Tagebuch vom 1.3.2003 bis 30.3.2003 4.3.2003 Der Frühling kommt unaufhaltsam!
Tatsächlich
ist die Sonne heute rausgekommen und hat den tagelangen Nebel vertrieben.
Das hat zur Folge, dass es seit langem mal wieder verhältnismässig
warm ist. Plusgerade und Sonne und ein langsam auftauender Boden haben
mich das erste Mal in diesem Jahr meine "Draussenarbeiten"
ohne Handschuhe und Mütze verrichten lassen. Und wie schön
ist es doch, die Vögel wieder zwitschern zu hören! Auch die
Zugvögel kommen seit ca. 2 Wochen wieder zurück und fliegen
jetzt in umgekehrter Reihenfolge als im November hier über die
Weiden in Richtung Norden.
Die Kühe sind langweilig im Moment, es geht allen gut und sie fressen
und fressen und fressen. Da der Boden noch etwas gefroren ist, liegen
sie meistens um ihre Silage rum, und es besteht auch kein Grund, den
Stall aufzusuchen, schliesslich hat es schon lange nicht geregnet. Also
sind keine Aufregungen zu vermelden, aber ab 22.3.03 beginnt die Kalbezeit...
Die beiden Pferde nutzen den angetauten Boden, sich mal wieder richtig
schön in ihrer Sumpfecke zu wälzen und sich einzusauen. Da
muss Frauchen vorm Reiten ordentlich putzen... zu schade, im Frostwinter
gab es nie viel zu putzen bei den Beiden. "Hásti" beginnt
auch schon Winterfell zu verlieren, er ist in Deutschland geboren und
beginnt früher damit als "Gerpla". Als echte Isländerin
wartet Gerpla immer etwas länger damit, ihren schützenden
Pelz von sich zu werfen.
Und die Fledermaus?? Jaaa, die ist noch da! Und mittlerweile haben wir
zu Dritt diese komischen Steine unter die Decke gehängt, in der
Hoffnung, noch mehr Langohren anlocken zu können. Da es sich allerdings
um ein Winterquartier handelt, müssen wir uns wohl in Geduld üben.
Macht aber nichts, ich war nämlich froh, aus diesem Loch wieder
raus zu dürfen, überall habe ich Mücken und Kellerasseln
gesehen und es hat mich schon überall gekribbelt.. Nein, es handelt
sich nicht um einen Keller, wo normale Sterbliche ihre Fahrräder
und ihre Marmeladengläser hinstellen, sondern es ist ein uralter
grosser Kartoffelkeller, tief unter der Scheune, der gar nicht mehr
genutzt wird. Für die 3 Zentner Kartoffeln, die wir ernten und
einlagern, brauchen wir wirklich keinen norddeutschen Kartoffelbauernkeller,
da können sich die Fledermäuse mit dem Ungeziefer amüsieren.
8.3.2003 Gedanken über das Heideschaf
Gestern habe
ich bei schönstem Wetter rund ums Haus etwas "geputzt"
und dann ging es zum Reiten. Tatsächlich haben wir uns etwas verirrt
- wie konnte das denn passieren? - und kamen an einem Ort an, wo wir
eigentlich niemals hinwollten. Das hat uns zu einem Riesenumweg gezwungen
und nicht nur die Pferde, sondern auch Ben, der die ganze Zeit mitlaufen
musste, waren nach dem vierstündigen Ritt fix und fertig.
Trotz Sonnenschein haben wir niemand getroffen ausser Arbeitern, die
dabei sind, die Heide abzuplaggen. Dabei wird die oberste Schicht der
Heide mit riesigen Maschinen abgetragen, um den Boden nährstoffarm
zu halten, damit die Heide langfristig eine Überlebenschance hat.
Die Heide ist eine Kulturlandschaft und muss dementsprechend gepflegt
werden, wenn wir nicht in einigen Jahrhunderten überall wieder
Wald haben wollen. Früher haben die Menschen von Hand die Heide
abgeplaggt und das abgetragene Material als Einstreu im Kuhstall verwendet.
Später haben dann die Schafe die Pflege der Heide erledigt. Heute
haben wir zwar auch noch Schafe, aber nicht genug, um die riesigen zahlreichen
Heideflächen zu pflegen.
