Tagebuch vom 1.10.2003 bis 30.10.2003

1.10.2003 Goldener Oktoberbeginn

Der "Goldene Oktober" hat die Nordheide erstmal fest im Griff. Nachts ist es kalt und tagsüber scheint die Sonne. Die Natur spielt irgendwie verrückt, heute habe ich blühenden Löwenzahn und Märzenbecher entdeckt - ist das so in Ordnung? Seltsam...

Und Mücken gibt es immer noch, was die Pferde veranlasst, den Nachmittag immer noch gerne im Stall zu verbringen. Unser Stall hat keine Fenster und ist mit Plastikstreifen verhängt. Das habe ich wegen meinem Pferd "Gerpla" gemacht, die unter dem sogenannten Sommerekzem leidet und am liebsten die Mückenphasen in totaler Dunkelheit verbringt. Das andere Pferd "Hásti" lässt es sich aber nicht nehmen, ständig den Kopf vorwitzig in die Gegend zu strecken, schliesslich muss er seine Dame bewachen:

Und ausser blühenden Blumen gibt es natürlich viele Früchte überall und Pilze, Pilze und nochmals Pilze.
Ich kenne mich mit Pilzen überhaupt gar nicht aus - man kann sich ja nicht für alles interessieren. Soll ich den heute abend essen:

oder lieber den (rechts im Bild ist eine Vorwitznase):

oder doch diesen:

Und was sind das da für kleine auf dem letzten Bild?? Also wenn Ihr morgen nichts von mir hört, wisst Ihr warum...


4.10.2003 Steinpilze, Apfelbäume und eine neue Hühnerleiter für mich

Hallo ins Wochenende!
Gestern hats den ganzen Tag geregnet und heute ist "Aprilwetter". Naja, die Natur brauchts.

Pilzmässig habe ich mich etwas gebildet und weiss jetzt, wie ein Steinpilz aussieht - die stehen hier nämlich auch rum. Im Geschäft kosten 100 Gramm Steinpilze 4,50 EUR, sündhaft teuer. Ich werde also in den nächsten Tagen selbst geerntete Steinpilze kochen, zum ersten Mal in meinem Leben (und hoffentlich nicht zum letzten Mal *haha*).

Und dann war ich beim "Appelfest" vom "Appelbuur" im Nachbardorf. Das ist kein normaler Apfelbauer mit genormten EU-Äpfeln, sondern ein Fan von alten Apfelsorten, die er auch züchtet. Da gab es circa 50 Apfelsorten und man konnte sich nicht nur für 2 EUR/kg eine Tüte zusammenstellen, sondern man konnte sich da durchmampfen durch die diversen Sorten.
Und wenn man sich durch alle Sorten durchgemampft hat, konnte man von der Sorte, die einem am besten geschmeckt hat, einen Apfelbaum bestellen. Das haben wir gemacht, im November wird ein "Finkenwerder Herbstprinz" gepflanzt. Zwar haben wir auf unserem Grundstück noch einen alten Apfelbaum, aber der hat uns noch nie geschmeckt, meistens haben wir sie aufgesammelt und den Pferden und Kühen gegeben. Dieser Baum bleibt natürlich erstmal stehen und für den Neuen haben wir schon einen Platz ausgesucht. Freue mich jetzt schon auf die ersten Herbstprinzen *g*.

Gestern habe ich den Feiertag genutzt, um den Pferdestall mit frischer Einstreu herbstfertig zu machen. Da haben wir einen Mistwagen stehen, wo wir immer den Mist mit der Schubkarre über zwei Bretter hochfahren. Die Bretter haben so Querbrettchen wie eine Hühnerleiter (alles Marke Eigenbau) und gestern ist das eine Brett unter meinen Füssen durchgekracht. Dabei flog die Schubkarre runter und ich so gut wie hinterher. Ihr könnt von Glück sagen, dass ich mir nicht das Genick gebrochen habe.
Also musste heute noch die Konstruktion mit neuen Brettern erneuert werden, weil ich mich so da gar nicht mehr hochtraue - ich bin nämlich nicht schwindelfrei. Solche Dinge sind immer gar nicht in der "Zeitplanung" und werfen uns um Stunden zurück. Da aber die alten Bretter schon 5 Jahre in Regen und Wind gehalten haben, ist es wohl fällig gewesen.

