Tagebuch vom 1.5.2003 bis 30.5.2003 2.5.2003 Erlebnisse am 1. Mai
Gestern wurde der Amphibienzaun abgebaut, mit fünf Leuten waren wir in einer dreiviertel Stunde fertig. Ein Klacks zum Aufbau vor einigen Wochen, wo wir zu siebt über drei Stunden benötigten. Natürlich geht der Abbau immer schneller, aber auch das Wetter war auf unserer Seite. Beim Aufbauen war der Zaun zu lang für die benötigte Strecke und wir hatten die Rolle am Ende zusammengewickelt und wind- und wetterfest angebunden. Und was ist passiert?? Irgendjemand hat die Rolle einfach abgeschnitten und mitgenommen, so ca. 60 Meter. Ohne die Erdnägel kann man ihn als Amphibienzaun nicht gebrauchen, aber vielleicht wollte ihn jemand als Hasenzaun oder zur Schneckenabwehr im Garten?? Man wundert sich immer wieder, es wird geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist. Immerhin: in all den vergangenen Jahren ist das niemals passiert. Der Zaun wurde damals vom Landkreis bezahlt, also trifft es den Ärmsten der Armen: den Staat !! *g*
Die Betreuer haben ca. 300 Kröten und 30 Molche und einen Feuersalamander gesammelt und wohlbehalten zum Ablaichen gebracht. Es hätten mehr sein können, wenn wir den Zaun früher aufgebaut hätten, aber an dieser Stelle stand er das erste Mal und Erfahrungen müssen halt überall gemacht werden.
Nun haben wir den Zaun in dem alten Transformatenhaus, das dem Naturschutzbund gehört, eingelagert. Der Turm ist innen stockfinster, nur die geöffnete Tür bringt etwas Licht. Den Schlüssel für die Tür hatten wir einstecken und haben von innen den Turm erklommen nach getaner Arbeit, da im Dach des Turmes eine Schleiereule brütet, die wir natürlich sehen wollten. Also mucksmäuschenstill alle nach oben gekrabbelt und geguckt, da macht es "Rummmmssss", die Tür fliegt zu und wir hängen im Dunkeln unter der Decke auf der Leiter. Derjenige, der den Schlüssel innehatte, fing an zu schreien: "Ogottogott, ogottogott" - mit der Ruhe war es vorbei und wir alle einem Herzinfarkt nahe, denn er meinte, wir kämen nicht mehr raus, das würde von innen nicht funktionieren.... Oho, in so einem Moment gehen einem ziemlich viele Gedanken durch den Kopf. Ein Turm inmitten der Feldmark, kein Haus und kein Mensch weit und breit, nur ein rumpeliger Feldweg. Das Handy natürlich im Auto und kein Licht im Turm. Ob wir wohl verhungern und verdursten müssen? Soooo schnell waren wir die Leiter wieder unten........ und zum Glück war die Tür nicht ins Schloss gefallen, sondern nur angelehnt. Habt Ihr ein Glück, dass ich da wieder rauskam, wann hätte man uns wohl vermisst?
Das dritte Kälbchen heisst "Leona", wir fanden, das passt gut zu "Lea" und "Selina". "Leona" hat schon den Anschluss an die beiden anderen gesucht und die drei haben schon ihren eigenen Club gegründet und erkunden gemeinsam ihre neue Welt, ohne ständig hinter ihren Müttern herzurennen.
6.5.2003 Schwüle Frühlingstage und rasende Ochsen
Gestern waren es hier fast 30° und nun hat es die ganze Nacht in Strömen geregnet. Die Kühe, die ja immerhin die Möglichkeit haben sich unterzustellen, haben offensichtlich gerne geduscht, denn ich fand sie eben geruhsam auf freier Fläche liegend, die drei Kälber auf einem Haufen etwas abseits der "Damen". Das vierte Kalb lässt auf sich warten, noch hat die Kuh zwei Wochen Zeit, aber sie sollte mal langsam voran machen, da wir die neuerliche Decksaison etwas früher legen wollten, damit wir im Mai auch mal gemeinsam verreisen können. Schliesslich musste ich letztes Wochenende Haus und Hof hüten, während mein Gatte sich mit anderen Gallowayzüchtern in Alsfeld/Hessen auf einem bundesweiten Treffen mit Rind und Mensch vergnügte. Ich hörte, Herr M. aus G. hat dort Fotos gemacht, die er mir für die http://www.gallowayzuechterstammtisch.de zur Verfügung stellen wollte?? Ja, wo sind 'se denn?? Die Mailbox gibt nichts her aus G. Wie ich auch hörte, ist Herrn M.'s Digitalkamera neu..... haha, er wird doch wohl keine Probleme damit haben, die Fotos auf den PC zu bekommen? *kicher*.