Schafhaltung in Deutschland bringt halt nichts mehr ein, Eure Pullover
werden in der Hauptsache von neuseeländischen Schafen geliefert.
Heidschnuckenwolle ist ohnehin ziemlich grob und daher für moderne
Menschen uninteressant. Höchstens Leute, die Kühe und Pferde
haben, tragen Gummistiefel mit Wollsocken *hihi*. Im Ernst: Heidschnuckenwolle
wird von den Schäfern weggeworfen, sie ist nichts wert. Selbst
als Fell sind sie nicht sehr beliebt, da nicht weich genug. Bleibt also
nur noch das Fleisch, aber so ein kleines Heidschnuckelchen gibt ca.
7 kg Fleisch, davon kann auch kein Schäfer reich werden. Etwas
Geld bekommt der Schäfer noch vom Verein, der unseren Naturschutzpark
unterhält, als Lohn für die Heidepflege. Aber dies wird in
erster Linie für die Touristen getan, die sich eine Heide MIT Heidschnucken
wünschen. Eine mühselige Arbeit, die fern jeder Romantik ist,
ist das Schäferdasein.
Einen der Heideschäfer kannte ich etwas näher, er lebt neben
seinem Schafstall in seinem Wohnwagen und besorgt sich sein Essen auf
dem Markt, wenn dieser schliesst, d.h. er holt sich die angegammelten
Reste, die keiner gekauft hat. Und in der Lammzeit zwischen Januar und
März hat er alle Hände voll zu tun rund um die Uhr, denn die
meisten Heidschnucken bekommen Zwillinge, für die sie nicht genug
Milch haben und die der Schäfer dann mit der Flasche aufzieht.
In dem Jahr, in dem ich mit diesem Schäfer etwas näher zu
tun hatte, waren dies 300 Lämmer. Nebenbei hat er sich noch etwas
Geld mit der Hundezucht verdient, die auch nicht gerade ein luxuriöses
Leben führen. Aber mich faszinieren diese ausgebildeten Hütehunde
immer sehr!
Apropos Hund, gestern habe ich im Nachbardorf eine Frau im Pelzmantel
gesehen, deren Westhighlandterrier vier Lackstiefelchen trug. Ich dachte
so bei mir: Naja, in Hamburg mag sowas ja vorkommen, aber hier bei uns
auf dem Lande? Was die "alteingesessenen" Bauern wohl denken,
wenn sie diese Frau sehen? Wahrscheinlich noch Schlimmeres als ich gedacht
habe, aber was, das sag ich Euch nicht... *g*.
13.3.2003 Störche im Anmarsch
Hallo, liebe
Leute, da mich diese Woche die Grippe erwischt hat, muss der PC mal
etwas ruhen - genau wie ich selbst.
Allerdings müssen Menschen wie ich natürlich trotzdem raus
die Tiere versorgen, aber alles husch-husch und schnell wieder ins Körbchen.
Weil die Hunde so wenig beschäftigt werden, haben sie gestern nachmittag
hier auf den Tischen getanzt und mir den letzten Nerv gekostet, weil
ich gerne schlafen wollte *snief*.
Immerhin habe ich gestern den ersten Storch gesehen, der über die
Wiese stakste. Hier direkt in unserer Gegend gibt es zwar keine Storchennester,
aber Richtung Elbmarsch - das sind so 20 km von hier - sind jedes Jahr
besetzte Nester. Darum verirrt sich ab und zu einer bis hierher auf
der Nahrungssuche. Womöglich frisst der Kerl die Amphibien, die
ich jahrelang mit anderen Naturschützern über die Strasse
getragen habe :-(.
