Tagebuch vom 1.9.2003 bis 30.9.2003 1.9.2003 Ein Geburtstagsgeschenk
Vvom Jubilar sei herzlich gedankt allen, die gegrüsst und beglückwünscht haben im Forum oder per Mail.
Und wollt Ihr mal das ultimative Geburtstagsgeschenk sehen? Hier:

Das ist ein
Brillenetui aus echt Leder, das in der Nacht vor der Übergabe vom
Hund zerfetzt wurde. NEIN, nicht von "Ben" oder "Trixie"!!
Das war "Cleo" (die könnt Ihr sehen auf meiner Hunde-Rubrik,
das schwarze Ungeheuer ganz oben in der Mitte). Das Geschenkpapier hat
sie gleich aufgefressen, aber das Bändchen wieder drumgemacht.
Ich sags ja: Wer Tiere hat, der kann was erleben.
3.9.2003 Neues von den Galloways
Nachdem ich
einige neue Leser geworben habe, muss ich mich wohl mal wieder schreibmässig
auf meine Tiere besinnen und mit dem anderen Unsinn aufhören.
Gestern wurde ich gefragt, wie es eigentlich den vier Kälbern vom
Frühjahr geht. Da bin ich gleich losgestiefelt und habe ein Foto
gestern nachmittag um 14.00 Uhr gemacht:

Wie Ihr seht, sind die Kälber toll gewachsen und gedeihen prächtig, oder braucht Ihr etwa eine Brille? Und oben könnt Ihr sogar den Mars sehen... oder ist das etwa was anderes?
Die Galloways geniessen das kühlere Wetter und fressen sich zur Zeit ihren Winterspeck an. Fünf Kühe wurden im Sommer wieder gedeckt, aber es sieht ganz so aus, als habe "Leila" nicht aufgenommen. Das ist blöd, da wir den Bullen "Egmond" nicht mehr dabei stehen haben und ihn in diesem Jahr auch nicht mehr dazu stellen wollen. Wenn wir die Abkalbezeit aufs ganze Jahr ausdehnen, sind wir noch mehr an die Tiere angebunden als ohnehin schon. Drum regeln wir es immer so, dass die Abkalbezeit in die Monate März/April/Mai fällt. Und nun haben wir eine nicht tragende Kuh dazwischenlaufen, wirtschaftlich wieder mal ein Unding. Aber wie Ihr alle wisst, steht das Wirtschaftliche bei uns nicht an erster Stelle und sie kommt deswegen nicht gleich in den Kochtopf. Blöd ist es dennoch...
Gestern habe ich mit "Gerpla" einen schönen Ausritt gemacht, durch dem Regen in den vergangenen Tagen ist die Heide nochmal erblüht, letzte Woche sah sie schon völlig vertrocknet aus, aber gestern fand ich sie plötzlich wieder sehr lila blühend.
5.9.2003 Kürbisbowle
Hallo zusammen, die Kürbisse wachsen hier wie verrückt in diesem Jahr. Ich selbst hab zwar keine, aber viele meiner Reiterkolleginnen haben welche auf ihren Misthaufen. Die haben einfach die Kerne draufgeschmissen und jetzt wachsen da alle Arten von Kürbissen. Ich werde das auch mal in Angriff nehmen für nächstes Jahr. Vorerst habe ich mich heute morgen bei einer Freundin eingedeckt und kann jetzt Kürbiskuchen, Kürbissuppe, eingelegte Kürbisse und Kürbisbowle mit ganzen Früchten machen... (ich weiss schon, wer von Euch jetzt laut lacht *g*). Wollt Ihr mal sehen, wie Kürbisbowle mit ganzen Früchten aussieht?