Zum Einläuten der Decksaison werden wir auch alle männlichen Tiere auf eine andere Weide bringen, wo dann sechs Ochsen und Bullen stehen werden. Damit die ganze Aktion gut funktioniert, beginnen wir die Ochsen, die bei den Pferden stehen, zur Zeit anzufüttern. Das hat einen gravierenden Nachteil für mich, denn bereits nach drei Tagen sind die Ochsen so auf unser Rufen und die darauf folgenden Leckerlis fixiert, dass bei meinem täglichen Geschrei nach den beiden Pferden nicht nur zwei galoppierende Pferde, sondern auch noch vier wild gewordene Ochsen auf mich zurennen und kurz vor mir Vollbremsungen machen. Nunja, das ist eine vorübergehende chaotische Phase, sie werden sich das schnell wieder abgewöhnen, wenn es nichts mehr gibt.
Und sonst? Sonst blüht nun auch in Norddeutschland der Raps, der Flieder und der Löwenzahn, wir schaffen es jedes Jahr aufs Neue, südlichere Gefilde einzuholen *g*.
10.5.2003 Eine Vogelstimmenwanderung und ein Foto von "Lucky"
Hallo zusammen,
heute habe ich nach langer Zeit mal wieder eine Vogelstimmenwanderung
in aller Herrgottsfrühe mitgemacht. Früher, als ich beim Naturschutzbund
meine Mitarbeit begann, habe ich das öfter mal gemacht, aber irgendwann
damit aufgehört, weil ich feststellte, dass man die Vögel
in dieser "lauten" Jahreszeit nicht wirklich stimmlich auseinanderhalten
kann, wenn man sich nicht eingehend damit beschäftigt. Dazu kommt,
dass diese Wanderungen zwar immer angeblich für "Anfänger"
ausgeschrieben sind, aber so viele wissende Rentner und Rentnerinnen
mitmarschieren, dass man sich schon ziemlich blöde vorkommt, wenn
man eine Amsel nicht vom Zaunkönig unterscheiden kann :-)
Dennoch war die heutige Wanderung wunderschön, sogar Gebirgsstelzen, Eisvögel und Kraniche gibt es da, wo wir waren. Und auch auf dem Boden gab es eine Menge zu sehen.. Märzenbecher, Maiglöckchen und viele andere hübsch anzusehende Blümelein. Zum Abschluss gabs noch ein Picknick am See, was will der Mensch mehr an einem lauen Maienmorgen?
Von der Wanderung habe ich keine Fotos gemacht, aber dafür eines von "Lucky", das ist die Kuh, die immer noch nicht niedergekommen ist, aber da sie eine sogenannte "Erstkalbin" ist, darf sie ruhig etwas "übertragen". Das Foto habe ich künstlerisch besonders wertvoll bearbeitet *hihi*:

15.5.2003 Kühe im Löwenzahn und geschenkte Erde
Guten Tag
zusammen,
"Lucky" lässt sich Zeit, aber es kann nun nicht mehr
lange dauern, denn sie hat ein deutliches Euter bekommen. Bei einer
Kuh, die schon mal gekalbt hatte, kann man das nicht so gut beurteilen,
denn die hat ja immer ein zumindest sichtbares Euter, ob schwanger oder
nicht. Bei einer Kuh, die das erste Mal gebärt, sind die Zitzen
noch ganz klein und weit oben. Erst wenn die Milch beginnt einzuschiessen,
kann man es schon deutlicher sehen. Also denken wir, dass es heute oder
morgen so weit ist. Wahrscheinlich hat sie sich dazu entschlossen, weil
wir gestern die Kühe umgeweidet haben und sie jetzt auf einer frischen
Weide stehen, wo sie die Ohren bis tief in den Löwenzahn stecken
können.