Je weiter man nach Osten Richtung Mecklenburg oder Brandenburg kommt,
umso mehr Storchennester sieht man auf den Häusern. Im letzten
Jahr haben wir auf einem Tagesausflug in die Elbmarsch-Niederungen mindestens
30 Störche gesehen. Ich freue mich schon auf die Rückkehr
der Störche in Vetschau im Spreewald, die eine tolle Internetseite
haben mit einer selten guten Livecam mit Ton. Viele meiner Internetfreunde
und ich beobachten seit drei Jahren jedes Jahr im Frühling täglich
dieses Nest, wo sich manchmal hochdramatische Szenen abspielen und viele
Menschen mitfiebern, ob es alle Jungen bis zum Flüggewerden schaffen,
was selten der Fall ist. Diese Spezialseite des Naturschutzbundes wurde
im Jahre 2002 über fünf Millionen mal angeklickt. Ob ich mit
meiner Homepage auch mal so weit komme? *g*
Noch sind die Störche im Vetschauer Storchenzentrum nicht da, aber
sie werden täglich erwartet. Vielleicht wollt Ihr auch mal hineinschauen?
http://www.storchennest.de
16.3.2003 Sonnenschein, Vögel und Wiesenwirtschaft
Hallo, ich
wünsche einen schönen Sonntag gehabt zu haben!! Bei schönstem
Sonnenschein, aber trotzdem nur +5° hatten alle Hamburger heute
Ausgang und haben die Heide überschwemmt. Beim Reiten habe ich
nicht nur Reiter, Fussgänger und Radfahrer getroffen, sondern auch
Cabrios und Motorräder. Aber im Wald war es trotzdem still und
ich genoss mit einer Freundin einen Ritt zu fünft (Ben war natürlich
auch dabei und musste sich in einem Schlammgraben abkühlen).
Die meisten Vögel, die ich gesehen habe, waren Bussarde, auf einem
Acker 8 Stück. Was treiben die nur in solchen Massen... Apropos
Vögel.. unter die Rubrik "Naturschutz" habe ich einen
Artikel über Vögel gestellt, auch interessant für diejenigen,
die immer noch meinen, es gäbe zu viele Spatzen... gell, Thecla?
Ab heute ist Stichtag für die Kälbergeburten, es kann zwar
noch dauern, aber rein rechnerisch könnte es heute losgehen. Die
Erstgebärende scheint als erste dran zu sein, sie hat schon ein
sichtbares Euter und ist schlecht gelaunt. Sie hat mir heute gedroht,
ich soll ihr bloss nicht zu nahe kommen. Sind werdende Mütter alle
so? *g*
Das schöne trockene Wetter soll sich halten und überall sieht
man hier Bauern, die ihre Äcker pflügen. Auch wir werden in
der kommenden Woche mit der Grünlandpflege beginnen, es ist zwar
noch früh im Jahr, da wir aber eine Menge Fläche (18 Hektar)
zu bewirtschaften haben, müssen wir mal loslegen. Nicht alle Flächen
sind schon befahrbar, durch die viele Feuchtigkeit gibt es auch Stücke,
die man noch nicht bewirtschaften kann. Da wir aber beide noch einer
"vernünftigen" Arbeit nachgehen, müssen wir mal
anfangen, damit wir nicht alle Ostereier auf dem Traktor suchen müssen.
Und was getan ist, ist getan! Der Traktor war gerade in der Werkstatt,
der Vorgarten ist auf Vordermann gebracht und der Nutzgarten muss ohnehin
noch warten, weil ich zu den Gärtnern gehöre, die im Garten
schwitzen wollen und sich nicht unnötig den Hintern abfrieren möchten.
Der Frühling ist für mich die schönste Jahreszeit, ich
geniesse es, wenn die Natur erwacht und die Tiere sind irgendwie auch
besser gelaunt und haben Frühlingsgefühle.
Übrigens sind die Nächte im Moment klar und bitterkalt, übermorgen
ist Vollmond, der uns hoffentlich keinen Wetterwechsel beschert.
20.3.2003 Verschwundene Einträge und Schwarzerlen!
Liebe Leute,
eine meiner fleissigen Leserinnen (Danke, Emmi!) hat mich darauf aufmerksam
gemacht, dass im Tagebuch plötzlich Einträge weg waren. Nun
sind sie wieder da, weil ich sie wieder "hochgeholt" habe.
Ich muss allerdings sagen, dass ich etwas irritiert bin, denn dieses
ist noch niemals so gewesen und mir fällt seit gestern auf, dass
die amerikanischen Provider total am Spinnen und ständig am Ausfallen
sind. Ich bin sehr gespannt, was wir davon noch hören, aber ich
bin davon überzeugt, dass es etwas mit dem Kriegsbeginn zu tun
hat. Heutzutage sind Dinge möglich, die wir uns kaum vorstellen
können... wundert Euch also nicht, wenn die nächsten Tage
hier ab und zu mal "rien ne va plus" regiert!