Und dann hab ich Euch noch ein aktuelles Foto von "Loerchen" - unserem jüngsten Galloway (geboren im Mai) gemacht:
Sie hat verschiedene Brauntöne, wird aber im erwachsenen Alter auch ganz und gar schwarz sein. Morgen oder übermorgen zeig ich Euch ein Foto von Selina, wenn Ihr möchtet. Bis dahin wünsche ich einen schönen Spätsommertag, so wie er hier ist. Heute morgen lag tiefer Nebel über den Weiden und überall draussen bin ich gegen Spinnweben gelaufen. Eine tolle Stimmung haben diese beginnenden Herbsttage.
8.9.2003 Ein Foto von Selina
Hallöchen, der Herbst hat in der Heide Einzug gehalten und ich bin wohl schon in den Winterschlaf gefallen, denkt Ihr. Nö, ganz so schlimm ist es nicht, aber ausser dem versprochenen neuesten Foto von "Selina", dem Blue-Grey-Kälbchen vom April 2003, habe ich nicht viel zu berichten im Moment. Mein Sonntag war mit Äpfeln ausgefüllt. Am Vormittag war ich im Alten Land, da wo Millionen von Äpfeln angebaut werden, auf einem Hoffest, wo ich eine Apfelsortieranlage besichtigt habe und nachmittags war ich reiten und da wir auch da an einigen Apfelbäumen vorbeikamen und unsere Pferde Äpfel sehr gerne mögen, blieben wir an jedem Baum stehen und liessen die Pferde Äpfel pflücken, was nicht nur denen, sondern auch uns einen Heidenspass machte. Einen Apfel hab ich aber weder da noch dort fotografiert, drum hier das Foto von "Selina":

11.9.2003 Ein Ausflug nach Lüneburg
Hallöchen, da wir die nächsten drei Tage mehrere Veranstaltungen auf dem Neddernhof haben, habe ich wenig Zeit für Euch und auch nicht für meine eigenen Tiere. Morgen werden dort 20 Fohlen vom Zuchtverband gebrannt, wenn ich nicht gerade vom Pferd getreten werde, mach ich mal davon ein Foto für Euch.
Gestern hab
ich einen Ausflug nach Lüneburg gemacht. Weder ist diese Stadt
das Herz der Lüneburger Heide noch gibt es da Heide. Lüneburg
ist von der eigentlichen Lüneburger Heide egal ob in westlicher
oder nördlicher Richtung ca. 45 Minuten Fahrzeit entfernt.
Das dient aber lediglich der Verwirrung der Touristen, denn wir Einheimischen
wissen natürlich, dass die Lüneburger Heide nicht deswegen
so heisst, weil sie um Lüneburg liegt, sondern deswegen, weil Lüneburg
schuld ist, dass es überhaupt die Heide gibt. Früher war hier
überall Wald und Lüneburg hatte grossen Reichtum durch seine
Salzbergwerke. Um diese zu betreiben, wurde der ganze Wald im Umkreis
von 150 km abgeholzt und dadurch entstand die eigentliche Lüneburger
Heide, die ja eine von Menschenhand geschaffene Landschaft ist.
Damals, vor langer Zeit, war Lüneburg eine sehr, sehr reiche Stadt
und hier in der Heide lebten sehr sehr arme Menschen, die dem kargen
abgeholzten Boden nur das Nötigste abringen konnten. Heute ist
das Verhältnis zwischen den Heidebauern und den Lüneburgern
nicht mehr von Missgunst und Hass wie damals geprägt, sondern im
Gegenteil, wir armen Heidebauern tragen unser Geld nach Lüneburg
:-) Es ist nämlich eine wunderschöne Kleinstadt mit sehr hübschem
historischem Ortskern und da es eine eigene Universität mit 10.000
Studenten hat, ist es eben auch eine sehr moderne Stadt und ich liebe
es, wenn ich denn mal Zeit habe, dort einen kleinen Stadtbummel zu machen.
Obwohl ich durch die Autobahn schneller in Hamburg als in Lüneburg
sein kann, ziehe ich Lüneburg zum Einkaufen vor. Gestern hab ich
es mal geschafft, endlich den alten Wasserturm zu besichtigen.