Kühl ist es geworden an den Eisheiligen, der Frost hat uns bisher verschont, also sind auch keine gärtnerischen Katastrophen zu berichten.
Vor einigen Wochen wurde der Graben an der Landstrasse ausgebaggert und eine unserer Weiden hat dort ihre Zufahrt. Der Eingang ist im Laufe der Jahre so schlecht geworden und tief abgefallen, dass man kaum noch mit dem Traktor reinkam. Also bat ich damals die beiden Arbeiter vom Strassenamt, mir dort Aushub hinzuwerfen, damit wir die Einfahrt wieder ordentlich machen konnten. Das lehnten sie ab mit der Begründung, dieser Aushub sei für meine Wünsche nicht gut. Enttäuscht zog ich von dannen und was sehen meine Äuglein gestern - Wochen nachdem der Graben schon längst fertig ausgebaggert ist und die beiden Männer hier schon lange nichts mehr zu tun hatten? Da liegt ein wunderschöner Erd/Sandhaufen in meiner Einfahrt, von den Heinzelmännchen persönlich hingeworfen :-) Haben die sich doch tatsächlich meiner Wünsche erinnert und haben noch nicht mal einen Zettel dran gemacht, wer sie denn waren. Naja, dann spare ich die Pralinen und kann sie selbst essen. *g*
21.5.2003 Ein Heidschnuckenlämmlein, aber kein Kalb!
Gestern hat es in Strömen geregnet und nachmittags haben wir bei den Heidschnucken im hohen Gras ein neugeborenes Lamm entdeckt. Das war gar nicht vorgesehen!! Das andere Schaf hat schon länger Zwillinge und das zweite Schaf war angeblich nicht tragend. Na, das hat uns was gehustet und einfach gestern ein winziges Lämmlein in die Gegend gelegt. Als wir es fanden, war es bestimmt schon einige Stunden alt, von der Geburt noch verschmiert und vom Regen total nass. Es war jämmerlich am Schreien. Auch die Mutter machte zwar immer *bäääh*, dachte aber nicht daran, zu ihrem Kleinen zu gehen und rannte dauernd mit den anderen in die äusserste Ecke der Weide. Was tun? Das Kleine musste schnellstens getrocknet werden, also musste ich bei strömendem Regen zur Tat schreiten. Die Besitzer der Schafe waren nicht zu erreichen tagsüber.
Also rein in die alten Klamotten, das kleine Schäfchen erstmal mit Stroh notdürftig trockengerieben und dann die Mama gegriffen. Da sie ebenso lange Wolle hat wie der Bock, konnte man sie leicht packen. Dann hab ich sie einfach auf die Seite geworfen, Schafe wehren sich dann nicht mehr, hab dem Kleinen die Zitze ins Maul gestopft und dann wurde genuckelt :-) Manno, wieviel einfacher das doch ging als bei einer Kuh, die ihr Kalb nicht annehmen will!! Ein Kinderspiel mit so einem dummen Schaf *g*. Nachdem das Kleine satt war, suchte die Mutter sofort wieder das Weite. Ich sah mittlerweile aus wie ein Schwein, bei strömendem Regen ein ungeschorenes Schaf, das gerade abgelammt hat, festzuhalten, ist ein zweifelhaftes Vergnügen. Denn es ist alles andere als sauber! Nun war aber das Nötigste getan, bis die Besitzer kamen. Die Schafe stehen hier nur vorübergehend auf einer Weide ohne Stall. Wenn nach einigen "Trinkhilfen" der Mutter-Kind-Kontakt gefestigt ist, ist das Problem meistens beseitigt. Es kann aber passieren, dass das Mutterschaf das Lamm dennoch nicht annehmen will, dann muss es mit der Flasche aufgezogen werden. Drum war es das Beste, dass der Besitzer Mutter und Kind mitgenommen hat. Er hat beide einfach in den Kofferraum seines Autos gepackt und mit in den heimischen Stall genommen. Mir wars recht so und ich hoffe für die beiden, dass sie zusammenfinden.
Fotos konnte ich keine machen, es hat dermassen geregnet, dass mir nur die Kamera vollgeregnet wäre. Und ausserdem hättet Ihr ohnehin nicht viel erkennen können *g*.