Und was passiert sonst so?? Wir pflanzen trotz Kriegsbeginn keine Apfelbäume
(wie Martin Luther schon sagte), aber Schwarz-Erlen, den Baum des Jahres.
Davon haben wir nämlich am vergangenen Samstag drei Stück
hier in der Gegend auf einem Feuchtgebiet gepflanzt und der liebe Gerhard
(der, der vor kurzem Geburtstag hatte), hat es gleich pressetechnisch
vermarktet und heute waren wir in der Zeitung. Was den Erfolg hatte,
dass ich Folgendes dachte: "Bevor die Volksmassen zu den drei Schwarzerlen
pilgern, sollten wir aufpassen, dass sie nicht eingehen." Dachte
es, habe mich vorhin mit einem Eimer bewaffnet und sie heute begossen
:-). Also habe ich etwas Sinnvolles getan!
Und sonst? Die Kühe wollen noch nicht kalben, in Norddeutschland
ist es viel kälter als bei Euch allen und ich gehe jetzt Kartoffelpuffer
essen *hihi*.
21.3.2003 Gräben, Wiesenwirtschaft und durchgerüttelte Hunde!
Gestern habe
ich nur die Hälfte erzählt. Wer sich also ernsthaft für
Schwarzerlen (das ist nicht so was wie ein "Blinkerle", sondern
es ist eben eine Schwarz-Erle, so wie eine Rot-Buche oder ein Tannen-Baum
*g*) interessiert, der guckt unter http://www.nabu-hanstedt.de
Da habe ich auf der Eingangsseite einen Text über Schwarzerlen
hinstellen lassen. Viele fällen alles, was an einem Graben im Wege
steht, um die Gräben maschinell besser freiräumen zu können,
damit das Wasser auf nassen Weiden wieder besser abfliesst. So auch
hier im Dorfe. Wir haben uns gedacht, wir machen das Gegenteil und pflanzen
was hin! Gräben kann man auch moderater freiräumen als gleich
mit der Fräse oder einem Riesenbagger. Sicher muss man es nicht
mehr mit der Hand machen, wie früher. Das wäre bei den vielen
Flächen heutzutage eine Heidenarbeit! Es gibt kleine Baggerchen,
damit machen wir es alle paar Jahre, das ist natürlich mühsamer
als mit einem Riesengerät, das alles ratzekahl macht, aber im Sinne
des Naturschutzes und der Kleinlebewesen heutzutage sicher besser.
Ein paar Wiesen haben wir diese Woche schon abgeschleppt, auf der einen
Wiese war ein Maulwurfshügel neben dem anderen und beim Abschleppen
ist es dem guten "Ben" schlecht geworden, der aber trotzdem
unbedingt mitfahren musste. "Trixie" auf der anderen Seite
rutschte dauernd runter, weil es so ruckelte. Als ich nach 4 Stunden
damit fertig war, zitterte mir schon der rechte Fuss, aber schön
sah die Wiese aus! Und jetzt - 2 Tage später??? Sind schon wieder
neue Haufen da *heul* - aber was solls, die eingeebneten Haufen sind
jedenfalls weg und Bullen und Pferde können wieder ordentlich über
die Wiese toben. Für die Mutterkühe wird heute eine Wiese
abgeschleppt, wo sie in zwei Wochen draufkommen. Diese Wiese liegt direkt
an unserem Haus und wir haben dann in den Wochen, wo die Kälber
geboren werden und in der ersten Wachstumsphase nicht so einen weiten
Weg. Bequemlichkeit muss schliesslich auch geplant sein!
Seit gestern ist die Kamera und das Livevideo von
http://www.storchennest.de
eingeschaltet, aber es sind noch keine Störche da. Vergesst nicht,
ab und zu mal reinzugucken!
25.3.2003 Hundespaziergänge und Kühe, die noch nicht kalben
Ich muss
nun meine morgendlichen Hunde- und Tierkontrollierspaziergänge
etwas verlegen, weil die Bauern alle sehr fleissig waren in den letzten
Tagen. Überall wurde gepflügt, gesät oder abgeschleppt.