Und so sieht Lüneburg von oben aus:

Und der Turm sieht von unten so aus:

Heute hatte ich noch ein Erlebnis der besonderen Art: Mir wurde bei der Arbeit gesagt, die Telekom habe angerufen, wenn wir die Telefonrechnung nicht sofort bezahlen, würde die Leitung abgestellt. Nun weiss ich aber, dass die Rechnungen immer bezahlt wurden bzw. sogar abgebucht werden. WER tatsächlich angerufen hat, wusste natürlich keiner, nur, dass es jemand von der Telekom war. Also nun macht Euch mal auf die telefonische Suche bei der Telekom, wer warum wo angerufen hat, ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen, dass Stunden meines Lebens gekostet hat. Zumal meine geliebten Stimmen: "bitte warten Sie, bis ein freier Platz ist" oder "ihre Verbindung wird gehalten" oder sogar "dideldum dideldei".... erschallten.
Und als ich dann mit zwei realen Menschen hintereinander sprechen konnte, die mir sagten, es sei alles bezahlt und sie verstünden das auch nicht, dachte ich, ich werd langsam irre. Der dritte reale Gesprächspartner sagte dann, es könne sich um einen dieser Fremdanbieter handeln, die die Rechnung selbst und nicht über die Telekom abrechnen. Also könnt Ihr mir geistig folgen? Ich meine diese Nummern, die billiger sind als die Telekom und die man manchmal für weite Strecken nutzt und so. Das könnte schon sein.... aber wieso hat dann die Telekom angerufen? Und jetzt kommt die Aufklärung: es gibt einen Fremdanbieter, der heisst Telecom (bitte das "c" beachten) und dort ist eine Rechnung offen. Nur ist der natürlich gar nicht in der Lage, das Telefon abzustellen, das kann nur die Telekom (bitte das "k" beachten) und die tun das nicht. Die Telecom (bitte das "c" beachten) ist nur in der Lage, künftige Verbindungen über ihre eigene Vorwahl nicht mehr zuzulassen, wenn die Rechnung nicht bezahlt wird.
Ach Gott, ist das alles kompliziert, wer hat sich das alles nur ausgedacht?
13.9.2003 Fohlenbrennen
Einen schönen Samstag wünsch ich Euch, habe tatsächlich gestern eine Fotoserie von so einem kleinen Kerlchen gemacht. Wie Ihr seht, ist das nicht weiter dramatisch, wenn die Fohlen schon mal ein Halfter gesehen haben und brav stehen. Wachsen sie allerdings wild im Herdenverband auf und sind nicht halfterführig, dann muss man sie mit zwei Mann bei der Brennaktion festhalten. Das sieht etwas Wild-West-mässig aus und davon hab ich kein Foto gemacht, hier also eine Abfolge eines Brennvorganges, den man ins Internet stellen kann, ohne Tierschützer auf den Plan zu rufen *g*.
Zuerst wird die zu brennende Stelle geschoren, das macht ein Herr vom niedersächsischen Pferdezuchtverband:


Dann kommt das Brenneisen zum Einsatz und wie man sieht, ist keine grosse Panik beim Fohlen zu entdecken. Es zischt und riecht verbrannt:

So sieht das Zeichen aus, das Eichenblatt steht für Niedersachsen und die Nummer ist individuell fürs Pferd:
Nach dem Brennen ist das Fohlen etwas irritiert von dem Ganzen, das ihm passiert ist, trägt aber keine weiteren Schäden davon:
Nach dem Fellwechsel im nächsten Frühjahr wird man das Zeichen viel weniger deutlich sehen können und dann kann man auch nur noch mit Mühe die Zahl erkennen. Zum Pferd gehört ausserdem noch ein Pferdepass mit Abstammung und Aussehen, so ist eine Verwechslung mit anderen Pferden mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Übrigens: auf den Fotos bin ich nicht zu sehen, das ist die stolze Pferdebesitzerin des kleinen Hengstfohlens.