Mehr kann ich heute nicht berichten, ausser dass ich so langsam aber sicher alle Fensterbänke mit Kürbiskernen voll liegen habe, die da trocknen sollen. Es ist erstaunlich, wieviele Kerne in so einem einzigen Kürbis sind.... Wenn sie trocken sind, kommen sie in ein Gefäss (wahrscheinlich eher ein Eimer *lol*) und im Frühling schmeiss ich sie auf den Mist. Dann hab ich im nächsten Jahr meine eigenen Kürbisse und muss nicht mehr betteln gehen bei anderen Mistbesitzern....


8.10.2003 Regen und Hundeflocken

Hallöchen, heute morgen schien die Sonne und jetzt regnets wieder, wie die letzten beiden Tage auch schon. Wie ich hörte, hat es sogar im Allgäu bereits geschneit, nicht nur in den Alpen also. Nunja, da besteht für uns hier keine Gefahr, wir liegen auf 46 Meter über dem Meer. Dennoch beginnt nun auch für mich die Kerzen- und Plätzchenzeit, ob mit oder ohne Schnee :-)

Heute erzähl ich Euch wieder mal eine Alltagsgeschichte mit dem Titel "Der Verbraucher, ein modernes Opfer".
Wie Ihr wisst, bin ich pingelig, was ich meinen Hunden zu fressen gebe.
Ich habe ein sehr hochwertiges Dosenfleischfutter mit Fleisch aus vernünftiger Haltung. Und nicht nur aus vernünftiger Haltung, sondern der Fleischanteil in diesen Dosen ist auch sehr viel höher als bei Chappi, Loyal oder sonstigen „Normalomarken“ – da ist mehr Füllmaterial als Fleisch drin. Mein Dosenfutter gibt’s nur im Direktvertrieb und ist auch ziemlich teuer, davon kauf ich nicht sehr viel. Das macht aber nix, weil wir ja durch unsere eigenen Schlachtungen genug Fleisch auch für die Hunde haben.
Soviel zum Fleisch...

Nun soll aber ein Hund gar nicht so viel Fleisch fressen, sondern auch Gemüse und anderes bekommen. Der Wolf frisst als erstes und am liebsten den Mageninhalt seiner Opfer und in deren Magen ist in der Regel kein Fleisch. Also brauche ich noch ein Zusatzflockenfutter, um dieses mit Fleisch zu mischen. Vor einigen Jahren bin ich auf ein Fachgeschäft gestoßen, die eine Vollkornflockennahrung mit Gemüse, Getreide und Reis so herstellen, wie ich es optimal finde. Mit diesen Flocken und meinem Fleisch bin ich und sind die Hunde glücklich gewesen, jedenfalls bis zum Juni diesen Jahres.

Einmal im Monat fuhr ich immer in dieses Geschäft, das natürlich etwas weiter entfernt ist und als ich im Juni hinkam, war der Laden leer und es hing ein Schild dran: "Ab 1. Juli Onlineshop im Internet: heute bestellt, übermorgen geliefert". Naja, ist mir auch recht, dachte ich und am 2. Juli guckte ich auf die Seite: "Demnächst können Sie HIER bestellen." Mitte Juli probierte ich es nochmal, machte mich mit dem Onlineshop vertraut, packte meine Vollkornflocken in den Warenkorb und schickte ab. Meldung: "Ihre Bestellung konnte nicht bearbeitet werden". Hmmm..... also Telefon. Anrufbeantworter. Kein Rückruf erfolgte. Also Mail. Die Mail kam als unzustellbar zurück.