Alle nutzen das anhaltend schöne Wetter. Es soll Leute geben, die
behaupten, dass wir Regen nötig hätten... finde ich aber nicht,
die letzten beiden Jahre waren dermassen nass, dass nur der Sandboden
bereits schön trocken ist. Die moorigen Böden sind immer noch
voller Matsche und man kann an eine Bewirtschaftung derselben nicht
mal denken. Und ich erinnere Jahre, wo diese Böden auch trocken
waren. Es wäre schön, wenn die Trockenheit anhält, damit
man diese Böden endlich auch einmal wieder befahren kann.
Achso, wieso muss ich meine Spaziergänge verlegen? Weil ich den
Winter über gerne den Weg über brachliegende Äcker oder
Wiesen nehme, das ist nicht nur eine Abkürzung, sondern macht den
Hunden auch mehr Freude. Damit ist es nun erstmal vorbei, ich muss wieder
ordnungsgemäss auf den Wegen bleiben und muss auch auf die Hunde
aufpassen, denn die Feldlerchen sind nun schon langsam dabei, sich ihre
Brutplätzchen zu suchen. Ben jagt zwar keine Rehe und Hasen, aber
dafür umso lieber Vögel. Das liegt wohl daran, dass sein Grossvater
ein Münsterländer war, also eine Rasse, die bevorzugt zur
Entenjagd eingesetzt wurde (wird? weiss ich nicht).
Die werdenden Kuhmütter lassen sich offensichtlich noch Zeit. Seit
gestern stehen sie hier fast am Haus, damit wir bequemen Leute es nicht
so weit haben zur Beobachtung. Und was tun sie? Sie fressen und käuen
wieder, wie es sich für Kühe gehört. Lady geht es nach
wie vor so einigermassen, in einer Zeitung habe ich gerade gelesen,
dass eine 17jährige Gallowaykuh mit einer "Moxabehandlung"
erfolgreich gegen Athrose behandelt wurde. Das ist eine Wärmebehandlung
an Akupunkturpunkten. Man schmiert eine Beifusssalbe auf verschiedene
Stellen und stellt so kleine chinesische Kerzchen aus bestimmten Materialien
drauf und brennt es ab. Es hat den Effekt, dass es eben die Akupunkturpunkte
stimuliert. Durch meine Heilpraktikerausbildung habe ich die Materialien
dazu hier und habe das beim Menschen auch schon gemacht, aber an eine
behaartes Tier habe ich mich damit noch nicht getraut.... nun bin ich
am Überlegen, ob ich das mal probiere - nur: was mach ich denn,
wenn die Kuh in Flammen aufgeht?? *g*
27.3.2003 Nutzgarten und Hundeteiche
Es soll ja
nur keiner von Euch denken, wir hätten nur Wiesenwirtschaft und
Tiere - einen Nutzgarten habe ich natürlich auch noch. Es gab schon
Leute, die ihn "klein" finden, aber ich finde, es reicht,
wenn wir zu zweit vier Monate lang aus dem Garten essen können,
ohne Gemüse kaufen zu müssen und die Kartoffeln bis in den
Januar hinein reichen. Ausserdem soll man es mit dem Arbeiten auch nicht
übertreiben. Kurz und gut: heute habe ich ihn vom letzten Winterdreck
befreit und die ersten Steckzwiebeln gelegt. Für alles andere ist
es meiner Meinung nach noch zu früh, da es noch ordentliche Nachtfröste
geben könnte und ich unter Folie oder Glas - wie ich es hier in
meiner Anfangseuphorie gemacht habe - nicht mehr anbaue. Wie gesagt,
man kann es auch übertreiben... *g*.
Und zudem habe ich noch unseren Gartenteich auf Vordermann gebracht.
Das war zwar ursprünglich mal als Biotop gedacht, hat sich aber
im Laufe der Jahre zum Hundebadeteich entwickelt. Am Anfang versuchte
ich das noch zu verhindern, da aber beide Hunde begnadete Wasserhunde
sind, war ich damit wenig erfolgreich.