14.9.2003 Das Erfinden einer Vanillegriescreme
Für den Samstagabend bei der Gestütsveranstaltung hatten wir für 100 Personen bei einem Party-Service Essen bestellt und ausgemacht, dass 5 Menschen von uns für je 20 Personen den Nachtisch machen. Einer davon sollte ich sein. Ich bin ja nun eine begnadete Köchin *kicher* und hatte ein Rezept von meiner besten Schweizer Chatfreundin für eine Vanillecreme, das ganz einfach klingt. Eier haben wir ohnehin genug, Zucker hat man immer und fast 2 Liter Milch sind ja kein Problem. Die Vanillestangen aus dem Naturkostladen - zwei Stück für 5,20 EUR - liessen das Vorhaben schon fast scheitern, weil mein Liebster der Meinung war, das sei dann zu teuer insgesamt. Vier Vanillestangen für 10 EUR ist ja schliesslich ein Vermögen. Man kocht also die Milch auf, in der man sowohl das Vanillemark als auch die Schote reinmacht. In der Zwischenzeit schlägt man die 18 Eigelb mit den 250 Gramm Zucker cremig. Dann nimmt man die Vanilleschoten aus der gekochten Milch und schüttet die Milch unter ständigem Rühren zu der Eierzuckermasse. Dann steht im Rezept:
"Diese Masse unter ständigem Rühren erhitzen. Vorsicht! Die Creme darf nicht aufkochen, dann gerinnt sie."
Tolle Sache, klingt doch ganz einfach! Also hab ich meinen Mann zum Rühren an den Herd gestellt und ging meiner Wege. Ab und zu fragte ich mal nach, ob alles okay sei. Jaaaaaa! Irgendwann schrie einer aus der Küche: "Ich glaub, es ist zuuuu spät." Obwohl also die Creme nicht wieder aufgekocht war, war sie geronnen. Ohhhh, so ein Shit. Also liessen wir das Ganze erstmal abkühlen. Nicht nur war der Kram geronnen, sondern auch reichlich flüssig. Ich dachte, wenn man das aufs Büffet stellt, fragen sich die Leute, wie man das denn trinkt? Ausserdem sah es nicht gerade appetitlich aus. Dann kam ich auf die Idee, wenn man da Aprikosen aus der Dose reinschnippelt, hat es eine Konsistenz, als wäre es "Aprikose mit Vanillesosse". Dann kam mein Liebster auf die Idee, das Ganze durchzusieben und am Ende nannten wir es "Aprikose mit Vanillegriescreme" - so sah es nämlich aus und schmeckte auch so *kicher*.
Wie auch immer: durch das ständige Probieren und Durchsieben und Hin und Her wurde die Menge immer weniger und am Ende gingen wir mit einer winzigen Schüssel zu besagtem Abendessen, taten so, als wüssten wir nicht, wer diesen Nachtisch mitgebracht hat und labten uns an den anderen Nachtischen. Trotzdem wurde unsere Vanillegriescreme leer - naja, fast :-)
Also, liebe Schweizer Chatfreundin, was denkst Du Dir nur dabei, angeblich "einfache" Rezepte weiterzugeben, mit denen unsereiner völlig überfordert ist???? Beinahe wärst Du schuld gewesen, wenn nur 80 Leute ihren Nachtisch gehabt hätten und die restlichen 20 leer ausgegangen wären! Nächstes Mal mach ich gleich was, was ich kann und kenne *grummel*.
Heute war das Turnier, tagsüber habe ich mich nicht gerade überarbeitet, da viele Helfer da waren, aber ab 17.00 Uhr habe ich beim Abbauen geholfen und schaut Euch mal an, was die mit meinem kleinen Auto gemacht haben (das Foto ist zwar nicht toll geworden, aber zum Bearbeiten hab ich nun wirklich keine Lust mehr):

Das ist ein Kühlschrank, in dem gestern abend diese Yuppie-In-Getränke drinwaren, die ich bis dato noch gar nicht kannte - aber jetzt kenn ich sie: Holsten Cooler, Bacardi Breezer Orange, Bacardi Breezer Mango, Bacardi Breezer Beam, Bacardi Breezer Lemon, Rico, Red Bull und Zumzum (oder so ähnlich - hab ich mir nicht merken können). Der Kühlschrank ist 2 m hoch und mein Auto 3,20 Meter lang.