Da hatte ich die Nase erstmal voll und kaufte ein anderes Futter. Vor vier Wochen dachte ich, ich könne es ja mal wieder in dem Onlineshop probieren. EIN Sack mit 15 kg Vollkornflocken in den Warenkorb gelegt und zur Kasse "gegangen". Juchhu: "Ihre Bestellung wird bearbeitet". Die Tage gingen ins Land und kein Futter kam. Ich kaufte wieder mal ein anderes Futter.

Am Donnerstag letzter Woche komm ich nach Hause und da stehen 4 Säcke vor der Tür. Wie bekommt man 15 kg in 4 Säcke??? Also hab ich es erstmal gewogen und ein Sack wog jeweils 4 kg, also waren das 16 kg. Naja, wollten die mir wohl 1 kg schenken? Jedoch... was war das??? Der gelbe Aufdruck, den ich gewohnt bin, war nicht drauf, ein Beipackzettel war nicht zu finden (Tierfutter ohne Beipackzettel !!! *grusel*) und zu allem Unglück waren in dem Getreide und Gemüse und Reis so braune Bröckelchen, was mir doch gar zu sehr nach Fleischbrocken aussah. Oh Grausen. Also ans Telefon. Der Anrufbeantworter sagte: "Telefonische Geschäftszeiten täglich von 13.00 bis 15.00 Uhr". Es war 14.30 Uhr und mein Adrenalinspiegel stieg in bedrohliche Höhen. Ich murmelte erbost auf den Anrufbeantworter und vergas meine Telefonnummer anzugeben. Also das Ganze nochmal, nun war ich noch erboster und sagte, sie sollen "ihren Sch..." wieder abholen. Abends um 19.00 Uhr erhielt ich einen Rückruf, sie sagte, es sei tatsächlich das falsche Futter, der Fahrer habe das falsch zusammengestellt und er würde es am selben Abend umtauschen. Um 21.00 Uhr rief sie an und sagte, das wird heute nix mehr und ich müsste bis am darauffolgenden Donnerstag warten, weil der immer Donnerstags in meiner Gegend liefert. Ich sagte NEIN und sie sagte, sie schickt mir per Post einen 4-kg-Sack kostenlos zur Entschädigung, den ich dann am Montag hätte und am Donnerstag soll ich dann die falschen Säcke vor die Tür stellen und bekäme dann noch einen "richtigen" 15-kg-Sack.

Nur kam am Montag kein 4-kg-Sack. Abends rief sie an und sagte, der käme dann am Dienstag. Am Dienstag kam tatsächlich der richtige Sack mit richtigem Aufkleber und richtigem Beipackzettel. Und morgen ist Donnerstag und dann wollte ich die falschen Säcke vor die Tür stellen..... Und gerade vorhin rief sie an und sagte, der Lastwagen sei kaputt und ich müsste bis nächste Woche Donnerstag warten.

Ein interessantes Beispiel für einen nicht funktionierenden Online-Shop und die Leute, die dahinter sitzen. Früher ging ich ins Geschäft und alles war bestens. Jetzt beschäftige ich mich wochenlang damit, Säcke im Haus hin- und herzutragen, die ich nicht haben will und die mir im Wege stehen.
Das Einzige, was bei der ganzen Aktion richtig war, ist die Rechnung. Die habe ich erstmal weit weg abgeheftet und sollte ich doch nochmal das richtige Futter bekommen, muss die Firma warten, bis ich überaus gute Laune habe, damit ich diese Rechnung bezahle. Und das letzte Mal hab ich da sowieso bestellt, sollen die doch ihre ökologischen Vollwertflocken für Hunde selbst essen :-)

So, das war die Alltagsgeschichte zum Mittwoch, sonst gibts von Tieren und Natur nichts zu berichten und ich geh jetzt den letzten Salat ernten, denn die Nächte sind kalt und er könnte täglich erfrieren. Sind aber nur noch 5 Köpfe, also werde ich mich mit der Ernte nicht überarbeiten.


10.10.2003 Meine Hühnerleiter für die Mistkarre

So, nun ist die Hühnerleiter endlich restauriert. Beim ersten Versuch am Wochenanfang wurde nämlich gepfuscht, die Klötzchen waren viel zu klein und man hätte sich genauso gut das Genick brechen können wie vorher bei dem morschen Brett.