Irgendwann habe ich mich dann in mein Schicksal ergeben und lasse ihn
absichtlich nicht mehr zuwachsen, sondern passe auf, dass genügend
Wasserfläche offen bleibt, damit Ben und Trixie ihre tägliche
Hunderunde schwimmen können, ohne die Seerosen und das Pfeilkraut
und anderes zu Mus zu zerquetschen. Heute habe ich also den Teich freigemacht
(der kaum noch 1 Meter freie Wasserfläche hatte und jetzt sicher
wieder 6 Meter hat) und als ich fertig war, kam Trixie, stellte sich
an den Rand, schaute nach rechts und schaute nach links, als wollte
sie alles inspizieren. Dann fing sie an mit dem Schwanz zu wedeln und
begann ihre erste Runde in diesem Jahr zu schwimmen. Schon lustig, wie
sie mir zu verstehen gab, dass das aber langsam mal Zeit wurde, was
ich da gemacht habe....
Schon toll, das anhaltend schöne Frühlingswetter in Norddeutschland.
Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals so früh im Jahr so oft
draussen aufgehalten zu haben. Also: nix wie raus..... :-)
29.3.2003 Amphibien und Drachenflieger
Heute war
ich mal in Sachen Naturschutz unterwegs. Wir haben in unserer Naturschutzbund-Gruppe
hier in der Gemeinde mehrere eigene Teiche, die wir im Laufe der Jahre
von Spendengeldern gekauft haben und dazu noch einige Teiche, die in
der Obhut unserer Gruppe sind. Das bedeutet, dass wir im Frühling
und im Frühsommer die Amphibienwanderungen dort beobachten und
aufpassen, dass die anliegenden Landwirte keinen Unsinn machen *g*.
Was könnten die für Unsinn machen? Tja, die könnten z.B.
dichter als erlaubt an die Teiche heran pflügen, sie könnten
ihre Düngemittel absichtlich reinschmeissen, sie könnten eine
Trockenlegung versuchen oder eben einfach Müll ablagern. Biotope
sehen immer so schön unordentlich aus, das scheint manche Menschen
dazu herauszufordern, ihre Holz- und Gartenabfälle dahin zu kippen.
All meine genannten Beispiele sind schon vorgekommen, aber im Grossen
und Ganzen sind die Bauern einsichtig und helfen mit, die wenigen Teiche,
die noch so richtig schön für Amphibien sind, zu erhalten.
Aber Querköppe gibt es halt doch immer, die der Meinung sind, es
gibt ohnehin genug unnützes Viehzeugs...
Richtigen Ärger haben wir selten, wir versuchen uns immer vernünftig
zu verständigen und nicht gleich die Behörden zu bemühen.
Das taten wir erst einmal, als einer an einem Teichrand ein komplettes
Reetdach lagerte und der Meinung war, das würde doch ohnehin irgendwann
verrotten. Nur sah er anscheinend nicht, dass neben dem Teich ein riesiger
Schuttberg entstanden war, der da nicht hingehörte. Er musste seinen
ganzen Kram wieder abholen und fachgerecht entsorgen - selbst schuld!
Ein anderes Mal haben wir einen Teich saniert, d.h. er war völlig
verlandet und wurde mit dem Bagger wieder zu einem Teich gemacht. Bei
diesen Bauarbeiten wurden Stecken zwecks Baustellenabgrenzung um das
NABU-Grundstück gesteckt. Und zwei Tage später waren die Stecken
2 Meter dichter am Teich... der angrenzende Landwirt war der Meinung,
er könnte doch 2 Meter weiter heranpflügen. Darauf folgten
einige Spielchen, also Stecken hin und Stecken her, bis er sich in sein
Schicksal ergab - er war ohnehin im Unrecht.
So kann man immer was erleben und ich habe heute eine Inspektionsrunde
gedreht zu den diversen Teichen, ob alle den Winter gut überstanden
haben und wie es derzeit aussieht. Auch eine Menge Krötenlaich
habe ich schon gesichtet, die sind trotz der kalten Nächte ab und
zu schon unterwegs.
Und was glaubt Ihr, was ich noch gesehen habe??? Einen Drachenflieger
in der Nordheide!! Naja, es war eher ein Drachensteher, denn er stand
am Rand einer Kiesgrube, ca. 10 Meter hoch und wollte dort starten.