Die Pfützen kommen nicht daher, weil es geregnet hat (es war strahlender Sonnenschein), sondern das ist am Pferdeabspritzplatz aufgenommen. Mit dem Auto bin ich dann bis in die Schweiz gefahren, um mich bei meiner Schweizer Chatfreundin über die Vanillecreme zu beklagen! :-)
19.9.2003 Kurzreise nach Mecklenburg
Hallo zusammen, ich bin gut wieder heimgekehrt. Bei wunderschönstem Wetter weilten wir in Mecklenburg ganz in der Nähe zur Ostsee.
Zu diesem Hotel habe ich eine persönliche Verbindung, denn die Besitzer kenne ich von meiner "Hamburger Zeit" her. Sie kauften einen heruntergekommenen Gutshof im Jahre 1993, der während der DDR-Zeit als Kinderheim diente und so langsam aber sicher zerfiel. Sie wollten sich dort ihren Traum von einem Biohotel verwirklichen. Als ich das Haus 1993 zum ersten Mal sah, war es eine der vielen ehemaligen Gutshaus-Ruinen in Ostdeutschland. 1995 feierten wir dort Richtfest. Keiner konnte sich damals vorstellen, was heute daraus geworden ist. Von den Einheimischen in dem kleinen Dorf damals argwöhnisch beäugt, sind heute alle froh über das Hotel, denn es hat mittlerweile über 40 Arbeitsplätze für Einheimische und Neuzuzügler geschaffen. Einige zusätzliche Bauten sind auf dem Gelände entstanden und dazu ist ein ökologischer Gemüseanbaubetrieb nach BIOLAND-Richtlinien gekommen. Ca. einmal im Jahr fahre ich dorthin zu Besuch und es erstaunt mich immer wieder, welche Ausmasse dieses wunderschöne Anwesen mittlerweile hat. Interessant auch für mich die Entwicklung über die vergangenen 10 Jahre in der Umgebung zu beobachten. Immerhin ist Mecklenburg das deutsche Bundesland mit der höchsten Arbeitslosigkeit und in vielen Gegenden immer noch von Armut geprägt. In diesem Dorf kann man jedoch deutlich sehen, wieviele Gelder doch in den Osten fliessen und dass manch einer profitieren kann, wenn man in der richtigen Landschaft die richtige Idee hat.
Für uns als Hundebesitzer gibt es sogenannte Doggy-Rooms, Zimmer also, die einen Ausgang direkt in die freie Natur haben und wo man nicht umständlich über Treppen oder über ordentlich geharkte Kieswege zum Gassigehen muss. Ringsum ist Natur pur und zur Ostsee sind es 10 Minuten, was will man mehr zur Erholung?
Hier ist der Bahnhof des Dorfes, aber nicht dass Ihr denkt, das sei ein Witz, das ist tatsächlich der funktionierende Bahnhof, wo mehrmals täglich ein Zug hält:

Die typische leicht hügelige Mecklenburger Landschaft mit ihren riesigen Feldern liebe ich besonders. Denn das, was nicht kultiviert ist, wird der Natur überlassen. Darum gibt es riesige Bäume, knorrige Weiden, viele Büsche, Hecken, Alleen, Vögel, Frösche und und und.
Guckt Euch mal diesen Baum an, da konnte sich sogar Ben reinsetzen!

Bereits am zweiten Tag machten wir eine Wanderung von über 20 Kilometern und da ich nicht das geeignete Schuhwerk dabeihatte, tat mir dann irgendwann der rechte Fuss weh und ich humpelte so vor mich hin. Dabei waren es immerhin meine Nordheidespaziergehschuhe, aber wann laufe ich hier schon mal 20 km?