Und nun sind die neuen Bretter untendrunter und die alten mit den dicken Klötzchen obendrüber, drum sieht es zwar jetzt nicht neu, aber immerhin stabil aus. Auf vielfachen Wunsch habe ich das vollendete Werk fotografiert:

Zum Grössenvergleich ein Hund draufgesetzt:

und gleich noch einer:

Obwohl sich das Wetter mittlerweile etwas beruhigt hat, ist es pitschnass draussen und drum bin ich wenig vor der Tür, nur das Nötigste wird halt draussen gemacht, drum müsst Ihr Euch mit diesen Fotos zufriedengeben :-)

Ach, eins habe ich noch, aber das ist geklaut, meine beiden Rabauken würden dieses Viech nicht so liebevoll ablecken, sondern es gemeinsam in Stücke reissen, nicht um es zu fressen, sondern um mit ihm zu spielen. Wenn meine auch so liebevoll mit sowas umgehen würden, dann hätte ich gerne einen Zwerghasen, die find ich süss. Das allerdings ist kein Zwerghase, sondern ein Meerwutz *g*:


14.10.2003 Vollmondfoto

Guten Morgen, wunderschönes Herbstwetter ist seit gestern, die Blätter färben sich nun bunt - spät für norddeutsche Verhältnisse. Im letzten Jahr hatten wir am 15. Oktober den kältesten Oktobertag seit 100 Jahren. So schlimm ist es in diesem Jahr nicht. Nachts gibt es leichten Bodenfrost und der noch immer ziemlich dicke Vollmond steht hoch am Himmel, auch jetzt noch:

Die Tiere werden langsam ungeduldig und wollen ihre Winterfütterung haben, aber noch müssen sie sich gedulden und die letzten Grashalme fressen.

So sah es aus bei meinem heutigen Hundespaziergang:


17.10.2003 Zwei Herbstbilder

Im Moment passiert rein gar nix hier. Das liegt aber auch daran, dass ich mich erstens erkältet habe und von daher auf Sparflamme laufe. Ausserdem bekommen wir Besuch und ich habe einen "niedersächsischen Apfelkuchen" gebacken für heute nachmittag. Wer mich kennt, der weiss, dass ich reif für die Anstalt bin, wenn ich einen Kuchen gebacken habe. Das liegt aber einfach nur daran, weil ich es so selten mache. Und nie stimmt die Uhrzeit in den Rezepten *grummel*. Da steht z.B. im Rezept: bei 200° 30 Minuten backen. Hab ich gemacht. Und nach 15 Minuten wurde er bereits dunkelbraun an den Rändern. Also Klappe auf, Klappe zu, reingepiekst, kleiner gestellt. Klappe auf, Klappe zu, reingepiekst. Und das so lange, bis ich ihn als "fertig" deklariert habe. Ich will Euch aber nicht mit meinem Kuchen langweilen, sondern Euch zwei Fotos vom heutigen Morgenspaziergang zeigen. Hier unsere Pferdeweide unter stahlblauem Himmel, im Hintergrund das Haus unseres nächsten Nachbarn - unser Haus liegt zwischen den Bäumen verborgen. Und am Himmel rechts oben ist ein Greifvogel, kein Flatscher auf dem Objektiv *g*:

Und hier noch "Gerpla" bei dem, was sie am liebsten tut: Fressen.

Gestern hab ich gelesen, dass einer meiner Kollegen, also ein ganz normaler Sterblicher, der im Internet ein Tagebuch über seinen Alltag führt, einen Preis gewonnen hat. Und nicht nur das, sein Tagebuch wird als Buch veröffentlicht. Er schreibt bereits seit zwei Jahren Tagebuch über sein Leben.

Das wird mir wohl kaum passieren, dass die Öffentlichkeit auf mich aufmerksam wird. Und warum? Der gute Mann lebt in Bagdad und ich in der Heide...