Ich dachte, ich habe einen Augenfehler und bin fast in den Graben gefahren....
Schliesslich leben wir hier auf dem flachen Land und Drachenflieger
gibts meines Wissens nach in Norddeutschland eher irgendwo, wo sie sich
mit so einem Gefährt hochziehen lassen, aber vom Rand einer winzigen
Kiesgrube abzuspringen???? Zumal wir heute gar nicht viel Wind hatten.
Sachen gibts, die gibts gar nicht. :-)
30.3.2003 Diese Homepage und anderes Getier..
Gestern, am 29.3.2003, hatte diese Homepage so etwas wie einen Geburtstag, sie bestand genau 6 Monate. Und ich habe durchschnittlich 24,85 tägliche Zugriffe, das finde ich ganz ordentlich für eine einfache Homepage, auf der man nix anderes tut, als sich selbst mehr oder weniger gut darzustellen *kicher*. Dafür danke ich Euch allen, dass Ihr so teilhabt am Leben in der Nordheide, ob es nun die Tiere oder den Naturschutz betrifft. Wenn ich allerdings ein Buch schreiben würde - wie mir schon mehrfach empfohlen würde - könnte ich mit 25 Buchkäufern nicht gerade reich werden, gell? Also brauche ich vorher noch einen Sponsor, der mich gewinnbringend vermarktet *hihi*. Wer bietet sich an?
Die Kühe lassen auf sich warten mit ihrer Kalberei, da gibt es nichts Neues. Die beiden Pferde sind zur Zeit in Hochform und machen viel Freude beim Reiten, da das ideale Reitwetter ist. Noch sind keine Insekten unterwegs, die Wege in Wald und Heide sind trocken, ein kühler Wind weht und man kann schön "Gas geben". Heute war ich drei Stunden mit meiner Reitbeteiligung unterwegs und wir haben kaum jemand gesehen, da wir in der Mittagszeit geritten sind und offensichtlich alle Menschen vor ihrem Sonntagsbraten sassen oder durch die Uhrumstellung so verwirrt waren, dass sie noch im Bett lagen *g*.
Gestern habe ich etwas über meine Naturschutzarbeit und über meine "Inspektionen" geschrieben. Heute haben wir den Amphibienschutzzaun abgeholt, der hier im dörflichen Feuerwehrhaus lagerte. Sechs Jahre lang haben wir hier einen Zaun betreut, der aber seit 3 Jahren überflüssig wurde, da sich die Arbeit nicht mehr lohnte. Das lag aber nicht daran, dass alle Kröten und Frösche bereits tot waren, sondern das kam so:
Auf der anderen Strassenseite gibt es mehrere Fischteiche und nachdem der Teichbesitzer den vorderen, ersten Teich, von jeglichem Busch und Baum befreit hatte, gab es dort keinen Grund mehr, für die Frösche abzulaichen. Frösche und Kröten brauchen etwas Gebüsch und schattige Randstreifen, um ihren Laich abzusetzen. Also haben sie sich mehr nach hinten verlagert zu den Teichen, die noch zugewachsen und schattig sind. Und damit haben sie auch ihren Winterlebensraum verlegt und mussten nicht mehr in Massen die Strasse überqueren. Wer sich für Kröten- und Froschwanderungen interessiert, dem sei folgende Seite empfohlen:
http://www.nabu.de/m05/m05_04/01032.html
Nun, was wollte ich eigentlich sagen?? Achja, der Krötenzaun wird hier nicht mehr benötigt und soll an anderer Stelle eingesetzt werden. Darum kümmern sich mal andere, ist doch auch schön *g*. Allerdings brauchen diese Leute eine "Ersteinführung", also werden wir in den nächsten Tagen mit diesen Leuten den Zaun aufbauen und ihnen erklären, dass sie sich nun ihre gemütlichen Sofa-Abende abschminken können, denn ein Amphibienzaun muss abends zwischen 22.00 und 23.00 Uhr und morgens zwischen 7.00 und 8.00 Uhr kontrolliert und betreut werden. Wenn ich überlege, dass ich das 6 Jahre lang gemacht habe.... *uff*, naja, man wird halt auch älter und ruhiger *kicher*.
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