Am Abend musste ich meinen kränkelnden Fuss hochlegen und mein abendliches Getränk bereits um 20.00 Uhr in der Horizontale einnehmen *g*. Jedoch war es wohl nur eine Überanstrengung oder eine Sehnenzerrung, denn bereits am nächsten Tag ging es wieder besser, als wir weiter südlich zum "Schaalsee" fuhren. Wen es interessiert, der sucht den Schaalsee in der Google, dort gibt es unzählige Seiten darüber. Der Schaalsee ist der grösste See Norddeutschlands, bis 72 Meter tief und vielen Deutschen immer noch gar nicht bekannt. Denn von 1952 bis 1990 zog sich die damalige DDR-Grenze teilweise direkt durch diesen riesigen See und dessen Ufer waren von Osten her gar nicht zugänglich. Diese staatliche verordnete Zwangsruhe prägte das Gebiet und die Natur konnte sich ungestört entwickeln. Der heutige "Naturpark Schaalsee" umfasst das riesige Gebiet von 187 km2. Mittlweile hat die UNESCO den Schaalsee in das internationale Netz der gegenwärtig 411 Biosphärenreservate aufgenommen. Was ist ein Biosphärenreservat? Der Begriff setzt sich zusammen aus "Biosphäre" (Lebensraum) und "reservat" (bewahren). Die gegenwärtig 411 Biosphärenreservate gibt es in 97 Staaten der Welt. Dort werden die Beschlüsse des Umweltgipfels von Rio 1992 in praktische Projekte umgesetzt.
Am Schalsee haben sich durch den ehemaligen Grenzraum eine Vielzahl bedrohter Arten zurückgezogen. Hier gibt es Fischotter, Kraniche und Seeadler. Mehr als 25.000 Enten und Gänse rasten im Spätherbst auf dem Gewässer.
Das Naturschutzkonzept
am Schalsee ist ausserordentlich interessant, denn es gibt Orte, die
mit vielen (aber kleinen) Hotels und anderen Einrichtungen Touristen
anziehen und dann wieder Orte, wo es absolut nichts gibt. Wander- und
Radwege zwar schon, aber weder Einkehrstationen noch Ruhebänke.
Dabei brauche ich in meinem Alter schon mal die eine oder andere Bank
*seufz*. Das Ziel ist, die Besucher zu lenken und wer sich in die einsameren
Gebiete begibt, der muss gut zu Fuss sein und sein Pausenbrot mitführen.
Auch dürfen auf dem riesigen See keine Motorboote verkehren und
Segelboote nur von wirklich Einheimischen, die dort schon jahrzehntelang
leben. Mehr als zwei Boote sieht man selten gleichzeitig. Da wir also
nun noch eine Nacht in dieser einsamen Gegend verbringen wollten, war
es nicht ganz einfach, ein Zimmer zu finden. Zuerst gab es mal 15 km
lang GAR NICHTS (ausser dem alten berüchtigten DDR-Kopfsteinpflaster
*g*), dann gab es ein Wegweiser zu einem Gasthof, da fragten wir und
es hiess: Schlafen kann man hier schon, aber nix essen. Auch nicht so
gut, wenn man den ganzen Tag schon unterwegs war, gell. Am Ende fanden
wir dann ein ehemaliges altes Bauernhaus mit 5 Doppelzimmern
ausgebucht bis auf das Knechtzimmer, das wir dann mitsamt Wuffis bezogen.
Dort gab es dann Saibling frisch aus dem Schaalsee zu essen, einen romantischen
Abend auf der Terrasse mit Kuhgemuhe und Froschkonzert unter dem Sternenhimmel.
Und Kraniche, die über den Abendhimmel zogen.