20.10.2003 Die Schweizer Fahne im Hund

Hallo in eine neue Woche!
Ihr wisst ja, mein Tagebuch läuft unter "Tier- und Naturerlebnisse" - auch wenn ich manchmal irgendwie mit meinen Berichten daneben liege *g*.

Da ich die letzten Tage nicht viel draussen war, hab ich bei meinen Tieren nicht viel erlebt. Aber heute habe ich wieder ein echtes Tier- und Naturerlebnis zu berichten, es geht nämlich um meinen Hund "Ben" und um Schweizer Käse.
Immerhin hab ich einige Schweizer Reingucker hier und ich seh schon einige vor mir, die gleich in brüllendes Gelächter ausbrechen *g*.

Da war ich doch im Supermarkt und dort gibts ein Gewinnspiel in der Käseabteilung. Die Frage lautet: "Wieso lieben Kenner gerade die Schweizer Käsespezialitäten?" und dann gibt es zur Auswahl folgende Antworten:

1. "Weil jeder Käse aus der Schweiz so unverwechselbar herzhaft im Geschmack ist."
2. "Weil Schweizer Käse industriell gefertigt wird."
3. "Weil jede Käsespezialität in der Schweiz aus naturbelassener Schweizer Milch gemacht wird."

Sauschwer, sag ich Euch.... *kicher*

Und gewinnen kann man ein Wochenende mit seinem Herzblatt (so steht es original auf der Karte!) in der Schweiz auf einer Berghütte oder eine Fahrt im Glacier Express mit Übernachtung in Zermatt und Sankt Moritz. Na, ich kann Euch sagen, was ich mir das Hirn zermartert habe.... Und dann hab ich das Werbefähnchen mit nach Hause gebracht und nun guckt Euch mal an, was nun passiert ist:

Ich hoffe sehr, Ben steht heute nochmals wieder auf...


22.10.2003 Ein irrer Kater, eine verrückte Speicherkarte und ein verhunzter Gehweg

Also bald krieg ich die Motten heute. Zuerst jagten Ben und Trixie den Nachbarskater auf einen Baum. Wer mich schon länger kennt, der weiss, dass es im letzten Jahr an Pfingsten (aber da schrieb ich noch kein Tagebuch) eine mittelschwere Tragödie mit diesem Viech gab, denn es sass geschlagene 8 Tage auf einem riesigen Baum, bis wir ihn von einem Baumkletterer runterholen liessen. Seitdem war nichts mehr passiert, jedenfalls kam er von kleineren Bäumen immer wieder runter. Nun sitzt er seit einigen Stunden wieder mal auf einem höheren... ich hoffe, er besinnt sich, wie man als Kater einen Baum wieder runterkommt, denn auf noch solch eine Arie wie im letzten Jahr hab ich keine Lust. Das war die erste Katastrophe heute.

Dann hab ich meine Digicam geholt, um den Kater da oben zu fotografieren, damit Ihr das auch mal sehen könnt. Also machte ich drei wunderbare Fotos, das Dingens speicherte ganz normal ab (jo, ich habe den Speicherbalken gesehen!), ging an den PC und nun sind die Fotos einfach nicht auf der Speicherkarte. Nix da. Aber die Fotos von gestern sind noch drauf *dummguck*. Und neue Fotos kann ich im Moment keine mehr machen, weil es nämlich jetzt bereits dämmert und es zum Fotografieren von dunklen Katzen auf dunklen Bäumen zu dunkel ist. Das war die zweite Katastrophe heute.

Und dann bekam ich gerade einen Anruf von meinem Naturschutzbundkollegen wegen des Schaukastens. Um diese Story zu kennen, müsstet Ihr sie gelesen haben am 26.8. (kann man hier unten bei "alle alten Beiträge" ausfindig machen). Eine Kostprobe des damaligen Eintrages: "Der Eimer, den wir zum Zementmischen mitgebracht hatten, erwies sich als überflüssig, denn der Helfershelfer hatte bereits den Zement und das Wasser auf den Gehsteig gekippt, um ihn dort anzumischen. Anschliessend hat er bei der benachbarten Tankstelle einen Schrubber besorgt, um den Bürgersteig wieder zu reinigen."

