leserinnen!
Eine Woche ist seit meinem letzten Eintrag fast vorbei und was hab ich
nicht alles erlebt!!!
Unser gesamtes Winterfutter ist nun fertig, so früh wie in diesem
Jahr waren wir noch nie so weit. Man steigert sich von Jahr zu Jahr...
Durch die
anhaltende Trockenheit ist bei den Bullen die Wasserstelle versiegt.
Oha, das war in den letzten Jahren nie der Fall, also musste schnell
eine Lösung her. Und was tut man, wenn man gerade einen neuen PC
gekauft hat und sich nicht mal eben so einen Wasserwagen kaufen kann?
Man nimmt, was man kriegt und irgendwas kriegt man immer, wenn man nett
ist *g*.
Einen Wagen, der vor Jahren mal durch Brandstiftung in Flammen aufgegangen
war, sollte eigentlich das Zeitliche segnen. Nun haben wir ihn geschenkt
bekommen und nachdem wir ihm neue Reifen verpasst haben, sieht er geradezu
hübsch aus... und vor allem sehr verkehrssicher, oder findet Ihr
etwa nicht? Das Wasserfass ist eine Leihgabe eines privaten Schrottplatzes
:-) Nur vorne das eigentliche Tränkebecken haben wir gekauft.

Den Bullen
aber scheint es egal zu sein, was sie für ein tolles Ding auf ihrer
Weide stehen haben, sie können sich nun wieder satt trinken.
Ob sich der Aufwand gelohnt hat, morgen soll das Wetter schlechter werden?
Achja, und der neue PC? Von den Hürden, bis alles fertig war, erzähl ich besser nichts. Das kann sich ohnehin jeder vorstellen, der einen PC hat. Stunden um Stunden hat es gedauert, aber jetzt läufts wie geschmiert und ich kann Euch wieder öfters mit meinen Erlebnissen beglücken. Tagebuchschreiben macht mir irgendwie mehr Spass als mich mit PC-Programmen zu beschäftigen...
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