Ein drittes Glas Wein haben wir allerdings nicht bekommen, denn Herr
und Frau Gastwirt gingen gemeinsam um die Ecke zu den Garagen, um sich
zu streiten. Weil der Herr Gastwirt Berliner Gästen zugesagt hat,
dass sie morgens um 6.45 Uhr frühstücken können, da diese
früh abreisen wollten. Und die Frau Gastwirt nicht so früh
aufstehen wollte, Frühstück gabs offiziell erst um 8.30 Uhr.
Wir hatten dann drunter zu leiden, weil es nix mehr zu trinken gab,
es wurde einfach nicht mehr bedient. Ob jetzt eine Leiche an der Garage
liegt, weiss ich nicht.
Jedenfalls herrschte in der Nacht absolute Stille, erst morgens rumpelte
der Milchlastwagen übers Kopfsteinpflaster, der mich aus meinen
Alpträumen riss. Mir träumte nämlich, ich hätte
einen dritten Hund.
Alles in allem jedenfalls ein gelungener Kurzurlaub bei traumhaftem Spätsommerwetter. Wenn wir nicht so weit weg sind (nach Mecklenburg fahren wir nur 2 Stunden), ist die Organisation unserer Tierversorgung auch nicht so ein Problem, denn wir sind für unsere Nachbarn immer über Handy erreichbar, sollte wirklich mal etwas passieren.
Aber passiert ist nix, die Tiere tun das, was sie immer tun, sie fressen. Und sogar Sokki, der Kater, war sofort zur Stelle, als wir heimkamen und schnurrte um unsere Beine.
26.9.2003 Schwierige Entsorgung
Na, hoffentlich habt Ihr fleissig Eure Herbstgymnastik gemacht, während ich nochmal zwei Tage unterwegs im Harz war.
Unser Urlaub neigt sich seinem Ende zu und da war doch noch was?? 17 Rindviecher, 2 Pferde, 18 Hektar Weiden, 3 kleine Ställe, die noch für den Winter vorbereitet werden wollen... achjaaa! Erfolgreich verdrängt haben wir unter anderem, dass einer der 3 Unterstände noch mit Sand aufgefüllt werden muss und dass da noch ein Berg alter Eternitplatten zum Entsorgen liegt. Also los damit, bevor der Urlaub zu Ende ist.
Das mit den Eternitplatten ist übrigens so: Ein altes kaputtes Dach haben wir im letzten Jahr abgedeckt und neu gemacht. Das alte Dach war mit asbesthaltigen Eternitplatten gedeckt, die natürlich irgendwie entsorgt werden müssen. Nun muss aber keiner denken, dass es in Deutschland jedem freigestellt ist, wie und ob man sich vergiftet. Das ist natürlich alles gesetzlich geregelt. Alleine schon das Abdecken hätten wir bei Regen und mit Schutzkleidung incl. Handschuhe und Atemmaske machen müssen, haben wir natürlich nicht. Dann dachte ich, ich könnte die alten Platten einfach so im Pferdeanhänger zur Mülldeponie fahren. Zum Glück habe ich vorher jemanden gefragt, der sich damit auskennt. Aber nein, dazu muss man entweder einen Container mieten oder sogenannte "BigPacks" kaufen, grosse Säcke, in die man die Platten einpackt. Nur.. wenn man die Platten in so einen Riesensack packt, kann man den natürlich nicht aus eigener Kraft heben. Also geht das gar nicht mit dem Pferdeanhänger, sondern man braucht einen nach oben offenen Anhänger. Wir haben das Thema damals vertagt, das schien uns alles zu kompliziert und haben die Platten einfach so erstmal gelagert. Seitdem wundern wir uns auch nicht mehr darüber, dass viele Leute ihre alten Eternitplatten vergraben. Es wird einem nämlich wirklich nicht einfach gemacht, sie zur Deponie zu bringen.
Irgendwann habe ich dann mal so einen Sack für viel Geld besorgt, ein Riesenteil, der lag dann auch Monate bei uns rum, bis wir die Platten da reingestapelt haben. Bleischwer lag nun der volle Sack an der Weide und wartete auf bessere Zeiten.