Also was wollte ich nun sagen? Achso... am Telefon sagte mir der Helfershelfer von damals, der unser 1. Vorsitzender ist, er habe einen Brief bekommen von einer Haus- und Grundstücksverwaltung. Und die schreiben, wir hätten den Gehweg im August mit Zement versaut und fordern uns auf, den Schaden bis zum 31.10. zu beheben, sonst erfolgt Anzeige wegen Sachbeschädigung.

Also stiefelte der 1. Vorsitzende vorhin los, um zu gucken und nahm auch gleich nochmals einen Schrubber mit. Bei näheren Augenschein stellte er dann fest, dass die Platten, wo er damals rumgewutzt hat, ihre rötliche Farbe verloren haben. Das ist nämlich so ein Pflaster, wo ein Stein rot und der nächste hell ist und dann wieder rot usw. usf. Nach einem Gespräch mit irgend jemand auch Unwissendem sagte er mir nun, der Zement sei halt ÜBER der roten Farbe und man müsse Salzsäure darüber kippen, dann würden die Steine wieder rot werden. Ob das aber wirklich so ist, weiss er nicht. Am Telefon hat er nur gekichert und meinte, ich und mein Liebster sollten uns das doch mal näher betrachten und uns mal Gedanken machen, was wir nun machen. Ja, aber WER hat denn damals den Eimer nicht für nötig befunden? *auftischhau*

Ganz davon abgesehen bestücke ich den Schaukasten alle vier Wochen und mir ist keine gravierende Veränderung des dreckigen Dorfgehweges bisher aufgefallen.

Nun also meine Frage an Zementmischer und andere Wissende: Kann es sein, dass der rötliche Stein tatsächlich nur von unserem Zement bedeckt ist? Stimmt es, dass man das mit Salzsäure wegbekommt oder ist dann der rötliche Stein gleich ganz hin?

Jedenfalls war das die dritte Katastrophe heute und ich geh weder noch mal nach draussen, noch werde ich fotografieren und ans Telefon geh ich schon gar nicht mehr. *muffel*


25.10.2003 Wiederholungen im Alltag

Guten Tag ins Wochenende!

Solche Sonnenaufgänge sehe ich in den letzten Tagen auf meiner Pferdeweide. Es ist bitterkalt am Morgen, aber geschneit hat es hier noch nicht, obwohl im südlichen Niedersachsen und selbst im westlichen Niedersachsen gestern schon eine kleine Schneedecke lag.

Das Leben ist im Grossen und Ganzen eine Abfolge von ständigen Wiederholungen - wenn nicht gerade Unvorhergesehenes passiert!

Z.B. habe ich im letzten Jahr am 22.11.02 über meinen liebenswerten Maulwurf geschrieben und jetzt geht genau das gleiche Theater schon wieder los. Täglich oder manchmal sogar stündlich macht er neue Haufen und ich versuche ihn davon zu überzeugen, dass er auf die Weide nebenan gehen soll....

Dann habe ich wie im letzten Jahr das Vogelhäuschen aufgestellt und was macht "Sokki", der Kater? Genau das Gleiche wie im letzten Jahr:

Ausserdem haben wir gestern die Winterfütterung bei den Kühen begonnen und wie man sieht, lassen sie es sich schmecken:

Und dann wird wie in jedem Jahr in der kommenden Nacht die Uhr in den deutschsprachigen Ländern (und auch noch woanders) umgestellt. Bei uns in der Heide macht man das so: Den Wecker auf 3.00 Uhr stellen. Wenn er klingelt, den Wecker in die Hand nehmen, ihn auf 2.00 Uhr zurückstellen, dann den Wecker wieder auf den Nachttisch stellen, umdrehen und weiterschlafen. Ihr könnt das ja auch mal so machen, dann vergesst Ihr es nämlich bestimmt nicht. :-)


27.10.2003 Intime Feierabendfotos

Heute mal Intimfotos, wie es am Abend bei uns so aussieht... ohne Worte:

Ich wünsche Euch einen solch schönen Wochenanfang, wie wir ihn hier haben: strahlender Sonnenschein bei -6° und immer noch wollen nicht alle Blätter fallen!