23.5.2003 Das vierte Kalb ist da
Heute endlich ist "Lucky" eine Mutterkuh geworden, sie hat ihr erstes Kalb um 7.15 Uhr bekommen. Woher wir das wissen? Weil wir ihr Geschrei gehört haben. Sie ist sehr aufgeregt gewesen, aber mittlerweile beruhigt sie sich langsam. So ganz richtig liess sie uns noch nicht ran, drum können wir nur zu 80% sagen, dass es weiblich ist, das Fühlen musste schnell gehen *g*. Soweit scheint alles in Ordnung zu sein.
Zwischen dem ersten Kalb "Selina" geb. am 6. April und diesem - letzten diesjährigen - Kälbchen liegen nun fast sieben Wochen, viel länger hätte es auch nicht dauern können, war doch der Bulle im letzten Jahr nur 6 Wochen dabei.

25.5.2003 Eier am Stiel
Guten Morgen, es ist ein schwüler Sonntag in Norddeutschland und ich muss mich erstmal hier von meinem "heissen" Spaziergang erholen.
Das vierte
Kalb ist putzmunter und auch weiblich. Offensichtlich haben wir in diesem
Jahr eine Glückssträhne, alles ist ohne Probleme verlaufen
und die Abkalbezeit ist nun vorbei.
Wir sind am Überlegen, ob wir das 4. Kalb "Leosina" nennen.
Das wäre eine nette Ergänzung zu "Selina", "Lea"
und "Leona". Oder wir gehen von unseren Grundsätzen der
vornehmen Namen ab und nennen es "Loerchen" - es hat nämlich
so grosse Öhrchen *g*. Die Entscheidung muss noch wachsen.
Gestern wollten wir uns mit der Sense bewaffnen, um Brennesseln für die Brennesseljauche (für die Tomaten) zu sensen. Leider sind wir nun zum Nichtstun verdammt, denn die Sense ist anderweitig in Benutzung. Schaut Euch das mal an:



Nach den Eiern zu urteilen, ist es entweder eine Heckenbraunelle oder schlicht und ergreifend eine Amsel. Soweit ich das beurteilen kann :-)
28.5.2003 Loehrchen und Gärtchen *g*
Guten Tag, liebe Leser und Leserinnen, heute habe ich mal die Rubrik "Galloway" aktualisiert, auf der Ihr nun alle vier Kälber findet. Keine spektakulären Geschichten in diesem Jahr, aber schöne Fotos. Damit ist die Kalbezeit abgeschlossen. Die drei älteren Kälber haben ihren Kindergarten gegründet und sind immer zusammen, nur noch zum Milch zapfen suchen sie ihre Mütter auf. Das Jüngste, "Loehrchen", zwingt mich, weite Wege zu machen. Denn die Mutter zieht mit der Herde mit und lässt ihr Kleines irgendwo rumliegen. Die erste Zeit ist es schon wichtig, es dann auch zu finden, schliesslich ist es erst 6 Tage alt. Sehr hoch und schlaksig ist es, schon genauso gross wie ihre Schwestern, aber lange nicht so knuffig - es scheint Verwandtschaft mit einem Reh zu haben *g*
Und was mach ich sonst - ausser "Fremdarbeiten" ? Ich krabbele auf allen Vieren im Garten rum, gucke die Gurken aus der Erde, staune über mannshohen Rharbarber und ärgere mich über unseren Kater "Sokki", der das Bohnenbeet zu seinem Lieblingskatzenklo auserkoren hat. Und "Ben" hat es mit seiner Rüdenpinkelei nun endlich geschafft, mein nun fast genau zweijähriges Buchsbäumchen zum Eingehen zu bringen. Das war immer sein Lieblings"baum"... aber bald nicht mehr, denn ich werde ihn entsorgen. Den Hund? Nein, den Baum! Was macht man nicht alles mit mit diesem Viehzeugs!! Warum wohne ich nicht in der Stadt mit einem kleinen Balkon und ohne diese ewigen Ärgernisse *grummel*.
Weil es bei dem derzeitigen Wetter eigentlich fast nirgends so schön ist wie hier :-) Und drum wird heute zwischen meinen Kuckuckslichtnelken gegrillt und ich wünsche Euch einen schönen Restmittwoch oder auch morgen einen schönen Feiertag!
Tschüüüüssssss....
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