Gestern abend wurden Entscheidungen getroffen, ein kleiner offener Anhänger ausgeliehen und nun werde ich mich auf den Weg machen, den Sack mit dem Traktor auf den Anhänger hieven, diesen dann ans Auto hängen und zur Deponie bringen. Bin gespannt, was mich da nun für Probleme erwarten.
Und dann werden wir uns um den Sand kümmern, um den Unterstand aufzufüllen. Irgendwann ist halt mal Schluss mit dem "urlauben". Schade eigentlich.....
29.9.2003 Ein unschuldiger Hund und ein defektes Telefon
Heute morgen, bevor ich zur Arbeit losstiefelte, hab ich natürlich erstmal in den PC geguckt - wie immer. Während ich frisch im Internet drauflosklapperte, war da plötzlich die Meldung: "Keine Verbindung, überprüfen Sie die Stecker usw..." Wir haben eine ISDN-Anlage, die Stecker befinden sich unter meinem Schreibtisch in der Liegehöhle von "Ben", meinem Hund, der da auch lag und vor sich hinschnarchte. Also hatte ich ihn sofort in Verdacht und er wurde erstmal aus seiner Höhle gescheucht und dann wurde an allen Kabeln gewackelt. Nix tat sich. Zweiter Versuch, eine Datenverbindung über die FritzCard herzustellen. Dritter Versuch, mal zu telefonieren vom einen eigenen zum anderen eigenen Apparat. Da war besetzt. Vierter Versuch vom Handy zum Festnetz, da sagt eine Stimme: "Der Teilnehmer ist zur Zeit nicht erreichbar". Fünfter Versuch: ein Reset der Telefonanlage. Nix tat sich.
Seltsam, seltsam.... man könnte sich mit so einem Mist stundenlang beschäftigen, aber ich musste los und überliess meinem Mann seinem weiteren Schicksal, nicht ohne ihm dringlichst aufzutragen, dass ich heute abend wieder ins Internet will :-)
Er stiefelte zu unseren nächsten Nachbarn und sagte, sie sollen mal telefonieren. Leitung tot. Ahaaaaaa, also liegt es nicht an unserer ISDN-Anlage, sondern an der Telekom. Wie soll man denn darauf kommen? Ohne ISDN-Anlage merkt man das ja sofort, wenn die Leitung tot ist, aber heutzutage hat man die merkwürdigsten Meldungen, sucht die Schuld beim Hund oder bei sich selbst....
In dem Dorf, das einen Kilometer entfernt ist, wird zur Zeit der Abwasserkanal verlegt, das ganze Dorf ist eine einzige Baustelle und mein Liebster machte sich auf ins Dorf und da stand auch schon ein Wagen von der Telekom. Die Abwasserkanalbauer haben doch einfach das Kabel zerstört, das zu den 10 ausserhalb liegenden Häusern gehört.
Überhaupt, diese Baustelle gäbe auch viel Stoff zum Erzählen. Alle paar Tage bewegt sich die Ampel 100 Meter weiter, genauso wie die Baustelle. Je nachdem, vor welchem Fenster sie gerade steht, passieren absonderliche Dinge, sie bewegt sich nämlich öfter völlig ausserplanmässig für die Verantwortlichen. In der letzten Woche z.B. wurde sie einfach in der Nacht 50 Meter zurückgeschoben, die Ampel direkt vorm Fenster gibt natürlich viel Lärm, wenn die Autos dort halten und wieder anfahren. Wer das nur wieder war?
Ganz witzig war es aber am Sonntag morgen. Da hat ein besonders genervter Anwohner - ich sage nicht WER - die Ampel einfach rumgedreht, also freie Fahrt für alle. Auch habe ich den Eindruck, dass die Ampel von uns Eingeborenen nicht sehr ernst genommen wird. Vorhin fuhr ich bei ROT drüber und hinter mir kamen gleich 10 andere Autos mit. Sowas kann man sich halt nur auf dem Land erlauben.
Heute ist der 29. September und meine Homepage feiert ihren 1. Geburtstag.
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