28.10.2003 Mordgedanken und zugefrorene Tränken

So, Ihr meint also, man hätte nur Freude, wenn man mit so vielen Tieren zusammenlebt wie ich? Na, dann will ich Euch mal eine unappetitliche Geschichte erzählen:

"Sokki", der Kater, hat irgendwo im Garten einen Vogel ermordet und aufgefressen, die Federn lagen auf einem Häufchen im ehemaligen Kartoffelbeet. Dann ist er IN das Vogelhäuschen (im Eintrag vom 25.10. könnt Ihr ein Foto sehen, wie das aussieht) gesprungen und hat das soeben Gegessene dort drin wieder herausgewürgt. Als wenn er sagen wolle: "Hier, Ihr blöden Vögel, das ist MEIN Revier!" Ich durfte dann die appetitlichen Überreste entfernen und trage mich derzeit mit Mordgedanken. Nun kommt mir bloss nicht mit Vorschlägen wie Glöckchen um den Hals oder Wasserpistolen oder sonst was. Alles schon dagewesen. Das Einzige, was nutzt, ist, das Vogelhäuschen weiträumig mit einem Drahtgitter abzusperren, das erfordert aber zum einen wieder etwas handwerkliches Geschick und zum anderen gehören dann wieder akrobatische Turnübungen zum Bestücken des Vogelhäuschens, weil man dann den Zaun überwunden muss. Im letzten Jahr konnten wir darauf verzichten, aber im vorletzten Jahr hatten wir so einen blöden Zaun aufgestellt. Grauselig, diese katzenhaften Vogelmörder.... mein letzter Kater "Samson" hat in seinem langen Katerleben niemals auch nur einen einzigen Vogel gejagt. Dafür hat dann der jetzige "Sokki" alles wieder aufgeholt. Ich habe mal gelesen, dass Katzen es sich von der Mutter abgucken, welche Beute sie fangen. "Sokki" ist uns vor vielen Jahren zugelaufen und ich kenne seine Herkunft nicht. Nun gehört er halt irgendwie auch zur Familie und wir müssen mit seinen Unarten leben.

Vorgestern hatte die Wasserversorgung bei den Kühen durch die plötzlichen Minusgraden ihre Tücken. Im Sommer bedienen sie sich über eine sogenannte "Nasentränke", die zufror. Unter Umständen kann solch eine Pumpe auch bei Frost kaputtgehen, also wollten wir sie abbauen. Dabei standen die Kühe drumrum und brüllten nach Wasser. Also mussten wir mit ihnen zu ihrer anderen Winterwasserstelle spazieren, ca. 1/2 km entfernt. Es sieht lustig aus, wenn man vor ihnen herläuft und die 11 Tiere kommen im Gänsemarsch hinterher. Nun haben sie es begriffen, dass es an einer anderen Stelle Wasser gibt und sie machen ihren täglichen Marsch alleine.

Und bei der anderen Herde steht unser Super-Wasserwagen, Ihr erinnert Euch? Der kann natürlich auch einfrieren, also muss man das Wasser ablassen und auch dort die Alternative in Betrieb nehmen: einen Bottich am Wassergrabenrand eingraben, in diesen wird durch eine kleine Tauchpumpe das Wasser aus dem Graben gepumpt. Das Ganze funktioniert mit einer Intervallschaltung, erfunden vom Gallowayzuchtbetrieb Prior *g*, und ist frostsicher bis -15°. Bei sehr tiefen Temperaturen muss der Schlauch schön warm gehalten werden und der Bottich friert von vorne natürlich zu, aber da wo das Wasser in den Bottich gepumpt wird, ist immer eine offene Wasserfläche. Den Rest besorgen die Tiere entweder alleine oder wir machen das Resteis dann ab. So weit sind wir allerdings noch lange nicht, denn zur Zeit sind nur die Nächte kalt, tagsüber ist es wunderschön und so sieht es aus, wenn Islandpferde morgens im Sonnenaufgang dösen:


30.10.2003 Ein Antikatzenzaun und ein Weihnachtsbuch

Gestern abend hat mein lieber Mann im Dunkeln einen Antikatzenzaun ums Vogelhaus gezogen. Heute morgen, als ich am Vogelhaus vorbeikam, traf mich fast der Schlag. Der Zaun ist ein Kaninchenzaun und sage und schreibe 25 cm hoch! Was mein lieber Mann sich dabei gedacht hat, weiss ich nicht, Männer sind halt manchmal waaaahnsinnig praktisch *kicher*. Da ich "Sokki" seit gestern abend nicht gesehen habe, hat er sich wahrscheinlich totgelacht. Na, lasst den Mann mal nach Hause kommen (jaja, ich weiss, dass auch DU dieses Tagebuch heute liest...)

Heute morgen beim Spaziergang habe ich wieder mal einen dieser netten Mitmenschen getroffen, die ihren Hund spazierenführen, indem sie ihn auf dem Feldweg dem Auto hinterherlaufen lassen. Wenn man nun sowieso so einen Weg fährt, hab ich nichts dagegen, nur geht es hier um Menschen und im Besonderen um eine Dame, die auf diesem Feldweg mit dem Auto gar nichts verloren hat, sondern jeden Morgen eine bestimmte Runde mit ihrer Deutschen Dogge fährt. Mir steigt schon jedes Mal die Zornesröte ins Gesicht, wenn ich sie sehe. "Ben" rannte heute morgen gleich zu der Dogge, worum ich keine Angst hatte, denn lieb ist diese Dogge schon und zudem weiblich. Nun hättet Ihr mal sehen sollen, wie schnell diese gut angezogene Dame aus dem Auto sprang und ihre Hündin in den Kofferraum verfrachtete. Sie ist nämlich läufig. Also die Hündin natürlich, gell. Zu schade, ich hätte der Dame mal eine schöne Katastrophe gegönnt. Mein schneeweisser Ben mit einer gestromten Rassedogge verpaart *hihi*....

Und jetzt mach ich mal Werbung für ein Buch. Ihr erinnert Euch an den kleinen Krimi, von einer Freundin geschrieben und hier veröffentlicht? Diese Freundin hat nun zwei Kurzgeschichten in einem Weihnachtsband veröffentlicht. Der kleine Band präsentiert auf 75 Seiten 19 Gedichte und Geschichten von 10 norddeutschen Autorinnen und Autoren rund um das Weihnachtsfest, ungewöhnlich vielfältig und bunt gemischt.

Zu einem Preis von 8,50 € passt das Buch bestens in den Nikolausschuh von Familie, Freunden und Bekannten und ist genau richtig, um auf dem einen oder anderen Gabentisch den letzten "weißen Fleck" auszufüllen, außerdem eignet es sich gut als Mitbringsel für (vor)weihnachtliche Besuche. Es kann zum Buchhandelspreis bestellt werden bei jens.oldach@t-online.de oder direkt im Buchhandel unter der ISBN-Nr. 3-9809193-1-5 esKa-Verlag. Wenn Euch das alles zu kompliziert ist oder Ihr nicht gerne mit fremden Leuten zu tun habt, könnt Ihr mir auch Bescheid geben, dann sende ich es Euch, vielleicht tu ich noch einen Nougatchristbaumanhänger mit rein ins Päcken, aber nur, wenn Ihr das Buch mitsamt Porto in Vorkasse bezahlt *hihi*.

Da meine Freundin und ich uns mit unseren verschieden gearteten Veröffentlichungen gegenseitig unterstützen, ist es mir eine Ehre, dieses Buch hier anzupreisen.

Nun wünsche ich noch einen schönen Restdonnerstag, WOOO ist morgen oder/und übermorgen Feiertag? Hier weder noch, in der Lüneburger Heide feiern wir weder das eine noch das andere.


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